Auftragskomposition "Wurzelwerk" beim Weihnachtskonzert uraufgeführt
Klanggemälde mit Verästelungen

Komponist Christof Weiß (Mitte) übergab beim Weihnachtskonzert die Partitur von "Wurzelwerk" an Bürgermeister Martin Birner (links) und Dirigent Anton Lottner. Bild: weu
Kultur
Neunburg vorm Wald
27.12.2016
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Das 35. Weihnachtskonzert der Stadtkapelle wird in die Geschichte eingehen. Die Uraufführung von "Wurzelwerk", komponiert von Christof Weiß, gab den musikalischen Startschuss für die Jahrtausendfeier.

In einem Gespräch mit dem Komponisten, das Dirigent Anton Lottner auf der Bühne der Schwarzachtalhalle führte, wurde die Entstehung des Werkes aufgerollt. Vor eineinhalb Jahren sei der Gedanke zu einer Auftragskomposition gefasst worden. Die Frage, wer das machen könne, wurde mit einem Bekannten von Lottner gelöst, mit dem er schon einige Projekte bewältigt hatte, und der bei der Stadtkapelle schon mal Schlagzeug gespielt hat: Christof Weiß.

Keine Chronik mit Musik

Der gebürtige Oberpfälzer, der in Hahnbach Blasmusik gespielt und in Amberg Abitur gemacht hat, studierte Komposition in Würzburg. "Ich habe mich lange mit der Stadtgeschichte Neunburgs beschäftigt", erläuterte Weiß das Werk, "es sollte jedoch keine musikalische Stadtchronik sein." Viel Natur und Wald seien in die Komposition eingegangen und durch Trommelrhythmus und tiefes Blech dargestellt. Die Stellen, an denen es "chaotisch" wirkt, symbolisieren die Verästelungen der Bäume. Dissonante Klänge, ließ der Komponist wissen, weisen auf eine Stadt hin, die nicht immer homogen ist und in der unterschiedliche Individuen leben, die mit dem Ort verwurzelt sind.

Abruptes Ende überrascht

Anton Lottner fügte hinzu, dass das Stück eine besondere Herausforderung sei und viele Proben in Anspruch genommen habe. Mit voller Konzentration wurde das "Wurzelwerk" schließlich aufgeführt, an dessen abruptem Ende sich das Publikum zunächst nicht klatschen traute, da man dachte, es würde noch ein fulminantes Finale kommen.

Zur Übergabe der Partitur wurde Bürgermeister Martin Birner auf die Bühne geholt. Er sprach ebenfalls von einem anspruchsvollen Stück, das einen tollen Auftakt zur 1000-Jahr-Feier bilde. Die musikalische Kraft und die Präzision, mit der die Stadtkapelle das Werk dargeboten habe, verkörpere die Mächtigkeit der Stadt. "Ihr habt alles gegeben", lobte das Stadtoberhaupt. Damit die Wurzeln nicht nur äußerlich wirken, sondern auch von innen, erhielt der Komponist von der Stadtkapelle eine Flasche Bärwurz.
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