Harry G. begeistert mit neuem Programm "Harry die Ehre"
Mit Blasmusik ins "Bavarian Nirwana"

Als Kult-Grantler nahm Harry G. aktuelle Themen wie Selfies, Brunch, Smartphones und Whatsapp-Gruppen aufs Korn. Bild: weu
Kultur
Neunburg vorm Wald
20.03.2017
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Seine Auftritte sind erfrischend bissig, er seziert als bayrischer Kult-Grantler die Eigenheiten seines Umfeldes und dessen Lebewesen. Harry G. gilt als Comedy-Senkrechtstarter und mischt die Kabarettszene auf.

Dies zeigte Harry G, der eigentlich Markus Stoll heißt, in der ausverkauften Schwarzachtalhalle auch bei seinem neuen Programm "Harry die Ehre". Nachdem er als zeitgemäßer Botschafter bayerischer Lebensart mit seinem ersten Bühnenprogramm "Leben mit dem Isarpreiß" großartige Erfolge - unter anderem auch in Neunburg - feiern konnte, folgte nun die Fortsetzung. Ohne Rücksicht auf Verluste schilderte er dabei seine eigene Sicht auf die Dinge und hielt dem begeisterten Publikum immer wieder den Spiegel vor.

Während die Stadt Duisburg als "asoziales Loch" für Verbalattacken herhalten musste, kam Bayern besser weg: "Der Bayer hat einen Schwollschädel, da hat mehr Gehirn Platz." Und hierzulande heiße "The Bavarian way of success" schlichtweg "nur nicht hudeln". Mit sechs Halbe und einer Blaskapelle erreiche man das "Bavarian Nirwana", wenn man nicht von Computer oder Facebook gestört werde. Das Publikum bog sich vor Lachen, als Harry G den Umgang seiner "Mama" mit dem Smartphone in allen Einzelheiten beschrieb und vormachte. "Mama schreit ins Handy, wenn sie kein Netz hat, und glaubt, du hörst es", oder "sie drückt nicht auf die farbigen Tasten, weil man das beim Bildschirm des Fernsehers auch nicht macht". Whatsapp-Gruppen wurden ebenso unter Beschuss genommen wie Single-Männer, "die schon mal 'ne Dusche auslassen, wenn die Schmetterlinge im Bauch allmählich zu Kellerasseln werden".

Unter "Dauerbeschuss" standen die Maria, der Klaus und der Stefan, die in den vorderen Reihen saßen. Aus jeder sich bietenden Situation schnappte sich Harry G. Themen heraus, um sie auf der Bühne zu zerlegen ("Maria, du lachst wie ein Polo, der nicht anspringt"). Ironisch und hintergründig stellte er die Vorgehensweise bei "Selfies" dar: "Der Mann trinkt fünf Halbe, fährt über die rote Ampel und bekommt ein Foto. Die Frau entwickelt erst ein Konzept und macht dann ein Shooting."

Ob es ums Radfahren in München geht ("Der Fußgänger ist ein eingeplanter Kollateralschaden") oder ums Training im Fitnessclub ("Früher zahlten wir dafür zehn Mark im Jahr im Turnverein"), um den Ernährungswahn mit Smoothies oder die Detox-Kur - Harry G. legte seine Sichtweise so urkomisch dar, dass die Zuschauer aus dem Lachen nicht mehr herauskamen und am Ende der zweistündigen Show viel Beifall spendeten.
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