Pfalzgraf-Johann-Kaserne entstand in politisch brisanter Zeit
Den Vormarsch der Sowjets hemmen

Lokales
Neunburg vorm Wald
27.04.2013
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In diesem Quartal hätte die Pfalzgraf-Johann-Kaserne ihr 50-jähriges Bestehen feiern können. Die weltpolitische Lage in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war ein entscheidender Faktor, der dazu beitrug, auch hier in der Oberpfalz und in Neunburg vorm Wald Streitkräfte zu stationieren.

In der ersten Phase des Kalten Kriegs ab 1946 erkannten die politischen Mandatsträger in Europa und den USA die Wichtigkeit, die Streitkräfte so weit vorne wie möglich und grenznah auch am Eisernen Vorhang in der Bundesrepublik Deutschland zu stationieren. Basierend auf der amerikanischen Überlegenheit an strategischen Atomwaffen wurde 1952 die Nato-Strategie der "massiven Vergeltung" fixiert. Zweifel an deren Wirksamkeit kamen bereits 1954 nach dem Verlust des US-amerikanischen Nuklearmonopols auf.

Die führenden Politiker im Westen gingen damals davon aus, dass jeder militärische Konflikt in Europa den Einsatz von nuklearen Mitteln auslösen würde. Die Nato setzte sich als Hauptziel, Kriege gegen den Westen durch Schaffung einer wirksamen Abschreckung auch mit nuklearen Waffen zu verhindern. Ein bewaffneter Konflikt sollte gegebenenfalls mit einem entscheidenden Erst- und anschließenden Vergeltungsschlag aller zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel beendet werden. Der daraus abgeleitete Auftrag der Bundeswehr und damit auch der in der Pfalzgraf-Johann-Kaserne stationierten Einheiten war, den Vormarsch der sowjetischen Truppen so weit vorne wie möglich und so lange zu hemmen, bis die "massive Vergeltung" der westlichen Atommacht Wirkung zeigte. Ein enges Netz von Kasernen von Hof bis Passau entlang der Grenze zur ehemaligen DDR und Tschechoslowakei verdeutlichten den Willen zur Durchsetzung dieser Pläne, die 1967 in die Strategie der "flexiblen Reaktion" mündeten.
Die Einweihung eines Gedenksteines vor der ehemaligen Kaserne am 27. April um 13 Uhr soll auch an diese Zeit erinnern. Für geladene Gäste findet danach im Hotel "Zum Pfalzgrafen" ein Empfang durch die Stadt Neunburg statt. Für Teilnehmer an der Gedenkfeier sind keine Parkplätze vor der ehemaligen Kaserne verfügbar. Parkmöglichkeiten bestehen wegen der gleichzeitigen Schwarzachtalmesse nur beim Freibad/Fußballplatz und beim Hallenbad/Schulzentrum. Um 12.30 Uhr und 12.45 Uhr fährt ein Shuttlebus der Firma Meixner zur Pfalzgraf-Johann-Kaserne und später wieder zurück.
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