Komponist Christof Weiß bringt Hintergrund mit
Blasmusik im Blut

Komponist Christof Weiß (links) genießt die Herausforderung, sich auf die Neunburger Stadtkapelle und ihr Können einzulassen. Anton Lottner (rechts) wird bei der Uraufführung am 25. Dezember dirigieren. Bild: hfz
Kultur
Neunburg vorm Wald
16.12.2016
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Komponist Christof Weiß hat für seinen Auftrag aus Neunburg nicht nur viel Vorwissen mitgebracht, sondern auch recherchiert. Im Interview verrät er, wie sein "Wurzelwerk" zum 1000-Jährigen der Stadt zustande kam.

Haben Sie selbst auch Wurzeln in Neunburg?

Nicht direkt, aber ich bin in der mittleren Oberpfalz, in Hahnbach aufgewachsen und habe schon einmal vor Jahren in der Stadtkapelle als Schlagzeuger ausgeholfen.

Was haben Sie als moderner Komponist und Vertreter der Klassik mit Blasmusik am Hut?

Auch meine persönlichen Wurzeln liegen im Bereich Blasmusik. Meine Großmutter kommt aus dem Sudetenland, der Uropa hat für Blasmusik arrangiert und komponiert. Und meine ersten musikalischen Schritte habe ich am Schlagzeug für die Hahnbacher Marktbläser gemacht.

Schafft die Neunburger Stadtkapelle so ein symphonisches Klanggemälde, das ja weit anspruchsvoller ist als Marsch oder Polka?

Die Stadtkapelle ist ein sehr fittes Orchester, top besetzt mit vielen speziellen Instrumenten wie Fagott und Oboe - Klangfarben, die im ländlichen Raum eher selten anzutreffen sind. Auf diese Besetzung ist meine Komposition auch zugeschnitten, obwohl sie durchaus an der Oberkante des technisch Spielbaren rangiert. Immerhin weiß ich, wie ein Blasmusik-Orchester tickt.

Wie läuft das mit den musikalischen Einfällen für so ein Werk?

Ich kannte ja Neunburg bereits, aber ich habe mich noch ausführlich über die Stadtchronik informiert, habe alles aufgesaugt und dann sacken lassen. Was dann hängen blieb, war die Idee, es auf einer Meta-Ebene zu versuchen, über Assoziationen wie Wurzeln und Heimatgefühle, Baum und Wald. Am Klavier sitze ich erst später, davor kommt das Brainstorming. Da tut dann auch mal ein Tapetenwechsel gut. Wenn am Schreibtisch nichts vorangeht, gehe ich raus in die Natur.

Was fühlt der Komponist bei der Uraufführung?

Im Grunde ist man schlimmer nervös, als wenn man selber auf der Bühne steht, und man kann rein gar nichts mehr tun. Die Leitung hat der Dirigent, das Spielen übernehmen die Musiker. Aber ich habe ein gutes Gefühl. Denn das Adrenalin beim Konzert gibt der Musik noch ein paar Prozent obendrauf, das wirkt besonders bei Laien.

Zum Weiterlesen: Uraufführung beim Weihnachtskonzert der Stadtkapelle
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