17.09.2017 - 11:40 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

"Nacht der offenen Kirchen" ermöglicht überraschende Einblicke Gottes Haus neu entdecken

Die Begegnung der Menschen untereinander mit der Begegnung mit Gott zu verbinden war das Ziel der "Nacht der offenen Kirchen". In Musik, Wort, Bild, Gebet und Meditation machten viele Teilnehmer überraschende Erfahrungen.

Auf großes Interesse bei der "Nacht der offenen Kirchen" stieß der "Engel-Spaziergang". Dabei schärfte Otto Reimer (Mitte) den Blick für die zahlreichen Engel-Darstellungen in der Neunburger Stadtpfarrkirche Sankt Josef. Bilder: lg (3)
von Georg LangProfil

Engel als Reliefs über dem Haupteingang der Pfarrkirche Sankt Josef, als Figuren im Altarraum, in den modernen Glasfenstern und in einer gotischen Wandmalerei stellte Otto Reimer am Freitag in der "Nacht der offenen Kirchen" vor. Dies war aber nur ein Programmpunkt dieser bemerkenswerten ökumenischen Begegnungsveranstaltung, die von Gebet, Meditation, Musik, Kunst und Stille geprägt war. Letzterer war vor allem die geheimnisvoll illuminierte Friedhofskirche gewidmet, die ansonsten nicht zugänglich ist. Die Besucher durften einen Troststein eigener Wahl mit nach Hause nehmen.

Glockenklang abgestimmt

Mit einem ökumenischen Gebet und Segen eröffneten die Pfarrer Gerhard Beck und Stefan Wagner in der evangelischen Versöhnungskirche die beeindruckende abendfüllende Veranstaltung. Die Besucher wurden vor der Kirche mit Trommel (Pfarrer Stefan Wagner) und Fanfaren begrüßt, während die Glocken läuteten. Beim Gießen der evangelischen Kirchenglocken wurde auf die klangliche Abstimmung mit den Glocken der katholischen Kirchen geachtet, wusste Pfarrer Gerhard Beck zu berichten. In der Kirche eröffnete Bezirkskantor Aurel von Bismarck aus Zwiesel die Feier. "Von Neunburg bis Zwiesel erstreckt sich unser Dekanat", informierte Pfarrer Beck.

"Gottes Haus neu entdecken!", lautete das Thema der Eingangsveranstaltung, wobei die Begegnung mit Gott auf vielfältige Weise erfolgen könne: in der Musik, der Stille, dem Hören des Gotteswortes, im Gebet oder der Feier der Eucharistie. Nachdem Pastoralreferentin Susanne Albang das Gesamtprogramm vorgestellt hatte, trugen verschiedene Besucher ihre Lieblingsstellen aus der Bibel vor, beispielsweise "Der Herr ist mein Hirte" (Psalm 23) von Herma Bullemer oder "Alles hat seine Stunde" (Buch Kohelet) von Zweiter Bürgermeisterin Margit Reichl.

In der Pfarrkirche Sankt Josef folgte nahtlos Otto Reimers "Engel-Spaziergang", an dem sich viele Besucher beteiligten. Die kurzweilige Führung offenbarte zahlreiche Engelsmotive, von denen manche als Figuren sehr präsent erscheinen, andere aber versteckt in Kunstwerken sind, wie etwa in einem gotischen Wandgemälde am Aufgang zur Empore. Otto Reimer schärfte den Blick für diese Darstellungen, lieferte aber auch Hintergrundinformationen zu den Engeln, die seit einigen Jahren in der Esoterik-Bewegung einen neuen Boom erleben. Zu bedenken gab er aber, dass auch heutige Menschen in ihrem Umgang mit Mitmenschen zu Engeln werden können.

Nachdenken und zuhören

Bei der "staaden Stund" mit der Neunburger Stubenmusi gab es in der Klosterkirche Musik und Texte zum Nachdenken und Schmunzeln. Die Parabel mit den Nägeln im Zaun, die dort "Narben" hinterlassen, ist übertragbar auf das menschliche Zusammenleben, wo Fehlverhalten auch nicht ohne nachteilige Folgen bleibt. Dass Musik auch zur Begegnung mit Gott führen kann, wurde bei weiteren Beiträgen offenkundig, etwa bei den festlichen Bläserklängen der Stadtkapelle, bei den Taizé-Liedern des Kirchenchors, beim Harfenspiel von Veronika Miller-Wabra in der Jakobskirche oder beim Orgelspiel zur Nacht von Matthias-Eckel-Binder in der Versöhnungskirche.

Wichtig in der Begegnung der Menschen waren auch Essen und Trinken. Dass diese Rahmenbedingungen passten, dafür sorgten in den verschiedenen Kirchen der Frauenbund, die Kolpingfamilie, der KAB-Ortsverband und der Förderverein der Städtischen Musikschule.

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