10.08.2014 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Dr. Voderholzer lobt, wie "Hussenkrieg" Geschichte transportiert Bischof sieht "wunderbares Stück"

"Wir sollten die Stimme für den Frieden erheben und uns für Gerechtigkeit einsetzen." Diese Erkenntnis nahm Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer aus dem Burghof mit. Am Freitag erlebte er die für heuer letzte Aufführung des Festspiels "Vom Hussenkrieg" mit und war tief beeindruckt von der Inszenierung.

Diözesanbischof trifft Landesfürst: Vor der Aufführung hießen Pfalzgraf Johann (Peter Pauly) und Pfalzgräfin Beatrix (Beate Seifert) Dr. Rudolf Voderholzer zum Festspiel "Vom Hussenkrieg" willkommen. Bürgermeister Martin Birner empfand den Besuch als besondere Auszeichnung für Neunburg. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Nachdem der Schlussapplaus verhallt und die Scheinwerfer verlöscht waren, fiel bei der Abschlussfeier im "Hussitenkeller" auch der offizielle Vorhang für das 32. Festspieljahr. Begleitet von den Dekanen Alfons Kaufmann (Oberviechtach) und Alexander Hösl (Vohenstrauß), durch Stadtpfarrer Stefan Wagner und Pfarrvikar James Philip, mischte sich Bischof Voderholzer unter das Ensemble. Und seine Kritik nahmen die "Burgschauspieler" mit Begeisterung auf.

Beeindruckt und aufgewühlt

"Meine Gratulation zu diesem wunderbaren Stück", wandte sich der Kirchenobere an die Festspielgemeinschaft und würdigte die schauspielerische Leistung. Die Handlung sei "sehr, sehr beeindruckend", habe ihn zum Nachdenken angeregt und innerlich auch sehr stark aufgewühlt. Voderholzer sah das Festspiel als "Markenzeichen für Neunburg", hier werde ein schwieriges Thema ohne schwarz-weiß Malerei mit großer Ausgewogenheit präsentiert. Der Bischof sah einen aktuellen Bezug zu den Christenverfolgungen im Irak: "Ihr Stück hat deutlich gemacht - es kann nicht sein, dass im Namen Gottes Menschen Gewalt angetan wird." Mit seiner Botschaft, aus der Geschichte zu lernen, rufe das Festspiel dazu auf, sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

Dieses Lob freute natürlich Helmut Mardanow als Vorsitzenden des Festspielvereins. In seinem Rückblick zuvor hatte er betont, dass der "Hussenkrieg" beim Publikum erneut bestens angekommen sei, das Ensemble habe das Spiel gut in Szene gesetzt. Sein Dank galt mehreren ehemaligen Darstellern, die bei Krankheiten oder Verletzungen in der Stammbesetzung eingesprungen waren. Er hoffte, dass nächstes Jahr alle wieder mit dabei sind, denn auch im Burghof gelte "nach dem Spiel ist vor dem Spiel".

Für die Stadt als Veranstalter des Festspiels betonte Bürgermeister Martin Birner die "besondere Ehre", die der Besuch des Diözesanbischofs bedeute. Sein Lob galt allen Mitwirkenden, die immer wieder mit auf der Bühne stehen und eine innere Spannung aufbauen, um ein Stück Geschichte auf die Bühne zu bringen. Er würdigte die Leistung von Regisseur Nikol Putz, dem es jedes Jahr aufs Neue gelinge, das Ensemble zu begeistern und neue Mitspieler einzubinden. Für den Anschlussvertrag des künstlerischen Leiters, der seit 17 Jahren den "Hussenkrieg" inszeniert, laufen zur Zeit die Verhandlungen. Der Bürgermeister gab sich "recht zuversichtlich", dass es gelingen werde "zusammen mit dem Festspielverein eine gute Lösung zu finden".

Angesichts des fehlenden Tribünendachs war Birner froh, dass auf Schirmherr Heribert Prantl Verlass gewesen war und das Wetter hielt. "Nächstes Jahr haben wir wieder eine Überdachung", versicherte er dem Ensemble. Im Herbst werde die neue Konstruktion zur Probe aufgebaut.

Bereit weiterzuarbeiten

Auf "eine sehr gute Saison" blickte Regisseur Nikol Putz zurück. Das Ensemble habe künstlerisch gute Arbeit geleistet, gerade den Darstellern in den großen Rollen sei es gelungen über sich hinauszuwachsen. Über seine Zukunft in Neunburg meinte er lediglich, dass er bereit sei, seine Arbeit zusammen mit dem Ensemble fortzusetzen.

Für den satirischen und komödiantischen Abschluss der Festspielsaison sorgten die "Hussenkrieger" selbst. Als "Abschlussprediger" nahm Philipp Mardanow unter anderem Defizit-Debatten im Stadtrat und "klatschfaules" Publikum aufs Korn, während das Ensemble "Wagenburg-Spatzen" von Anekdoten abseits der Scheinwerfer berichtete.

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