12.07.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neues Konzept, neue Leitung - Hauptverwaltungsausschuss diskutiert über Schließung Jugendtreff erhält zweite Chance

Das hätte sich vor rund eineinhalb Jahren niemand träumen lassen. Mit großen Hoffnungen war zu Silvester 2002 der Neunburger Jugendtreff eröffnet worden. Bürgermeister Wolfgang Bayerl sprach damals von "einem Meilenstein". Am vergangenen Donnerstag in der Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses diskutierten die Räte über eine möglich Schließung. Mit 8:3 Stimmung sprach sich das Gremium dafür aus, dem Treff eine zweite Chance zu geben.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Grund für die Überlegungen, das noch junge Projekt "Jugendtreff" frühzeitig sterben zu lassen, war die Kündigung der bisherigen Leiterin Jutta Kiener. "Dies sollte Anlass sein, einmal darüber nachzudenken, ob der Jugendteff in der bisherigen Form weiter geführt werden soll", gab Bürgermeister Wolfgang Bayerl den Räten zu denken. Es habe sich herausgestellt, dass nur eine kleine Minderheit den Treff tatsächlich annehmen würde. Man müsse sich auch fragen, ob die hier praktizierte Jugendarbeit es wert sei, jährlich mehr als 20 000 Euro auszugeben, obwohl das Geld derzeit an allen Ecken und Ende fehle.

Gegen eine Schließung sprach sich Klaus Zeiser (CSU) aus. "Es gibt vielerlei Gründe, warum nur wenige Jugendliche das Angebot annehmen", sagte er. Er sieht in einem Wechsel der Leitung eine Chance für einen Neuanfang.

Auch Roman Sorgenfrei (ÖWG) will weiterhin den Jugendlichen eine Anlaufstelle bieten. Natürlich sei es schwierig, mehr junge Leute dafür zu begeistert. Er sah ein Hauptproblem in der Cliquenbildung. "Andere waren dann gar nicht mehr gerne gesehen", sagte er. Zweite Bürgermeisterin Johanna Gückel plädierte zwar auch für eine Forsetung. "Doch so wie's jetzt ist, kann's nicht mehr weitergehen", sagte sie. Ein paar der Stadtpark-Randalierer kämen aus dem Umfeld des Jugendtreffs. "Wir sollten versuchen, mit neuer Kraft neue Wege zu gehen."

Laut Margot Weber (SPD) sollten die jungen Leute "lieber jetzt als später" auf den rechten Pfad gebracht werden. "Wir dürfen den Treff nicht schließen", war ihre Meinung. "Da unten treffen sich die, die sich sonst nirgends integrieren lassen", so Martin Scharf (FWG). "Wir müssen etwas ändern, doch nur was." Er glaubt nicht, dass ein Gelingen von der Person Jutta Kiener abhängig war.

Jugendbeauftrager Martin Birner plädierte schießlich dafür, die Leitung jemandem aus Neunburg zu übertragen, der die Verhältnisse vor Ort kenne. Außerdem ließen sich die Räume zu anderen Zeiten beispielsweise für Kinderbetreuung nutzen, wenn die Mütter zum Einkaufen gingen.

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