"Hussenkrieg"-Ensemble läutet Probenphase ein
Mit Schlacht in Mega-Zeitlupe

Die neuen Mitwirkenden im "Hussenkrieg"-Festspiel sind beim Ensembletreffen durch Vorsitzenden Helmut Mardanow (Zweiter von links) und Regisseur Cornelius Gohlke (hinten, Mitte) begrüßt worden. Bild: Mardanow
Kultur
Neunburg vorm Wald
09.04.2018
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Der 36. Festspielsommer nimmt Fahrt auf: Das erste Ensemble-Treffen leitet die Probenphase für die "Hussenkrieg"-Neuinszenierung ein. Sämtliche Rollen sind besetzt, und die Eindrücke von Regisseur Cornelius Gohlke über die Darsteller sind bereits "sehr erfreulich".

Vor knapp 100 Mitwirkenden erläuterte der neue Festspiel-Regisseur im Gasthof Sporrer die Grundzüge des "Hussenkrieg 2.0". Unter anderem gliedert sich das Stück nicht mehr in 5 Bilder wie bisher, sondern in 16 Szenen. Auch der Ablauf wird sich ändern, beispielsweise treten die Hussiten deutlich früher im Spiel auf. Während der Probe werde sich die neue Einteilung bald einspielen, ist sich Gohlke sicher.

Kämpfe choreografieren

Eine erhebliche Neuinszenierung soll die Schlachten-Szene - das bisherige fünfte Bild - erfahren. Die einzelnen Zweikämpfe sollen "in Mega-Zeitlupe" (Gohlke) stattfinden, der Regisseur erwartet sich davon "einen großen Effekt". An der Schlacht sollen "so ziemlich alle, die eine Waffe halten können" teilnehmen, für die Choreographie der verschiedenen Duelle setzt Gohlke auf die Unterstützung der erfahrenen "Kämpfer" im Ensemble.

Bei Vorab-Proben in den vergangenen Wochen erhielten die Neu- und Umbesetzungen bereits einen Einblick ins neue Textbuch. "Das war schon sehr erfreulich", schildert Gohlke seine ersten Eindrücke, teilweise seien schon "erstaunliche Schritte" zu verzeichnen gewesen. Die Neuinszenierung sei vor allem urheberrechtlichen Gründen geschuldet, führte der Regisseur aus. Davon unbenommen bleibt beispielsweise die Ratsszene - das bisherige 1. Bild, neu: Szene 3. Auch in den Massenszenen würden nur "kleinere Eingriffe" nötig sein.

Neu in Szene gesetzt wird das bisherige Liebespaar Michl und Lisbeth: Sie werden als Ehepaar mit zwei Kindern gezeigt, außerdem lernt das Publikum die Familie eines gefallenen Hussiten kennen. In diesen Handlungssträngen sollen die unterschiedlichen Sichtweisen auf Krieg und bewaffnete Konflikte zum Ausdruck kommen. "Ziel ist es, zu zeigen was Bauern und Bürgerliche über den Krieg denken", verdeutlicht Gohlke. Die Rolle des Erzählers werden sich fünf Mitwirkende teilen.

Vorfreude auf Probenarbeit

Der Rotstift angesetzt wurde beim bisherigen Streit der beiden Geistlichen Mockel und Schmaltzhaffen. Diese Textpassagen werden auf Darsteller von Bürgern und Bauern verteilt. Der Regisseur zielt damit auf einen Wechsel im Spielrhythmus ab, mit der die Inszenierung für das Publikum spannend und unterhaltsam bleiben soll. Abschließend bekannte er, sich "narrisch" auf die Probenarbeit mit dem Ensemble zu freuen.

Stolz war Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, dass bei dieser Zusammenkunft bereits alle Rollen besetzt sind. Neu im Ensemble hieß er Nadine und Vanessa Scheuerer, Stefan Lindner, Lena Glöckl, Oliver Cielik, Leon Beckmann und Jürgen Hoffmann willkommen. Er wies auf verschiedene Werbeauftritte und Festteilnahmen des Ensembles hin: 10. Mai Theatertag des Landkreises in Neusath-Perschen, 27. Mai Festzug "800 Jahre Thanstein", 10. Juni Bogener Rautentage.

Örtlicher Spielleiter Hans-Werner Habel hat im 36. Festspielsommer insgesamt 25 Personen mit neuen Rollen verzeichnet. Den Darstellern und Mitwirkenden erläuterte er, dass der Probenplan (erstes Probenwochenende ist der 11./12. Mai) so koordiniert sei, dass der bisherige Ablauf bei den Szenenproben am Freitag und Samstag unverändert bleibt.

NeubesetzungenPfalzgraf Johann: Michael Hellmuth; Pfalzgräfin Beatrix: Silke Biegerl; Hindschi Pflug: Dominik Jobst; Georg Heyraus: Manuel Winkler; Kaplan Schmaltzhaffen: Alexander Malterer; Bürgermeister: Peter Pauly; Milos: Matthias Eckel-Binder; Christoph: Jonathan Binder; Stadtrat Zwick: Jürgen Hoffmann; Lisbeth: Stefanie Haslbauer/Manuela Hellmuth. (mp)
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