Weihnachtskabarett mit Fest-Dinner garniert
Würdiges Kunstherbst-Finale

Die Regensburger Kabarettisten Martin Kubetz und Silke Heimann betrachteten des Deutschen liebstes Fest auf satirische Weise. Bilder: weu (2)
Kultur
Neunburg vorm Wald
13.12.2016
42
0

Unter dem Titel "Das X-Maß ist voll" nahmen die Regensburger Kabarettisten Martin Kubetz und Silke Heimann die Klischees des "irrsten Festes der Deutschen" aufs Korn. Dazu servierte das Team des Restaurants "Esszimmer" ein "Fest-Dinner der Unverdorbenen".

"Man nehme die Kunst des Kochens, gebe die Kunst des Theaters und der Musik dazu, würze mit einer großen Prise Satire und untermenge eine Portion Humor und Geselligkeit." Mit diesen Worten stimmte Beate Seifert, Vorsitzende des Kunstvereins "Unverdorben", die Gäste im Foyer der Schwarzachtalhalle auf den Abschlussabend des Kunstherbstes ein. Die Veranstaltung verband Kabarett und festliches Dinner.

Dass Kabarett auch mit Weihnachten zu tun haben kann, bewiesen die beiden Akteure. Gleich zu Beginn des zweigeteilten Programms wurde Santa Claus vom Schuss aus einem Trommelrevolver getroffen, schließlich wurde er auch immer als Angstfigur dargestellt. Nahtlos ging es dann über zur Aufrüstung der verschiedenen Supermärkte mit Weihnachtsartikeln im September. Während ein Discounter fünf Paletten Lebkuchen im Eingangsbereich postierte, schmückte ein Konkurrent die Wurst-Abteilung mit Lametta und Tannengrün, und ein anderer installierte 26 000 LED-Lampen und dekorierte die Gemüseabteilung mit Krippenfiguren. Auch Passanten, die in der Sommersonne bummeln wollten, wurden zum Verzehr von Stollen und Glühwein gezwungen.

Enthauptung mit Lucia

Den ganz normalen Wahnsinn, wie es im Weihnachtsgeschäft zugeht, wenn der EC-Kartenleser ausfällt, stellte das Lied "Zweiter Advent an der Ladenkasse" dar. Silke Heimann schlüpfte in Perücke und Trachtenkostüm und moderierte im Carolin-Reiber-Stil die Geschichte der heiligen Lucia, als diese im Hintergrund die Sichel zum Enthauptungsschlag ansetzte. Martin Kubetz hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sich als 93-jähriger Opa Röhrmöller beschwerte, im Seniorenstift immer als Publikum für Amateurvorführungen herhalten zu müssen: Vormittags die "Plagen" von der Gesamtschule, mittags die Trampeltänzer vom Gesangsverein und abends der Jagdbläserchor erzeugten die Frage: "Müssen wir uns das alles gefallen lassen?"

Von der Küche als militärischem Sperrgebiet handelte das Lied vom "Back-Wahn", während der Song "Ich bin fett" Pilates, Jogging, Body-Mass-Index und Jojo-Effekt zum Inhalt hatte. Ganz groß war auch die Nummer von der schwäbischen Hausfrau, die ihren Sohn zu Weihnachten mit Fürsorge nahezu erdrückte und er mittels Rockgitarre seinen Frust hinausschrie.

Mit Spezialitäten gewürzt

Zwischen den Kabaretteinlagen wurden Maronensüppchen, Entenbrust mit Schupfnudeln und Lebkuchenparfait mit Spekulatius-Mousse serviert. Beate Seifert und Peter Wunder bedankten sich bei der Küchencrew und den Kabarettisten und schlossen damit den vierten Kunstherbst ab. "Das X-Maß ist voll", aber es lebe der Kunstherbst 2017.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.