Forstamt rechnet bald mit "Schädlingswelle"
Der Borkenkäfer greift wieder an

Forstdirektor Wicht (links) und Förster Alois Nißl untersuchen die Käferdichte unter der Rinde. Bild: hfz
Lokales
Neunburg vorm Wald
13.08.2014
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"Die Saison hat sich bis jetzt nicht als käferproblematisch dargestellt", berichtet Forstdirektor Wolfhard Wicht. Aber: "Bei anhaltend hohen Temperaturen wird die weitere Käferentwicklung jedoch zügig voranschreiten". Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten warnt die Waldbesitzer daher, dass mit einer verstärkten Borkenkäfergefährdung gerechnet werden muss.

Die sommerliche Witterung der letzten Wochen hat die Entwicklung der Schädlinge begünstigt, unabhängig von den zum Teil heftigen Regenschauern der letzten Tage. Das geht aus einer Situationsbeschreibung der in Neunburg vorm Wald angesiedelten Forstbehörde hervor.

Ampel noch auf Gelb

Die Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft weist für den Landkreis Schwandorf aktuell die zweite von drei Gefährdungsstufen aus (Warnstufe). "Noch steht die Ampel auf Gelb", sagt Wicht. Die höchste Gefährdungsstufe werde erreicht, wenn ein massiver Stehendbefall festgestellt wird. Die Fangzahlen der zwei Pheromonfallen des Landkreises in Burglengenfeld und Oberviechtach zeigen, dass die zweite Generation Käfer des Jahres 2014 nun ausschwärmt. Sechs bis acht Wochen, nachdem die erste Generation Ende Juni ausgeflogen ist, kommt sie jetzt. Die Entwicklung des Borkenkäfers verlaufe im Vergleich zum Vorjahr mindestens um zwei Wochen vorverlagert. Damit steigt die Gefahr der Anlage einer weiteren, dritten Generation.

Das große Problem am Borkenkäfer ist nach Angaben der Fachleute, dass er die Fähigkeit besitzt, sich explosionsartig zu vermehren. Ein Käferweibchen kann im Jahr 100 000 Nachkommen zeugen. Nur einige Hundert werden benötigt, um einer Fichte den Tod zu bringen.

Nicht auf Winter warten

Im Landkreis ist ein Viertel der Waldfläche auf ungefähr 15 000 Hektar mit Fichte bestockt. Um regulierend einzugreifen zu können, zählen die Forstleute auf die Waldbesitzer. Sie werden dringend aufgerufen, in den nächsten Wochen verstärkt auf frischen Borkenkäferbefall (dazu grüner Kasten) in Fichtenbeständen zu achten. Besonders in Bereichen, die im Vorjahr vom Käfer befallen wurden oder die durch Schneebruch beschädigt sind, und an Südrändern ist ein Augenmerk zu werfen.

Befallenes Material sollte unverzüglich aufgearbeitet, entrindet oder aus dem Wald gebracht und mit einem Abstand von mindestens 500 Metern gelagert werden. Kronenmaterial ist ebenfalls aus dem Wald zu schaffen oder vor Ort zu hacken. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Altkäfer noch eine weitere Käfergeneration anlegen. Eine erhöhte Ausgangspopulation im nächsten Frühjahr wäre die Folge.

Alle sollen aufpassen

Bei der Borkenkäferprophylaxe ist "die Zusammenarbeit von allen Waldeigentümern sehr wichtig. Diese sollen auch auf benachbarte Bestände achten", appellierte Forstdirektor Wicht. Für Fragen stehen den Waldbesitzern die Geschäftsführer der Forstlichen Zusammenschlüsse sowie die Revierleiter der Forstverwaltung zur Verfügung. Die für forstliche Angelegenheiten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf zuständige Außenstelle in Neunburg vorm Wald ist erreichbar unter Telefon 09672/92410.
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