Schneewittchen-Inszenierung von Ovigo begeistert Publikum
"Hey Zwerge, hey Zwerge ho"

In die Welt von Grimms Märchen entführte das Theater-Ensemble Ovigo mit seinem Stück "Schneewittchen". Vor allem die kleinen Zwergen-Darsteller eroberten auf Anhieb die Herzen der Zuschauer. Bild: weu
Kultur
Neunburg vorm Wald
08.12.2016
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Mit der Aufführung von "Schneewittchen" hat die Ovigo-Theatergruppe einen Trumpf gezogen. Eine furchterregende Stiefmutter, ein liebes Schneewittchen, niedliche Zwerge und ein motiviertes Team sorgten für einen vollen Erfolg.

Das bestätigten auch Landrat Thomas Ebeling und MdB Klaus Holmeier, der mit seinen Enkeln die Aufführung in der Schwarzachtalhalle besuchte. Auch Bürgermeister Martin Birner war voll begeistert von der Umsetzung des Grimmschen Märchens.

"Es war einmal", begann der Erzähler (Klaus Habl) und schilderte, wie Schneewittchens Mutter gestorben war und die böse Stiefmutter einzog. "Ei, wie bin ich schön!", sagte diese immer zu sich und holte Bestätigung beim "Spiegel", der von Dr. Florian Waldherr, dargestellt wurde. Mit seiner Bekleidung, dem ausdrucksstarken Haarschmuck, der gebückten Haltung im Hintergrund eines Spiegels und seinem exzellenten Spiel wurde er zu einer tragenden Figur.

Jäger plagt das Gewissen

Nicht minder begabt die "böse Stiefmutter", in Vollendung von Barbara Kiessling verkörpert. Sie verstand es, von Schönheitswahn und Herrschsucht besessen, Kinder wie Erwachsene in ihren Bann zu ziehen und stellte das Böse in persona dar. Ihr Befehl an den Jäger, Schneewittchen (Lisamarie Berger), zu töten, löste bei diesem Gewissenskonflikte aus. Schließlich wurde das schöne Kind vom Jäger (Andreas Dietl) und der unterwürfigen Hofdame (Rita Szakonyi) in ein Verlies gesperrt. Schneewittchens verstorbene Mutter (Jacqueline Hötzel) erschien in Abständen, um ihre Tochter vor Bösem zu schützen. Vom Jäger im Wald ausgesetzt, traf Schneewittchen auf Greta (Maria Wabra), die durch ihren frischen, unerschrockenen Auftritt zum guten Kumpel wurde. Die Herzen der Zuschauer eroberten die sieben Zwerge. Mit der Tuba, die Zwerg Rumpelbold (Ramona Krämer) spielte, zogen die niedlichen Kleinen mit lautem "Hey Zwerge, hey Zwerge, hey Zwerge ho" und rhythmischen Schritten durch den Saal bis zur Bühne, wo eine authentische Wohnung im Kleinformat eingerichtet war.

Die Einbeziehung von Kindern als Zwerge hat dem Stück einen besonderen Charme verliehen und sprach Kinder wie Erwachsene gleichermaßen an. Immer, wenn die Zwerge Klaps (Leopold Waldherr), Tröpfchen (Annika Gitter), Purzel (Thomas Niebauer), Naseweis (Liselotte Waldherr), Wurzel (Lena Ruhland) und Bimbam (Eva Schönberger) auf die Bühne traten, hatte man das Gefühl, die Sonne würde aufgehen.

Getrübt wurde die Stimmung durch die böse Stiefmutter, die immer wieder ihren Spiegel nach der Schönsten im Lande befragte, und als Antwort bekam: "Ihr seid die Schönste, aber Schneewittchen hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen ist tausendmal schöner als ihr." Also machte sie sich dreimal auf den langen Weg zu Schneewittchen. Beim dritten Anlauf schien sie Erfolg zu haben. Aber mit Hilfe der Zwerge und des Prinzen (Johannes Rahm) wendete sich alles zum Guten.

Premiere für Regisseurin

Für Regisseurin Julia Ruhland war das von Ovigo-Leiter Florian Wein bearbeitete Stück ein voller Erfolg. Erstmals als führende Regisseurin (unterstützt von Sophia Zimmermann) für die gesamte Aufführung verantwortlich zu sein, ist ihr hervorragend gelungen. Zum Erfolg des Stücken trugen auch hinter den Kulissen Sandro Bauer (Technik), Daniela Uschold und Sabrina Senft (Maske) und Regina Mühlberger (Gesangscoaching) sowie Julia Ruhland und Wolfgang Pöhlmann durch das Bühnenbild bei.
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