06.09.2014 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Kunstprojekt der Mittelschule über Ersten Weltkrieg - Ab 7. September im alten Schloss zu sehen Appell: Frieden ist eine Aufgabe für alle

Die vom Kunstverein "Unverdorben" angestrebte Zusammenarbeit mit einheimischen Schulen findet in einem neuen Kunsterziehungsprojekt ihre Fortsetzung: Jugendliche setzen sich dabei mit einem folgenreichen Kapitel deutscher Geschichte auseinander: den Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren.

Bei der Vorstellung der Kreativ-Aktion zum Thema "Weltkrieg" in der Mittelschule: (von links) Museumsleiter Theo Männer, Rektorin Irene Träxler, Klassensprecherin Julia Richthammer, Schülersprecherin Julia Götz, Kunstlehrer Christian Schreiner und Kunstherbst-Koordinator Karl Stumpfi. Bild: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Parallel zur Sonderausstellung "1. Weltkrieg - Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" im Schwarzachtaler Heimatmuseum, gibt es zu Beginn des zweiten Neunburger Kunstherbstes ab 7. September (14 bis 18 Uhr) Ergebnisse einer Kreativ-Aktion der Mittelschule unter Leitung von Kunsterzieher Christian Schreiner im Alten Schloss zu besichtigen. Die beteiligten Schüler verarbeiteten in dem vom Kunstverein angestoßenen Projekt das Thema "Krieg" in Malarbeiten und Collagentechnik.

Aktivitäten verknüpft

Wie berichtet, ist der Erste Weltkrieg ein Leitthema des zweiten Kunstherbstes. Die achte und zehnte Klasse der Mittelschule beschäftigte sich mit dem Krieg im Unterricht. Also war es nahe liegend, die das Gedenkjahr betreffenden Vereins- und Schulaktivitäten für öffentlichkeitswirksam miteinander zu verknüpfen. Vorsitzender Martin Schmid nahm Kontakt zur Schulleitung auf, Rektorin Irene Träxler signalisierte Mitwirkungsbereitschaft. Christian Schreiner suchte vor dem Projektstart die Rückkoppelung zum Schwarzachtaler Heimatmuseum, das seit Mai die Sonderausstellung präsentiert.

22 Jugendliche des Klasse M10 gingen daran, das Vorhaben in drei Arbeitsgruppen in die künstlerische Tat umzusetzen. Stilistische und formale Grenzen waren ihnen nicht gesetzt worden, vielmehr konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Vorgeschichte mit Sarajevo-Attentat und Juli-Krise, der Kriegsverlauf 1914 bis 1918 sowie die Konsequenzen aus dem "Versailler Vertrag" wurden bildlich auf Schautafeln dargestellt.

Externe Hilfestellung

Externe Hilfestellung erhielten die Jungkünstler durch die Fotografin Tanja Kraus. Ein mit verschiedenen Versatzstücken angereichertes Tableau versucht eine Visualisierung der direkten Kriegsauswirkungen auf die Menschen. Im Zentrum befindet sich ein verhüllter Leichnam als Sinnbild für den geschundenen und geschändeten Kontinent Europa.

Den Abschluss des Weltkrieg-Triptychons bildet eine Kunstinstallation, welcher die Fragestellung "Was lernen wir aus Geschichte?" zugrunde liegt. Eine klare Antwort darauf gab Schulsprecherin Julia Götz während einer kleinen Abschlussfeier in Anwesenheit von Vertretern des Kunstvereins und des Heimatmuseums: "Angesichts der wieder aufflammenden Kriegsschauplätze in der Ukraine oder im Nahen Osten wollten wir gemeinsam mit der ganzen Schule ein Zeichen für den Frieden setzen, denn so eine Katastrophe wie der Erste Weltkrieg darf nicht mehr passieren!" Und jeder einzelne Schüler sei dazu aufgerufen, seinen Beitrag zur Friedenssicherung zu leisten. "Wichtig war für uns junge Generation, den Europäischen Gedanken mit einzubinden", betonte Julia Götz. "Von drei Kunstwerken, die ineinandergreifen und zusammengehören" sprach Kunsterzieher Schreiner. Das Werk solle aufrütteln und den Betrachter direkt ansprechen: "Mensch, wie konnte es soweit kommen?" und "Mensch, lasst uns den Frieden erhalten".

Museumsleiter Theo Männer lobte das Engagement der Mittelschüler. Sie sorgten mit ihrer Kreativ-Aktion, dafür, dass Geschichte nicht im Museum bleibe, sondern mit modernen Stilmitteln nach außen getragen werde. Schulleiterin Träxler hoffte, dass in Zukunft noch weitere Kooperationsprojekte mit Kunstverein und Museum folgen werden. Dass die Auseinandersetzung der Schüler mit dem Thema "Krieg" nicht unprämiert bleibt, dafür sorgte Bürgermeister Martin Birner mit 22 Gutscheinen zum Besuch einer Festspielaufführung "Vom Hussenkrieg".

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