18.12.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

CSU-Antrag weckt Emotionen - Stadt soll Krankenhaus-Gebäude übernehmen - Abgelehnt "Ein wenig Feuer unter dem Hintern"

Wenn's um das Krankenhaus geht, scheinen die Nerven so mancher Mitglieder des Stadtrates immer noch blank zu liegen. Ein Antrag der CSU-Fraktion am 17. November löste am Donnerstag in der Sitzung emotionale Diskussionen aus.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Demzufolge solle die Stadt das Krankenhausgebäude übernehmen und mit dem Landkreis zwecks einer Übernahme verhandeln. Klaus Zeiser erläuterte, warum der Antrag immer noch Sinne mache, auch wenn sich in der Zwischenzeit einiges getan hätte. "Allein dieser Antrag hat beim Landratsamt schon einige Aktivitäten ausgelöst", sagte er. Falls es mit der Pflegeeinrichtung nicht klappen sollte, habe die Stadt als Eigentümerin eine ganz andere Basis. Neunburg solle sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.

"Probleme genug"

Margot Weber (SPD) schüttelte darüber nur den Kopf. "Vor allem die Begründung ist sehr verwunderlich", sagte sie. Sie sei gegen diesen Antrag, da es der Stadt nicht an alten Gebäuden mangle, die sie zu verwalten habe. Sie erinnerte an diverse Häuser im Altstadtbereich. "Wie stellen Sie sich den Ankauf vor?", fragte sie den CSU-Fraktionsvorsitzenden. "Wir haben Probleme genug."

Dann folgte ein Meinungsaustausch zwischen der zweiten Bürgermeisterin Johanna Gückel und Margot Weber, den Martin Scharf (Freie Wähler) später als "Geplänkel" bezeichnete. "Ich bin langsam müde, mir diese Schuldzuweisungen anzuhören", sagte Roman Sorgenfrei (ÖWG). "Ich habe den Eindruck das hier unendlich nachtarockt und die Stimmung dabei immer emontionaler wird." Man könne zum Thema "Krankenhaus" nichts mehr sagen, ohne jemandem auf die Füße zu treten. Es müsse zwischen der Zukunft des Gebäudes und einer Zukunft des Krankenhauses unterschieden werden. "Die Stadt kann das Gebäude nicht kaufen, die Folgekosten wären zu hoch." Dieser Meinung schloss sich Martin Scharf an.

Klaus Zeiser wollte dies nicht auf sich sitzenlassen. Der Antrag sei im November zu diesem Zeitpunkt mehr als berechtigt gewesen. Es habe nichts geschadet, "ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen". Der Landkreis stehe in tiefer, moralischer Schuld.

Knapp abgelehnt

Doch nur die Mitglieder der CSU hoben die Hand, als es um die Abstimmung ging. Der Antrag wurde mit 8:9-Stimmen abgelehnt.

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