12.01.2018 - 12:40 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Schwarzachtaler Heimatmuseum punktet auch bei junger Generationen Museumsbesuch liegt im Trend

Lokalgeschichte kommt an. Diesen Schluss lässt zumindest die Jahresstatistik des Schwarzachtaler Heimatmuseums zu: Um mehr als die Hälfte ist die Besucherzahl in 2017 gestiegen. Nun laufen bereits die Planungen für die nächste Sonderausstellung.

In der Militaria-Sammlung des Schwarzachtaler Heimatmuseums steht Leiter Theo Männer an einem sogenannten "Halben Harnisch" mit Helm und Rapier. Damit, und auch mit den Stangenwaffen daneben, kämpften die Soldaten in den Schlachten des Dreißigjährigen Krieges. Dessen Ausbruch vor 400 Jahren nimmt das Museum heuer als Anlass für seine nächste Sonderausstellung. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Als "sehr erfreulich" wertet Museumsleiter Theo Männer das Besucher-Plus. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien sieht er diese Entwicklung als Beleg dafür, dass der Einsatz des ehrenamtlichen Arbeitskreises in der Bevölkerung honoriert wird. "Es ist schön, wenn das Museum solchen Anklang findet." In der Statistik fällt vor allem ein deutlicher Anstieg bei Kindern und Jugendlichen auf: Mit 436 (im Vorjahr: 213) ist ihr Anteil an den Museumsgästen um über das Doppelte gestiegen. Ein spezieller Grund sei dafür nicht festzustellen gewesen. Es hätten aber überdurchschnittlich viele Familien, darunter auch Urlaubsgäste, ihre Freizeit zu einem Museumsbesuch genutzt.

Ausstellung kommt an

Im Jubiläumsjahr der Stadt hatte das Heimatmuseum einiges auf der Pfanne - mit insgesamt vier Sonderausstellungen wurde versucht, das Interesse an verschiedenen Aspekten der Geschichte zu wecken. Höhepunkt war die Ausstellung "Neunburg im Bild" mit zahlreichen Gemälden und Ansichten, von denen eine Hälfte das Museum und die andere Hälfte private Leihgeber beisteuerten. Ab 21. Mai bis Ende Oktober war diese Präsentation zu sehen - "und ist recht gut angekommen", sagt der Museumsleiter. Und auch der im Dezember erschienene gleichnamige Bildband sei vor allem als Weihnachtsgeschenk gefragt gewesen.

Mit der von Erwin Weinfurtner konzipierten "Postgeschichtlichen Heimatsammlung" war in der Museumssitzweil ein weiterer Beitrag zur 1000-Jahr-Feier der Stadt zu sehen. Begleitend zu den Aufführungen des "Hussenkrieg"-Festspiels im Juli und August wurde über den tschechischen Reformator und Weggefährten von Jan Hus - Hieronymus von Prag - informiert. Zum Finale zwischen "Romantischem Burg-Advent" und dem Jahreswechsel entführte historisches Spielzeug in die Kinderzimmer anno dazumal. "Wir haben also ein beachtliches Angebot auf die Beine gestellt", so das Fazit des Museumsleiters.

Im neuen Jahr werden zwei Schwerpunkte die Arbeit im Heimatmuseum prägen: Nachdem sich der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) heuer zum 400. Mal jährt, befasst sich die Sonderausstellung mit dieser Thematik. Der Fokus richtet sich dabei auf Auswirkungen und Kriegsgeschehnisse im Raum Neunburg. Für die Präsentation greift das Museum auf vorhandene Exponate aus der Militaria-Abteilung zurück. "Diese Sequenz wird aufgeweitet und soll mit Ansichten und grafischen Darstellungen ergänzt werden", kündigt Männer an. Die Eröffnung ist zum Internationalen Museumstag - heuer am 13. Mai - vorgesehen. Außerdem soll im Raum "Stadtgeschichte" der noch fehlende Abschnitt zur Stadtentwicklung bis zum Jahresende fertiggestellt werden.

Positives Besucherecho

Ebenfalls im Blickpunkt stehen die Vorarbeiten für ein neues Museumskonzept. Auf dem Wege dazu haben zehn Leute des Arbeitskreises im Vorjahr an einem ersten Workshop mit Dr. Rainer Tredt teilgenommen. Dass das Neunburger Museum auch in bisheriger Ausrichtung beim Publikum ankommt, beweist das Besucherecho im Gästebuch, in dem die Urteile von "wunderbar" über "sehr umfangreich" und "sehenswert" bis hin zu "beeindruckend" und "gigantisch" reichen. Und ein Besucher aus Maxhütte-Haidhof wünschte: "Möge dieses Museum in seinem momentanen Zustand weiteren Generationen erhalten bleiben."

Museumsstatistik

Besucherzahlen

Insgesamt haben 2100 Gäste das Schwarzachtaler Heimatmuseum im Jahr 2017 besucht; 2016 lag diese Zahl noch bei 1324 - ein Anstieg um 776 Gäste oder rund 58 Prozent.

Gästestruktur

Unter den Besuchern wurden 1665 Erwachsene (2016: 1111) und 436 Kinder und Jugendliche (213) registriert.

Führungen

Bei 19 Terminen brachten Theo Männer, Gertrud Stadlbauer, Reiner Reisinger, Peter Pauly und Otto Reimer den Gästen verschiedene Aspekte der Heimatgeschichte näher.

Museumsrallye

50 Kinder und Jugendliche, häufig begleitet von ihren Eltern, begaben sich auf spannende Spurensuche durch die Sammlung des Museums.

Arbeitskreis gefordert

Der ehrenamtliche "Arbeitskreis Museum" traf sich insgesamt 38 Mal, im Schnitt fanden sich zehn Helfer zu den einzelnen Terminen ein. Für die Aufsicht zu den Öffnungszeiten standen sieben Personen bereit. (mp)

Es ist schön, wenn das Museum solchen Anklang findet.Museumsleiter Theo Männer

Museumsleiter Theo Männer dankte seinen Mitstreitern im ehrenamtlichen Arbeitskreis, die beim Aufbau der vier Sonderausstellungen mit angepackt hatten. Zusätzlich wurden Neuzugänge und Schenkungen in die Sammlung integriert und Nachbesserungen an der ständigen Ausstellung vorgenommen. Außerdem hielten die Mitglieder den Museumsabschnitt im Schlossgebäude in Schuss: Unter anderem seien verschiedene Reparaturen an Fenstern, Türen, Lichtern und Pflasterbelag vorgenommen worden. In der Verwaltung bei Gertrud Stadlbauer bildeten die weitere Inventarisierung der Exponate und das Abfassen der verschiedenen Leihverträge für die Sonderausstellungen die Schwerpunkte.

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