Bayernwerk und Stadtwerke erschließen Umland mit Erdgas und Strom - Leerrohre für Glasfaser
Schulterschluss zum Lückenschluss

Vertreter von Stadt, Stadtwerken, Bayernwerk und der beteiligten Firmen sowie Anwohner begrüßten das fruchtbare Miteinander für die Aufwertung der Infrastruktur im Neunburger Land. Bild: Mardanow
Lokales
Neunburg vorm Wald
11.08.2014
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Ein nicht unbedingt alltägliches Gemeinschaftsprojekt ermöglicht der Stadt Neunburg den Ausbau der Infrastruktur im Umland. Seit Anfang Juli laufen im Bereich Gütenland umfangreiche Arbeiten für die Erschließung mit Strom und Erdgas. Die Stadtwerke arbeiten dabei eng mit dem Bayernwerk zusammen.

Die Hintergründe dieser Zusammenarbeit schilderte Bürgermeister Martin Birner bei einem Pressegespräch. Ursprünglich sei die Idee von der Stadt ausgegangen, im Zuge der Planungen für den Breitbandausbau. Dabei habe sich offenbart, dass im Raum Gütenland und Seebarn eine gesicherte Erschließung - auch im Hinblick auf ein neues Wohngebiet - nur mit hohen Kosten möglich sei.

Durchbruch im Gespräch

Doch so schnell sollte die Flinte nicht ins Korn geworfen werden: Nach Absprache mit den Stadtwerken wurde noch das Bayernwerk als weiterer Versorgungsträger mit ins Boot geholt. Nach vielen Abstimmungsgesprächen war der Weg frei für einen Konsens: Wenn die Stadtwerke eine 20-Kilovolt-Leitung zwischen Neunburg und Diendorf verlegen, nutzt das Bayernwerk diese Gelegenheit, und installiert eine Erdgasleitung bis nach Gütenland.

"Das hat wieder einmal gezeigt, was alles machbar ist, wenn man miteinander redet", freute sich Bürgermeister Martin Birner. "Wenn jeder nur an seiner persönlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung festgehalten hätte, wäre das Projekt nicht möglich gewesen." Doch sei allen Beteiligten bald klar gewesen, dass das Vorhaben nur zu schaffen sei, wenn alle mitziehen.

Bayernwerk-Vertreter Martin Hanner, zuständig für den Bereich Kommunen und Kooperationen Ostbayern, lobte das tolle Miteinander aller Partner. Diese gemeinsame Maßnahme käme dem Wohl der Verbraucher zugute. Nachdem örtliche Betriebe wie das Panorama-Hotel am See und die Metallbau-Firma Kirchberger bereits den Wunsch nach Anschluss an die Erdgasversorgung geäußert hätten, könne das Vorhaben wirtschaftlich sinnvoller über die Bühne gehen. Wie Martin Gierl vom Netzcenter Schwandorf ergänzte, seien die ersten 1300 Meter Leitung bereits in der Erde, insgesamt werden 3,6 Kilometer verlegt. "Am Netz sein" soll das Gas zu Beginn der Heizperiode.

Erschließung verbessert

Als "absolut vorbildlich" wertete Wilhelm Meier, Geschäftsführer der Stadtwerke, das Miteinander. Mit der aus dem Umspannwerk Neunburg verlegten 20-Kilovolt-Leitung entstehe für die Stadtwerke eine verbesserte Erschließungssituation. Gleichzeitig stellt die Stadt erste Weichen fürs schnellere Internet. Laut Bürgermeister werden bei den Grabarbeiten bereits Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt. Nachdem die Gemeinde 90 Prozent Zuschuss (maximal 940 000 Euro) aus dem staatlichen Förderprogramm erhält, sehe es mit dem Anschluss für das Umland "gut aus". Genaueres könne aber erst nach den demnächst stattfindenden Bietergesprächen gesagt werden.

Vom Baufortschritt ein Bild machte sich auch Bayernwerk-Kommunalbetreuer Richard Fritsch, ebenso Vertreter der beteiligten Baufirmen Wilhelm und Wutz.
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