Gedenkstein erinnert an Bundeswehrstandort Neunburg - "Nicht vergessen"
Sinnbild für "gute Zeit"

Eine neue Inschrift hat der Gedenkstein vor der ehemaligen Kaserne erhalten. Die Enthüllung nahmen (von rechts) Oberst Jochen Schneider, Steinmetz Franz Birner, Buchbinder-Betriebsleiter Klaus Götze und Bürgermeister Martin Birner vor. Bild: pko
Lokales
Neunburg vorm Wald
02.05.2013
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"Die Kaserne gehört nach wie vor zu Neunburg", stellte der frühere Offizier Peter Wunder fest. Damit die Jahrzehnte als Garnisonsstadt nicht in Vergessenheit geraten, wurde am Wochenende ein Gedenkstein enthüllt. Mit neuer Inschrift soll er an die frühere Pfalzgraf-Johann-Kaserne erinnern.

Viele ehemalige Soldaten und Zivil-Bedienstete hatten sich auf dem Plattenberg eingefunden. Es herrschte eine familiäre Atmosphäre, als der Gedenkstein vor der Logistikfirma Buchbinder enthüllt wurde. Organisator Peter Wunder hieß unter anderem Walter Bolsinger, den früheren Kommandeur des Panzerartilleriebataillons 115 willkommen. Ein Dank galt der Nachfolgefirma Buchbinder, die das Denkmal auf ihrem Grundstück gestattet hatte. Betriebsleiter Klaus Götze erkannte, dass die Menschen der Region noch immer viele Erinnerungen und Emotionen mit der Bundeswehr verbinden, deshalb sei dieser Stein sehr wichtig.

Freundschaften entstanden

Bürgermeister Martin Birner erinnerte daran, wie im März 1963, genau vor 50 Jahren, die ersten Soldaten in die Pfalzgraf-Johann-Kaserne einzogen. "Sie waren von Anfang an eine enorme Bereicherung des öffentlichen Lebens der Stadt", sagte er. Viele Soldaten hätten sich auch ehrenamtlich engagiert, viele Freundschaften und auch Ehen seien entstanden. Er freute sich, dass nach dem Abzug der Soldaten 2007 mittlerweile ein attraktiver Gewerbepark mit über 200 Arbeitsplätzen entstanden sei. Im Rückblick seien die 45 Jahre als Garnisonsstadt "eine gute Zeit" gewesen, die von einem vorbildlichen Miteinander und einer fruchtbare Zusammenarbeit von Kommune und Bundeswehr geprägt waren.
Die Festrede hielt Oberstleutnant Robert Freiberger, der ehemalige Kommandeur des 115er. Er war sieben und später noch einmal fünf Jahre in Neunburg zu Hause. "Herzlichen Dank, dass Sie mir und meiner Frau durch die heutige Veranstaltung einen Grund verschafft haben, hier im wunderschönen Neunburg zu sein", eröffnete er seine Rede. Freiberger hob den Ehrenbürger und früheren Oberamtsrat Richard Wagner als Motor für den Bau der Kaserne hervor. Seine Erinnerungen seien ein interessantes Zeitdokument. Dass sich die Soldaten hier wohlfühlten, zeigten die vielen Bälle und Patenschaftsveranstaltungen. Der Gedenkstein solle mit dazu beitragen, dass "all diese Zeit mit guten und auch schmerzlichen Erinnerungen nicht vergessen wird". Für ihn sei das eine "Herzensangelegenheit", schloss Freiberger.

Gedenken an Verstorbene

Die Stadtkapelle gestaltete die Feier musikalisch und spielte während des Totengedenkens das Stück vom "Alten Kameraden". Peter Wunder, Jochen Ullmann, Hans Schmidt und Helmut Kramer erinnerten an alle verstorbenen Soldaten und Bediensteten der Kaserne und besonders an die drei im Dienst verunglückten Peter Schmidt, Adam Wardowsky und Markus Sperl. Ihnen zu Ehren wurden drei Böllerschüsse abgefeuert.

Die Enthüllung des Gedenksteins erfolgte durch stellvertretenden Brigadekommandeur Oberst Jochen Schneider, Bürgermeister Martin Birner, Betriebsleiter Götze und Steinmetz Franz Birner. Dieser war maßgeblich an der Gestaltung des Steins mitbeteiligt. Organisator Peter Wunder dankte allen, die zur Gestaltung der Feier beigetragen haben.
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