18.09.2017 - 14:28 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Auftakt zum fünften "Neunburger Kunstherbst" Kunst zurück auf den Straßen

Mit aller Vielfalt und Farbenpracht kreativen Schaffens hat der fünfte Neunburger Kunstherbst Einzug gehalten. Zur Vernissage der Ausstellung "Ahoj 17" bewegte sich eine Kunstprozession durch die Stadt. Der Leitgedanke "Gemeinsame Wege in Glaube und Kunst" war mit Blick auf das Stadtjubiläum und "500 Jahre Reformation" formuliert.

Der fünfte "Neunburger Kunstherbst" rückt auch Gotteshäuser ins Blickfeld. Für Farbtupfer an den weißen Wänden der Stadtpfarrkirche Sankt Josef sorgt beispielsweise die aus drei Gemälden bestehende "Himmelspforte" (Porta Coeli) von Jitka Stenclová. Bild: weu
von Udo WeißProfil

Zur Eröffnung in der evangelischen Versöhnungskirche betonte Peter Wunder, Geschäftsführer des Kunstvereins "Unverdorben", den besonderen Charakter der Kunstprozession, bei der heuer neben der "Straßengalerie" mit 15 Stationen in Schaufenstern und Lokalitäten, die künstlerische Ausgestaltung von Kirchen besondere Akzentuierung erfuhr. Namentlich dankte Wunder den Helfern beim Aufbau der Exponate und würdigte Sponsoren und Förderer, ohne deren Unterstützung die Kunstprozession nicht möglich gewesen wäre. "Wir bringen die Kunst zu den Menschen", stellte Wunder fest. Schaufenster und Kirchen stünden schließlich offen.

Brückenschlag mit Kunst

Das in die Ausstellung einführende Referat hielt Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlung des Bistums Regensburg. "Heute kann Kunst Grenzen überwinden, vor 30 Jahren war ein Miteinander mit Künstlern aus dem Nachbarland undenkbar", stelle sie zu Beginn ihrer Ausführungen fest. Kunst könne jedoch auch Brücken schlagen zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen, könne die Suche nach Orientierung erleichtern und beinhalte die Chance, Antworten zu geben auf die Fragen des Glaubens. In der Kunst finde man Themen, die dem Leben Sinn geben. Kunstwerke provozieren, geben Impulse, Vertrautes neu zu überdenken und persönliche Gotteserfahrungen zu machen. Anschließend stellte sie die Künstler mit einigen ihrer Werke vor. Auch 17 Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule waren unter den Ausstellern.

Bürgermeister Martin Birner dankte dem Kunstverein Unverdorben für die Ausrichtung des fünften Kunstherbstes. "Solche Ehrenamtlichen zu haben, die sich derart engagiert für die Kunst einsetzen, das ist ein Segen für die Stadt und die gesamte Region", lobte er. Kunst im öffentlichen Raum zu bestaunen vermittle eine andere Sichtweise. Dank sagte er dem Kunstverein-Vorstand und allen Helfern und Sponsoren. Im Namen der Künstler trat Professor Dr. Karel Rechlik ans Rednerpult. Er freute sich über den künstlerischen Dialog, der vor 20 Jahren noch ein Traum geblieben wäre.

Nach einem Musikstück von Matthias Eckl-Binder, der die musikalische Gestaltung übernahm, setzte sich der Zug zur Straßenvernissage in Bewegung. Von der Versöhnungskirche ging es zur Jakobskirche, zur Spitalkirche und zum Kunstquartier, wo es einen Sektempfang gab. Nach der Stadtpfarrkirche und der Hauptstraße war die Schwarzachtalhalle das Ziel der Kunstinteressierten. Den Kunstliebhabern boten sich Exponate mit großer Bandbreite: Beeindruckend war das Salzteigkreuz einer Schülerin, das mit den Wörtern Neid, Tod, Angst, Flucht in der Mitte beschrieben war. Roter, mit Plexiglasstreifen eingewebter Stoff dominiert den Altarraum der Jakobskirche und regt zum Nachdenken über die Person Martin Luther an. Überdimensional groß ist die schwarze Fastenleinwand mit Gesichtern, die in der Spitalkirche über dem Altar hängt. Bereits vor der Stadtpfarrkirche weisen zwei Exponate mit dem Titel "Er und Sie" auf weitere Ausstellungsstücke im Inneren des Gotteshauses hin, so die "Jakobsleiter", die aus fünf Flügeln in Tiffany-Glaskunst besteht, oder drei großformatige Bilder, welche die "Himmelspforte" darstellen.

Eindrucksvolle Exponate

Im Kunstquartier Im Berg 7 hängen zahlreiche große und kleine Bilder, etwa der Zyklus der "liturgischen Tücher". Beeindruckend ist das rote Kunstwerk mit der Kugel, das gut sichtbar in der Mitte des Kreisverkehrs am Zugang der Altstadt steht. Die "Kapelle für eilende Fußgänger" aus zwei Granitsteinen kann unter dem Rathaus am Durchgang zur Wassergasse durchschritten werden. Viele weitere Kunstwerke hält die Straßengalerie bis zum 22. Oktober für die Kunstinteressierten bereit.

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