Seit 1983 wird Neunburg durch sein Festspiel geprägt und bereichert
Von der Utopie zur Kultur-Säule

Beim Festakt "35 Jahre Hussenkrieg" zeichneten Stadt und Neunburg knapp 40 Mitwirkende für ihr Engagement beim Festspiel aus. 15 Personen sind seit der ersten Aufführung 1983 jeden Sommer mit dabei. Die weiteren Geehrten bringen sich seit 25, 20, 15, 10 und 5 Jahren auf und neben der Bühne ein. Bilder: Mardanow (3)
Kultur
Neunburg vorm Wald
03.07.2017
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"Das Festspiel (. . .) stärkt durch seine Erfolgsgeschichte das kulturelle und künstlerische Selbstbewusstsein in unserer Stadt und das Ansehen Neunburgs als Kulturzentrum der Region", sagte Festredner Dr. Richard Wagner.

Der einst gehegte Festspiel-Traum wird seit 1983 jeden Sommer aufs Neue wahr. Ein Festakt im Burghof läutete am Sonntag die 35. Saison des Stücks "Vom Hussenkrieg" ein. Für den Festredner ist das Neunburger Spiel viel mehr als nur ein Theaterstück.

Nicht nur Mitglieder von "Hussenkrieg"-Ensemble und Festspielverein, auch zahlreiche Ehrengäste hatten auf der neu überdachten Tribüne Platz genommen. In einer launigen Begrüßung hießen Bürgermeister Martin Birner und Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, die Repräsentanten aus dem öffentlichen Leben willkommen.

Tiefgang und Niveau

Für die Riege der Ehrenschirmherrn ergriff Landrat Thomas Ebeling, Festspiel-Patron im Vorjahr, das Wort. Er bekannte, dass der "Hussenkrieg" für ihn "etwas ganz Besonderes" sei. Ebeling würdigte die professionelle Inszenierung, den Tiefgang der Geschichte und das hohe Niveau der Darsteller. "Hoffentlich können wir das noch oft genießen."

Als Festredner trat Stadtrat Richard Wagner, Festspiel-Schirmherr im Jahr 2013 und seit Jahren mit dem "Hussenkrieg" verbunden, ans Rednerpult. Er gratulierte zunächst jenen Visionären, die vor fast 40 Jahren den Traum eines Neunburger Festspiels verwirklichten, dankte den Mitwirkenden, die den "Hussenkrieg" zu einem Höhepunkt im Festspielsommer entwickelten und beglückwünschte die Stadt, die durch das Stück bereichert worden sei.

Zu neuer Identität

Doch die ersten Festspiel-Pläne seien als "Tagträumerei" belächelt, als "Größenwahn" abgestempelt und als "Utopie" abgetan worden, erinnerte Wagner. Dass der heimatkundliche Arbeitskreis um Theo Männer schließlich Stadtverwaltung und Stadtrat für seine Idee begeistern konnte, sei auch dem Umstand geschuldet gewesen, dass Neunburg nach dem Zentralitätsverlust durch die Gebietsreform 1972 um eine neue Identität bemüht war. Dafür sollte das Festspiel die Weichen stellen, dem mit viel Einsatz und Idealismus die Bühne bereitet wurde.

Die mittlerweile 35-jährige Erfolgsgeschichte des "Hussenkrieg" sei der Professionalität und dem ausgeprägten Teamgeist im Ensemble zu verdanken. Wagner dankte den bisherigen drei Regisseuren Detlef Meierjohann, Werner Kusch und Nikol Putz. Er würdigte aber auch den Einsatz des Festspielvereins, der die Theaterbegeisterung in Ensemble hegt und pflegt.

Zusammenfassend stand für Richard Wagner steht fest, dass Neunburg durch das Festspiel geprägt und bereichert wurde. Es sei wesentliches Element des Stadtmarketings und "tragende Säule der Kulturstadt". Seine Erfolgsgeschichte stärke das kulturelle und künstlerische Selbstbewusstsein vor Ort. Wagner nannte den "Hussenkrieg" ein besonderes Beispiel für gelebte, regionale Identität. Der Stadt beschere das Stück einen Zugewinn als attraktiver Wohn- und Lebensort. Abschließend bat er alle Anwesenden, die Zukunft Neunburgs als Festspielstadt weiter aktiv zu gestalten.

Segen fürs Tribünendach

Bürgermeister Martin Birner war es ein Anliegen, den Mitwirkenden für ihre Festspiel-Leidenschaft über 35 Jahre zu danken. Er richtete den Blick auf das neue Tribünendach, mit dem die Akustik deutlich besser geworden sei. Er sei froh, dass die Konstruktion termingerecht fertiggestellt wurde und würdigte das Zusammenspiel aller Beteiligten. Im Anschluss erteilten der katholische Stadtpfarrer Stefan Wagner und der evangelische Geistliche Gerhard Beck dem Dach den kirchlichen Segen.

Festspiel-Vorsitzender Mardanow wies darauf hin, dass dem "Hussenkrieg"-Ensemble heuer 157 Personen angehören, davon stehen 136 auf der Bühne. Die Mitwirkenden kommen nicht nur aus Neunburg, sondern aus einem weiten Umkreis - aus Altendorf, Bruck, Kulz, Miltach, Oberviechtach, Schönsee, Schwandorf, Zangenstein, Wackersdorf und sogar aus Mexiko und Syrien. Für die musikalische Gestaltung des Festakts sorgte die historische Musikgruppe "Benedictus" aus Pilsen.

Das Festspiel (. . .) stärkt durch seine Erfolgsgeschichte das kulturelle und künstlerische Selbstbewusstsein in unserer Stadt und das Ansehen Neunburgs als Kulturzentrum der Region.Festredner Dr. Richard Wagner


Langjährige MitwirkendeStadt und Festspielverein haben langjähriger Ensemble-Mitglieder des "Hussenkrieg" ausgezeichnet.

35 Jahre: Gerda Braun Beikler, Manfred Gräßl, Hans-Werner Habel, Norbert Jonas, Stephan Jonas, Beate Mardanow, Helmut Mardanow, Gisela Pauly, Peter Pauly, Josefine Sauerer, Bruno Spitzhirn, Hans Vetter, Zimmermann Robert senior, Zimmermann Robert junior. Auch der Festspiel-Gründer und langjährige Vereinsvorsitzende Theo Männer erhielt eine Auszeichnung.

25 Jahre: Jessica Binder, Wolfgang Gräßl, Richard Kozlowski, Georg Schmid, Tobias Vetter, Andreas Vitzthum.

20 Jahre: Dominik Jobst, Richard Jobst, Monika Ruider

15 Jahre: Horsta Duscher, Margit Köppl, Martina Prechtl, Franz-Josef Süß, Marianne Vetter, Tanja Zenger.

10 Jahre: Christina Spitzer, Tanja Weiß

5 Jahre: Gisela Ackermann, Helmut, Kevin und Silke Biegerl, Hannah Binder, Magdalena Herrmann, Edmund Krämer, Maximilian Rauch, Clara und Maren Sänger, Lara Zisler. (mp)
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