22.03.2018 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm Wald

"I Dolce Signori" begeistern mit "Azurro" Revue voller Hits und ganz viel Dolce Vita

Südländisches Temperament, Sonne und leidenschaftliche "Amore": Das sind die Zutaten für die musikalische Revue "Azzurro". Die Zuschauer in der Schwarzachtalhalle werden fast drei Stunden nach Italien entführt.

Sechs exzellente Musiker und zwei fantastische Schauspieler bereiteten dem Publikum in der Schwarzachtalhalle mit der Revue "Azzurro" einen mitreißenden und vergnüglichen Abend. Bilder: weu (2)
von Udo WeißProfil

Zusammen mit Regisseur Stefan Tilch, Intendant des Landestheaters Oberpfalz, und Dramaturgin Dana Dessau hat die Italo-Pop-Band "I Dolci Signori" eine überaus unterhaltsame Musikkomödie auf die Bühne gestellt. Hits und Ohrwürmer bestimmten den Abend und verbreiten Urlaubsfeeling bei den Zuschauern; dargeboten von "I Dolci Signori", der bekanntesten und erfolgreichsten Italo-Pop-Band Deutschlands.

Zwei technisch hervorragende Gitarristen, Richie Necker alias Ricardo Belli und Gianni Carrera sowie Bernd Meyer, ein sensationeller Pianist und Keyboarder, gaben mit ihren Soli und Einspielungen den perfekten Sound vor. Den rhythmischen Teppich legten - immer im Hintergrund bleibend, aber selbstbewusst - der studierte Bassist Uli Zrenner-Wolkenstein und Michael Thomas am Schlagzeug. Frontmann Rocky Verardo, der Kleinste mit der größten Stimme, bewies als Sänger und Schauspieler seine außerordentlichen Qualitäten.

Der Inhalt des Stücks wurde um die sagenhafte Playlist der Band herum konstruiert. Rocky Verardo, der wirklich in Salento im tiefsten Süden Italiens aufgewachsen ist, erzählt eigentlich seine eigene Geschichte, denn auch er entschied sich 2000, nach Deutschland zu gehen, um sein Glück zu finden. Auch im Stück sitzt Rocky im tiefen Süditalien und ist enttäuscht. Seine Jugendliebe Gloria, natürlich mit dem Superhit "Gloria" von Umberto Tozzi in Szene gesetzt, soll in Amerika heiraten. Um dies zu verhindern, braucht er 20 000 Euro.

Da erinnert sich der Großvater an die goldenen Jahre, als man in Gelsenkirchen mit Steinkohle Geld verdienen konnte. Also bricht Rocky mit seiner Vespa auf, nicht ohne sich von seiner "Mama" zu verabschieden, die Tausendsassa Johann Anzensberger vom Landestheater Niederbayern hinreißend spielt. Auch als überkorrekte deutsche Krankenschwester und als schmieriger Konzertmanager wirbelt er über die Bühne. Rocky trifft auf seiner Reise die deutsche Touristin Frauke, die einen Zwang zu "Heino-Liedern" hat. Sie wird von Alisca Baumann, ebenfalls Landestheater Niederbayern, herzerfrischend, quirlig und liebenswürdig dargestellt. Bemerkenswert, dass die sechs exzellenten Musiker auch als Schauspieler glänzen.

Nach einer unendlichen Odyssee landen die Freunde in Gelsenkirchen, und die Reise endet in einer fulminanten Show mit Hits wie "Azzurro", "Senza una donna", "Adesso tu" und einem Liebes-Happy-End. Die "Dolci Signori" explodierten im Finale regelrecht, und die Musiker und die zwei Schauspieler, die das Ensemble kongenial ergänzten, zogen noch einmal alle Register ihres Könnens und rissen das Publikum von den Sitzen. Alle klatschten und sangen begeistert mit und wurden mit Zugaben belohnt.

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