16.01.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Standortältester nimmt Stellung zur Neuorientierung der Bundeswehr - Soldaten hoffen auf Erhalt ... "Garantie für die Standorte gibt es nicht"

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Skeptisch-hoffend blicken die Pfalzgrafenstadt und ihr Panzerartilleriebataillon 115 in die Zukunft: Die Pläne von Verteidigungsminister Peter Struck könnten für die Pfalzgraf-Johann-Kaserne schicksalhaft werden. Beim Neujahrsempfang von Stadt und Bataillon nahm Kommandeur Oberstleutnant Robert Freiberger gestern Stellung zur Standort-Diskussion.

"Wir Soldaten wissen nicht mehr als das, was der Minister der Öffentlichkeit bekannt gegeben hat", erklärte Freiberger. Denn die Entscheidung, welche Truppenteile zur Umsetzung der neuen Struktur benötigt werden, erfordere erst weitere Planungen. Der Kommandeur gab sich zuversichtlich, dass mechanisierte Verbände, wie eben die Panzerbrigade 12, weiterhin gebraucht würden.

"Die großartige Einbindung in die Bevölkerung und die kompakte Gliederung der Brigade in der Region wird berücksichtigt werden", weckte Robert Freiberger Hoffnung. Allerdings würden auch wirtschaftliche Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. "Wir Neunburger Soldaten hoffen auf den Erhalt der Brigade und unseres Bataillons", gab er die Stimmung in der Truppe wieder.

Die Pfalzgraf-Johann-Kaserne kann eine Gesamtkapazität von 1000 Soldaten und Mitarbeitern vorweisen. Mit der aktuellen Belegung von rund 800 Personen, gehört Neunburg zu den kleineren Standorten. Für Februar kündigte Freiberger aber die Ankunft von knapp 100 weiteren Soldaten an: Sie werden im Rahmen ihrer zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung ihre Zelte auf dem Plattenberg aufschlagen. Um weitere 90 Soldaten soll die Kaserne nächstes Jahr aufgestockt werden. Deren Ausbildungsspektrum erstreckt sich vom Verwaltungsfachangestellten bis zum Mechaniker.

Optimistisch stimmte den Oberstleutnant auch das gesellschaftliche und infrastrukturelle Umfeld der Pfalzgraf-Johann-Kaserne. "Die Rahmenbedingungen sind gut, die Lebensqualität für uns Soldaten ist hier besonders hoch." Gleichzeitig könnte auch die räumliche Nähe zu den Truppenübungsplätzen ein großer Vorteil unter militärischen Gesichtspunkten sein. Hier appellierte Kommandeur Freiberger an die Politiker aus der Region: "Auf allen Ebenen sollten sie diese Vorteile sachlich und ohne parteipolitische Rivalitäten darstellen."

Dem Offizier war eines bewusst: "Eine Garantie für unsere Standorte werden wir von niemandem erhalten." Bis zum Jahresende heißt es nun warten: Dann soll die Entscheidung bekannt gegeben werden.

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