21.02.2018 - 15:36 Uhr
Neunburg vorm Wald

Festspiel "Vom Hussenkrieg" steht vor Neubeginn Neue Ordnung auf der Bühne

Auf der Bühne herrscht noch Winterruhe, doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die 36. Festspielsaison auf Hochtouren. Die Neuinszenierung des "Hussenkrieg" wird dem Ensemble eine spannende Probenzeit bereiten. Vorsitzender Helmut Mardanow fühlt sich an die Anfänge erinnert.

In dieser Szene des Festspiels "Vom Hussenkrieg" debattieren die Stadträte anno 1433 über den schlecht beschickten Wochenmarkt. Die Neuinszenierung im 36. Theaterjahr soll die Gesamthandlung verdichten und noch mehr Spannung erzeugen. Im Vorfeld der Saison 2018 werden auch neue Mitwirkende auf der Burghof-Bühne gesucht, unter anderem eben als Darsteller im "Rat der Stadt". Bilder: Mardanow (2)
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

"Es ist fast wie vor 35 Jahren", erklärt der Vorsitzende des Festspielvereins im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Nach zwei Jahrzehnten der "Ära Nikol Putz" markiert der Wechsel zu Regisseur Cornelius Gohlke einen Neubeginn für das Volksschauspiel. Eine überarbeitete Textfassung liegt mittlerweile vor, "ich bin richtig gespannt auf die neue Inszenierung", bekennt Helmut Mardanow und zieht Parallelen zum allerersten Festspieljahr 1983: "Auch damals kannten wir nur den Text und haben erst während der Proben den Ablauf des Stücks erfahren."

Ohne "Schlachtentuch"

Zwar wird der Festspiel-Vorsitzende heuer nicht mehr in der Rolle des Hussit "Milos" auf der Bühne stehen, "doch ich freue mich auf die Probenarbeit mit Cornelius Gohlke". Dessen Regie werde sich auf die "Hussenkrieg"-Urfassung von Autor Peter Klewitz besinnen. Wie bereits berichtet, sollen einige textliche Straffungen für mehr Spannung sorgen, zusätzlich soll das Tempo der Inszenierung gesteigert werden. Weitere Änderungen betreffen den szenischen Ablauf - das vierte Bild, in dem die Hussiten bei Hiltersried ihre Wagenburg errichten, wird durch das dritte Bild (Oberpfälzer Heer sammelt sich auf der Schwarzenburg) getauscht. Auch das Bühnenbild wird überarbeitet: Die Wappen im Hintergrund und das große "Schlachtentuch" haben ausgedient.

Die neue Form des Stücks werde auch die Darsteller und Mitwirkenden fordern: "Wir werden heuer wohl länger, intensiver und konzentrierter proben", blickt Helmut Mardanow voraus. Er ist dabei zuversichtlich: "Wenn das ganze Ensemble mit Begeisterung und neuem Schwung dabei ist, werden wir wieder eine künstlerisch hochwertige Vorstellung auf die Bühne bringen." So soll unter anderem versucht werden, verantwortliche Rollen mit jüngeren Spielern zu besetzen.

Erste Grundzüge der künftigen Inszenierung eröffnete Regisseur Gohlke auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. So soll der Erzähler künftig stärker in die Szenen integriert und auch die Musik eine noch größere Rolle spielen. Ein verstärktes Augenmerk gelte den Einzelschicksalen der herausragenden Protagonisten im Spiel. "Insgesamt wird die Inszenierung durch einen neuen dramaturgischen Ansatz sowie durch Streichungen temporeicher", so Gohlke.

Proben ab März

Mit den Proben der neuen Szenen und mit den neuen Darstellern möchte der Regisseur bereits Anfang März beginnen. Nach Absprache mit den Beteiligten sollen diese bis Ende April stattfinden. Als weitere Proben-Tage - für die "Massen-Szenen" und Durchläufe - stehen der 11./12., 18./19. Mai sowie 1./2., 8./9., 15./16. sowie 22., 24. und 27. Juni im Kalender. Die Generalprobe ist für 29. Juni vorgesehen, zur Premiere wird sich am 30. Juni der Vorhang heben. Weitere Vorstellungen sind am 6., 7., 20., 21. und 27. Juli sowie am 3. und 4. August.

Neue Mitwirkende für diesen "Hussenkrieg 2.0" möchte der Festspielverein mit einem Schnuppertag an diesem Sonntag, 25. Februar, gewinnen. Von 14 bis 17 Uhr sind im alten Landratsamt im Burghof alle Interessierten - egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene - willkommen, sich über das Stück zu informieren. Für die Neuinszenierung sind unter anderem einige Sprechrollen neu zu besetzen (siehe Info-Element). Auch Regisseur Cornelius Gohlke wird dabei anwesend sein, zusätzlich wird den Gästen ein umfassender Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Infos vorab bei Festspiel-Vorsitzendem Helmut Mardanow unter Telefon 09672/1800 oder auch per E-Mail unter festspielverein-nen[at]gmx[dot]de sowie bei örtlichem Spielleiter Hans-Werner Habel, Telefon 09672/2272.

Auch 1983 kannten wir nur den Text und haben erst während der Proben den Ablauf des Stücks erfahren.Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins

Besetzungskarussell

Eine ganze Reihe an Neubesetzungen werden im Vorfeld der 36. Festspielsaison nötig: Unter anderen in den markanten Rollen von Pfalzgraf Johann und Pfalzgräfin Beatrix, nachdem die bisherigen Darsteller Peter Pauly und Beate Seifert nicht mehr zur Verfügung stehen. Wie Regisseur Cornelius Gohlke mitteilte, entfällt zusätzlich die Rolle "Margarete die Ältere". Verändern wird sich die Rolle der "Lisbeth": Bisher als junges Mädchen dargestellt, soll sie künftig als junge Mutter mit zwei Kindern verkörpert werden. Deren Darsteller sollten, so der Regisseur, 8 bis 12 Jahre alt sein. Auch die Szene der tschechischen Eltern wird um ein Mädchen und einen Jungen - Alter zwischen 15 und 19 Jahre - erweitert. (mp)

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.