04.06.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Marodes "Pröls-Haus" am Hahnenplatz wird saniert - Die historische Bausubstanz bleibt erhalten: Leben im Hauch der Vergangenheit

Nach fast 20 Jahren erwacht das Anwesen Hahnenplatz 6, das einstige "Pröls-Haus", aus seinem Dornröschenschlaf. Ein privater Investor lässt das denkmalgeschützte Objekt rundum sanieren, vier Eigentumswohnungen entstehen in historischem Ambiente.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Anfang der achtziger Jahre hatte die Stadt das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen erworben. Scheune und Stallungen mussten dem "Parkstadel" weichen, das Hauptgebäude (in dem sich früher auch eine Gastwirtschaft befand) blieb erhalten, war allerdings seither regelrecht zum Dahinvegetieren verdammt.

Pläne aufgegeben

Ohne Ergebnis blieben in der Folgezeit mehrere Versuche, das Anwesen an den Mann zu bringen, der marode Zustand des 300 Jahre alten Gemäuers wirkte eher abschreckend. Im Jahr 2000 wollte die Wohnbau-Neunburg GmbH die Sanierung selbst schultern, "doch der Plan wurde aus finanziellen Gründen wieder aufgegeben", blickt VOAR Johann Weichselmann im NT-Gespräch zurück.

An Ideen für eine Nutzung des Baukörpers hatte es damals keineswegs gefehlt. Im Erdgeschoss sah die Planung wieder einen Gastronomiebetrieb vor, für die oberen Stockwerke waren eine Pächterwohnung und einige Gästezimmer im Gespräch. Doch auf Grund der hohen Sanierungskosten traute sich allerdings keiner, diese Investition auf sich zu nehmen.

Als fast schon alle Hoffnung aufgegeben worden war und man sich mit einem weiteren Verfall des Gebäudes fast schon abgefunden hatte, erwarb Martha Kaspari aus Bonn das Anwesen und bekundete im Herbst des vergangenen Jahres ihre Absicht, es umfassend zu sanieren. Nach Auskunft von Weichselmann belaufen sich die Sanierungskosten auf rund 725 000 Euro, dafür stellt das Rathaus Städtebauförderungsmittel bis zu 213 000 Euro zur Verfügung, diese wiederum werden zu 60 Prozent vom Freistaat bezuschusst.

Im Dezember des vergangenen Jahres rückten die Bauarbeiter am Hahnenplatz an. Das Projekt geht unter Aufsicht der Denkmalschutzbehörde über die Bühne, die Bausubstanz soll soweit als möglich erhalten bleiben. "Neue Einbauten werden konsequent dem Charakter des Hauses, unter Berücksichtigung der historischen Innenausstattung, angepasst", erklärt der zuständige Architekt Michael Steidl unserer Zeitung.

Im Erdgeschoss bleiben die alten Gewölbe erhalten und werden teilweise in die Wohnungen integriert. Gerettet wird auch das kunstvolle Ornament in der ehemaligen Gaststube. Das historische Ambiente des Anwesen soll später mit der modernen Ausstattung einen reizvollen Gegensatz bieten.

Prägendes Element

Da das "Pröls-Haus" keinesfalls ein Schmuckstück in Neunburgs historischem Ensemble darstellte, ist man auch im Rathaus froh über die Eigeninitiative von Martha Caspari. "Dieses Anwesen ist ein prägendes Element in der Altstadt", fasst Johann Weichselmann zusammen.

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