22.08.2014 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Heimatmuseum präsentiert alte Firmenschilder - Oft charakteristische Werkzeuge mit abgebildet Aus Holz, Eisenblech oder Emaille

Einst waren sie die Visitenkarten der örtlichen Betriebe: Schilder aus Blech oder Holz an den Anwesen zeigten den Bürgern an, welches Handwerk hier ausgeübt wird und welche Waren wo im Angebot ist. Eine Auswahl von altertümlichen Firmenschildern hat sich im Schwarzachtaler Heimatmuseum erhalten.

Vom Schuster bis zum Sattler, vom Baugeschäft bis zum Rechtsanwalt und vom Holzhändler bis zur Damenschneiderin: Vielfältig präsentierte sich in früherer Zeit das Gewerbe in der Pfalzgrafenstadt. Bilder: drr (2)
von Autor DRRProfil

Anders als heute, wo man im Supermarkt von Lebensmitteln, über Kleidung von der Stange bis hin zu elektrischen Geräten und massenhaft hergestellten Einrichtungsgegenständen alles unter einem Dach bekommt, konnte der Bürger einer Stadt oder einer größeren Ortschaft früher seinen Bedarf an den wichtigsten Dingen des täglichen Lebens vor Ort bei "Spezialisten" decken. Deren Ausbildung und späteres Betreiben ihres Gewerbes war in früheren Zeiten von relativ strengen Zunftordnungen geregelt.

Über den Ort verteilt

Im voraus oder auf Bestellung hergestellt, konnte der Kunde die von Hand gefertigten Waren direkt beim Handwerker erwerben. Lebensmittel wie Fleisch und Brot bekam man in den Läden der Metzger und Bäcker. Darüber hinaus boten in den Städten und Orten mit Marktrecht an festgelegten Wochentagen und auf meist zentral gelegenen Plätzen Bauern aus dem Umland ihre Erzeugnisse auf Marktständen an. Die Handwerksbetriebe waren dagegen über die ganze Ortschaft verteilt. Mitunter - wie etwa beim Färber und Gerber, für deren Gewerbe fließendes Wasser unabdingbar war - war die Lage des Betriebs am Fluss von vorneherein festgelegt.

Wo genau er was bekam, das zeigte dem Kunden ein Firmenschild am Laden oder an der Werkstatt an. Obwohl der Handwerker mit ihnen auch Reklame für sein Gewerbe und für seine Produkte machte, waren diese Firmenschilder vergangener Tage vergleichsweise einfach gehalten. Auf ein farbig grundiertes Schild aus Holz oder Eisenblech wurde in einer oder mehreren Farben die betreffende Schrift aufgebracht. Manchmal sind auf den Schildern auch für das Gewerbe charakteristische Werkzeuge oder Erzeugnisse abgebildet. Sollte das Schild Wind und Wetter trotzen, so gab man vor allem im vergangenen Jahrhundert ein Emailleschild in Auftrag.

Wie unterschiedlich in Form und Ausführung die Schilder früherer Neunburger Handwerker waren, kann der Besucher im Raum "Handwerk, Handel und Gewerbe" im Schwarzachtaler Heimatmuseum sehen. So sind, wie oben geschildert, auf dem Firmenschild "Hufbeschlag (und) Wagenbau Michl Sinzger" als charakteristisches Werkzeug Hammer und Zange für den Hufbeschlag abgebildet. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhundertes entstand ein Ausleger am Café Rathaus (Holmok). Daran hängen - aus Eisenblech plastisch getrieben und farbig gefasst - Semmel und Breze als Hinweis darauf, dass früher diese Backwaren dort feilgeboten wurden.

Aufwendig bemalt

Ein besonders schönes Beispiel für ein solches handgefertigtes Firmenschild wurde dem Neunburger Museum durch Anton Ziereis, Schwarzhofen, als Schenkung vermacht. Es handelt sich dabei um eine Blechschnittarbeit, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert sehr aufwendig bemalt und beschriftet wurde. In einem barock anmutenden Rahmen ist darauf in kalligrafisch gestalteter Schrift "Franz Meier - Schneider - Anfertg. nach Maass" zu lesen. Das Schild, das früher in Schwarzhofen hing, wird heute im Museum als Blickfang separat unter der Sammlung der übrigen Firmenschilder präsentiert.

Geöffnet ist das Schwarzachtaler Heimatmuseum noch bis Ende September jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 17 Uhr. Gezeigt wird momentan auch die Sonderausstellung "1. Weltkrieg - Die Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts".

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