29.01.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Eher geringes Gefahrenpotential für die Truppe - Lagezentrum bewältigt Fülle an Aufgaben - ...: "Lage im Kosovo ist ruhig, aber nicht stabil"

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Während ihres Einsatzes im Kosovo müssen die 139 Soldaten des Panzerartilleriebataillons 115 für alle Eventualitäten gerüstet sein. Major Karl-Heinz Romeis, der die Situation auf dem Balkan aus früheren Einsätzen kennt, glaubt aber, dass das Gefahrenpotential für die Truppe eher gering ist.

"Die Lage im Kosovo ist ruhig, aber nicht stabil", führt Major Romeis im NT-Gespräch aus. Trotz dem Bemühen der NATO-Truppe um Deeskalation gelang es nicht, die Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen ganz auszuräumen. Die Neunburger seien jedenfalls für alle Eventualitäten gerüstet. "Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu prekären Situationen kommt, ist nicht sehr hoch."

Bei den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für den Kosovo-Einsatz steht dem stellvertretenden Kommandeur der Pfalzgraf-Johann-Kaserne ein Lagezentrum zur Seite. Die hier eingesetzten vier Soldaten (ein Oberleutnant, ein Hauptfeldwebel und zwei Mannschaftsdienstgrade) haben ein riesiges Spektrum an verschiedenen Aufgaben zu erledigen:

So muss der Impfstatus der Truppe überprüft werden, jeder Soldat muss sich einem Gesundheitscheck unterziehen, um die "Auslandsverwendungsfähigkeit" feststellen zu können. Gleichzeitig werden die Erkennungsmarken auf den neuesten Stand gebracht, Soldaten im Fahrdienst benötigen eine Einweihung in bestimmte Kfz-Typen. Auch die Bekleidungsausstattung und die Überprüfung der ABC-Ausrüstung fällt in diesen Zuständigkeitsbereich.

Für die Soldaten bedeutet dieser Dienst zusätzliche Mühen: Schließlich muss das Lagezentrum nebenher zum üblichen Tagesgeschäft betreut werden. Sind die Soldaten in den Einsatz abgerückt, kommt eine weitere Aufgabe auf das Lagezentrum zu: Es ist dann auch Anlaufstelle für Familien, deren Väter sich im Kosovo befinden. Diesbezüglich stellt Major Romeis ganz deutlich klar: "Das wichtigste, wenn man in den Einsatz geht, ist die Unterstützung des Partners."

Die Neunburger Soldaten gehen aber nicht als ein Verband in den Kosovo: So werden 92 Uniformierte dem Leitverband des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen zugeordnet und tun dann Dienst beim Einsatzbataillon 1 in Prizren. Weitere 37 werden zum Aufklärungsbataillon 131 Mühlhausen abkommandiert. In Einzelabstellungen bei der Panzerbrigade 12 Amberg arbeiten zehn Soldaten. Sie sind im Hauptquartier der multinationalen Garde in Pristina eingesetzt.

Die letzten der 139 Soldaten kehren bis Mitte November in die Oberpfalz zurück. Doch damit ist der Einsatz noch nicht beendet: Dann beginnen so genannte "Re-Integrationsseminare", die Teilnahme ist für jeden Pflicht. "Dort sollen sie Erlebnisse auf- und verarbeiten", erklärt Karl-Heinz Romeis.

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