30.10.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Angehende Land- und Pferdewirte präsentierten Naturschutzprojekt im Hauslerner Flachmoor In Gummistiefeln zum Unterricht

Ohne Gummistiefel oder wasserdichte Bergschuhe ging nichts. Wer mehr über das Flachmoor bei Häuslern wissen wollte, musste am Freitagvormittag hinter den Schülerinnen und Schülern des Agrar-Berufsgrundschuljahres her marschieren. Die angehenden Land- und Pferdewirte stellten direkt vor Ort ihr Landschaftspflegeprojekt vor.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

"Damit lassen sich Theorie und Praxis sehr gut verzahnen", sagte Günther Dirnberger, Außenstellenleiter der Neunburger Berufsfachschule und Klassenlehrer, zu Beginn der Präsentation. Auch der Schwandorfer Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Oskar von Miller, Werner Hösl, lobte den Einsatz der jungen Leute: "Hier wird der Naturschutzgedanke aufgegriffen", sagte er. "So etwas lässt sich nicht in der Schulstube abhandeln. Wichtig ist die Begegnung mit der lebendigen Natur."

Bereits vor zwei Wochen hatte die Klasse mit der Vorbereitung des Projektes begonnen. Unterstützung bekam sie von Markus Kurz vom Naturparkverein und Landschaftspflegeverband. Er stellte den Schülern das Flachmoor bei Häuslern vor und half ihnen, die verschiedenen Arbeitsschritte vorzubereiten.

Schritt für Schritt erklärten die Berufsschüler die Besonderheiten des Häuslerner Moores. Dabei hatte jeder einen bestimmten Part übernommen. Eine Gruppe begann damit, den Standort anhand einer Karte zu erklären. Das Häuslerner Flachmoor ist etwa 2,3 Hektar groß und gehört zur Marktgemeinde Schwarzhofen. Etwa 1000 Hektar haben die Schüler gemäht, das Gras zusammen gerechnet und abtransportiert. "Das ist wichtig", erklärten die Landwirtschaftslehrlinge. "Wenn nicht gemäht wird, geht die Artenvielfalt zurück." Dies war das Thema einer anderen Gruppe. Sie stellte die vielen geschützen Pflanzen und Insekten vor, die in dem Biotop gedeihen und teilweise auf der Roten Artenschutzliste zu finden sind.

Wichtig für die ökologische Bedeutung der Fläche ist die Beschaffenheit: "Je feuchter, desto wertvoller", lautet die Devise. Vorteilhaft sei ein welliges Bodenprofil, wo sich auf engstem Raum feuchte, nasse und trockene Stellen abwechseln.

Auch zu einem Schulprojekt gehören bürokratische Arbeiten. Um die Moorwiese mähen zu dürfen, mussten Genehmigungen eingeholt und die Kosten kalkuliert werden. "Wir brauchten die Einverständniserklärungen von acht verschiedenen Eigentümern", erklärte ein Schüler. "Und einen Antrag auf Freigabe der Fläche." In die Kalkulation flossen außerdem die Kosten für Motormäher und Freischneider mit ein.

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