29.01.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Seit November läuft Ausbildung für die Kosovo-Mission - Ab Mai werden 139 Soldaten verlegt: Bataillon rüstet sich für den Einsatz

"Halt oder ich schieße!" Auf serbisch heißt das "Stani ili pucam!". Auch gewisse Begriffe in der Amtssprache müssen den 139 Soldaten in Fleisch und Blut übergehen: Ab Anfang Mai wird ein Teil des Panzerartilleriebataillons 115 zum NATO-Einsatz in das Kosovo verlegt. Die Ausbildung läuft in der Pfalzgraf-Johann-Kaserne auf Hochtouren.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Das Neunburger Kommando gehört dem mittlerweile neunten Einsatzkontingent der KFOR-Truppen an. Ein halbes Jahr werden zehn Offiziere, 57 Unteroffiziere sowie 72 Mannschaften die Lage auf dem Balkan absichern. Die ersten zwei Soldaten starten bereits am 29. März, der Hauptteil wird in der ersten Maiwoche verlegt.

Erfahrung im Einsatz

Major Karl-Heinz Romeis, stellvertretender Kommandeur, hat schon einige Einsätze im Kosovo hinter sich. Für den Bereich des Bataillons ist er für Ausbildung und Organisation der Kosovo-Mission verantwortlich. Zur Seite steht ihm dabei ein so genanntes "Lagezentrum" das die Detailarbeit erledigt (siehe weiteren Bericht). Unter anderem werden hier für jeden einzelnen Soldaten die nötigen Lehrgänge geplant. Dabei sind die Mitarbeiter keinesfalls von ihren übrigen Pflichten befreit: "Neben der Vorbereitung auf den Einsatz läuft das normale Tagesgeschäft nebenher", erklärt Romeis.

Die Vorbereitung auf die bevorstehende Friedensmission begann im November: In der PSO-Ausbildung (Peace-Support-Operation) bekommt die Truppe jene Basiskenntnisse vermittelt, die für Krisenreaktionskräfte wie dem Neunburger Verband zum Einmaleins gehören. "Sie muss außerdem jährlich wiederholt werden", führt Romeis weiter aus. So steht im Grundlagenunterricht eine Landeskunde auf dem Stundenplan, aber auch Regeln für den Einsatz ("Rules of Engagement") werden vermittelt.

Erste praktische Erfahrungen sammeln die Soldaten bei der Stationsausbildung: Schießübungen, Aufbau und Betrieb eines Checkpoints, der richtige Umgang mit Minen sowie Kenntnisse im Objektschutz - insgesamt eine Woche dauert diese Basisausbildung in Theorie und Praxis.

Nächster Schritt ist die einsatzspezifische Grundlagenausbildung (ESGA): Eine Woche geht's für die Neunburger dazu auf den Truppenübungsplatz Wildflecken. Erstmals bekommen die Soldaten hier einen Vorgeschmack auf die Lage im Einsatzland: Mögliche Situationen, mit denen sie im Kosovo konfrontiert werden können, werden in verschiedenen Übungssituationen dargestellt.

"In vielen Stunden lernen die Soldaten auch lokale Sitten und Gebräuche kennen", fährt Romeis fort. In der Minenausbildung wird der Schwerpunkt auf Sprengkörper gelegt, die nur im Kosovo vorkommen. Einen weiteren Eckpunkt bildet die Sanitätsausbildung: Drei Tage werden die Helfer im Sanitätsdienst ausgebildet und müssen ihren Lehrgang kurz vor dem Einsatz noch einmal wiederholen.

Für Appell fehlt die Zeit

Die zentrale Truppenausbildung geht von Anfang Februar bis Mitte März über die Bühne. Je nach Verwendung ist dafür ein Zeitraum zwischen einer und drei Wochen angesetzt. Dann wird's ernst: Am 29. April findet der Verabschiedungsappel der Panzerbrigade 12 in Amberg statt. Romeis: "Für einen eigenen Appel in Neunburg bleibt wegen des engen Ausbildungsplans keine Zeit."

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