Abwasseranschluss kostet pro Anwesen 7600 Euro
Je drei Raten für Straße und Kanal

Im Gasthaus Roith informierten (von rechts) Bürgermeister Martin Birner, Planer Erwin Schall und Rathaus-Mitarbeiter Peter Hartl über Kanal- und Straßenbau in Meißenberg. Bild: pko
Lokales
Neunburg vorm Wald
17.04.2013
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Bei drei Informationsveranstaltungen informiert die Stadt die Bürger aus den Ortsteilen Meißenberg, Stetten und Zeitlarn über den geplanten Anschluss ans Kanalnetz und den damit einhergehenden Ausbau der Ortsstraßen. Als erste hörten 20 Interessierte aus Meißenberg im Gasthaus Roith die Eckpunkte der Konzepts.

Allerdings hatten die städtischen Vertreter keinen leichten Stand: Die Bürger äußerten ihre Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der angestrebten Lösung, Meißenberg an die Abwasseranlage in Seebarn anzuschließen. Ihre Vorschläge waren, keinen Regenwasserkanal zu bauen und das Niederschlagswasser auf dem eigenen Grund versickern zu lassen. Auch eine Kleinkläranlage für jedes Anwesen oder eine eigene Ortskläranlage wäre den Betroffenen laut ihren Äußerungen lieber gewesen.

"Natürlich weiß ich, dass das Thema Abwasserbeseitigung immer mit gemischten Gefühlen aufgenommen wird", sagte Bürgermeister Martin Birner. Damit verbunden seien finanzielle Belastungen durch Herstellungsbeiträge und Gebühren. Die Stadt und die Bürger könnten sich den gesetzlichen Verpflichtungen aber nicht entziehen. 1998 sei bei einer Studie für das gesamte Gemeindegebiet festgestellt worden, dass die kostengünstigste und wirtschaftlichste Lösung für die Ortschaft Meißenberg ein Anschluss an die Abwasseranlage in Seebarn sei. 2003 erfolgte eine Überarbeitung und Anpassung dieser Studie im Hinblick auf Neuerungen, insbesondere bei Kleinkläranlagen.
Der Werkausschuss sei nach sorgfältiger Überlegung und Prüfung aller denkbaren Varianten wieder zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Im Vorjahr sei es nun endlich gelungen, diese Maßnahme in das Förderprogramm aufnehmen zu lassen. "Das ist ein großer Erfolg, weil das Förderprogramm 2012 das letzte seiner Art sein wird", freute sich Birner.

Erwin Schall (Ingenieurbüro Weiß & Partner) erläuterte die Vorplanung, die 500 Meter Schmutzwasserkanäle, 300 Meter Regenwasserkanäle und 3,3 Kilometer Leitung bis Seebarn ergeben habe. Vorschrift sei, getrennte Kanalsysteme für Schmutzwasser und Regenwasser zu bauen. Das Niederschlagswasser sei ebenfalls behaftet und dürfe nicht ohne Klärung in ein Gewässer eingeleitet werden. Die Anlage in Seebarn liege in erreichbarer Nähe und habe noch Kapazität für die 50 Einwohner von Meißenberg. Ein Planentwurf werde demnächst zur Abstimmung im Stadtrat vorgelegt. Die Umsetzung der Maßnahme sei für 2014/2015 vorgesehen.

Stadtwerke-Vertreter Georg Keil sprach über die finanzielle Seite und teilte Merkblätter zum Berechnungsmodus für Grundstücke und Geschossflächen aus. Er werde zu jedem Anwesen in Meißenberg kommen und mit den Eigentümern die genauen Beträge ermitteln. An dem Beispiel eines durchschnittlichen Anwesens errechnete er 7657,20 Euro, die in drei Raten zu Baubeginn, während der Bauzeit und bei Fertigstellung fertig würden. Ebenfalls drei Raten werden für die Straßenerneuerung im Ortskern erwartet, informierte Peter Hartl, Mitarbeiter in der Geschäftsleitung. Durch den Kanalbau werde die Straße billiger und die Stadt sei sehr großzügig gegenüber den Anliegern mit der Höhe ihrer Anteile, verdeutlichte er. Zum Abschluss kündigte Klaus Zeiser, Vorsitzender des Zweckverbands Nord-Ost-Gruppe, an, dass im Zuge des Kanalbaus das komplette Ortsnetz der Wasserleitungen im öffentlichen Bereich kostenlos erneuert werde.

Die weiteren Informationsveranstaltungen finden heute um 19.30 Uhr für den Ortsteil Stetten und am Mittwoch, 24. April, um 19.30 Uhr für den Ortsteil Zeitlarn, jeweils im Gasthaus Roith in Oberlangenried statt
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