09.08.2014 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Stadtrat billigt Beitritt zu Zweckverband mit thermischer Verwertung Klärschlamm für den Ofen

von Monika Bugl Kontakt Profil

Gepresst, getrocknet und dann verbrannt: So sieht die Zukunft des Klärschlamms aus. Der Stadtrat will da nicht im Schlamm überalterter Entsorgungsmodelle stecken bleiben.

Einstimmig votierte das Gremium deshalb für einen Beitritt zu einem "Zweckverband thermische Klärschlammverwertung im Landkreis Schwandorf".

Diesen Zweckverband gilt es allerdings erst noch zu gründen. Immerhin nimmt die über das Regionalmanagement im Landkreis geplante Verwertung mit der Konzipierung einer Klärschlamm-Trocknungsanlage am Standort der ZMS in Schwandorf bereits konkrete Formen an. Voraussetzung für die Zustimmung des Stadtrats war, dass nach der Entscheidung weiterer Kommunen diese Form der Klärschlammverwendung nach wie vor als wirtschaftliche Variante verbleibt.

"Da wird viel Geld ausgegeben, und das wird noch weit mehr Geld kosten", klagte Walter Drexler (Freie Wähler) und wollte lieber auf die landwirtschaftliche Verwertung setzen. Das angekündigte Verbot dieses Verfahrens sei ja doch nicht eingetreten, selbst bei einer Verschärfung habe man noch genügend Fläche zur Verfügung .

"Der Ausstieg aus der Landwirtschaft ist sicher", erklärte dagegen Stadtwerke-Mitarbeiter Georg Keil: "Wer jetzt abwartet, wird das hinterher bitter bereuen." "Es ist doch auch aus Sicht der Verbraucher und der Landwirtschaft nicht sinnvoll, dass wir Stoffe erst herausfiltern und dann wieder verbreiten", gab CSU-Stadträtin Marianne Deml zu bedenken. "Spuren von Medikamenten und Hormonen können nur über eine thermische Verwertung ausgemerzt werden", ergänzte Dr. Christoph von Wenz (CSU).

Was die Kosten betrifft, so gebe es derzeit noch keine konkreten Zahlen, berichtete Keil. Man gehe aber von etwa 62 Euro für die Entsorgung einer Tonne vorgepressten Klärschlamms aus. Darin enthalten sei die Verwertung im Zementwerk Burglengenfeld inklusive Transport und Bandtrocknung. Es gebe auch bereits Modelle, aus dem übrigen Material Phosphor zu gewinnen, berichtete Keil und verwies auf ein entsprechendes Werk in Straubing. Der geplante Beitritt zu dem Zweckverband wurde schließlich einstimmig befürwortet.

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