26.05.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Stellplätze in der Hauptstraße neu markiert - "Wildparker" verbannen - Polizei kontrolliert ...: Blaue Schilder für mehr Parkmoral

"Manchmal war's ein Chaos", seufzt Hans Wild, Leiter der Polizeiinspektion, über die bisherige Parksituation in der Altstadt. Doch seit Dienstag weist eine neue Beschilderung die Stellplätze besser aus. Dauerparker und durch Autos versperrte Gehsteige sollen in der Hauptstraße passé sein.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Seit dieser Bereich 1999 mit Millionenaufwand umgestaltet wurde, scheiden sich die Geister an der Parkordnung. Geschäftsleute murren über den Verlust von Stellplätzen, Fußgänger schimpfen, wenn parkende Autos die Gehstreifen blockieren.

Problematische Rechtslage

Beim Ortstermin am Dienstag wies Bürgermeister Wolfgang Bayerl auf die Problematik in diesem Bereich hin. PI-Chef Hans Wild wusste, dass durch die Nagelmarkierung der Stellflächen zahlreiche Kraftfahrer nicht auf Anhieb erkannt hätten, wo sie parken dürften. Im Winter verschwand die Kennzeichnung meist unter der Schneedecke. Auch die Rechtslage war problematisch: So gab ein Richter unlängst einem Falschparker, der gegen ein Knöllchen Einspruch eingelegt hatte, auf Grund der ungenauen Verkehrssituation Recht.

Nun geben blaue "P"-Schilder im Bereich zwischen Rathaustorbogen, Kreisverkehr und Buchbindergasse den Ton an. In diesem so genannten "Zonenhalteverbot" gilt künftig die Faustregel: Autofahrer dürfen nur dort parken, wo diese Hinweise zu finden sind. Im übrigen Bereich darf das eigene Fahrzeug nur zum kurzen Be- und Entladen abgestellt werden.

"Wir werden in Zukunft wieder stärken kontrollieren", kündigt Hans Wild erhöhten Kontrolldruck seitens der Inspektion an. Zumal durch die neue Beschilderung wieder mehr Rechtssicherheit herrsche. "Künftig kann sich keiner mehr rausreden, er hätte nicht gewusst, wo er stehen darf." Bürgermeister Bayer räumte zwar ein, dass man eigentlich weg vom Schilderwald kommen wolle, "aber anders geht's nicht".

Die Höchstparkdauer in der Hauptstraße beträgt eine Stunde, von Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr sowie neu am Samstag von 8 bis 12 Uhr muss die Parkscheibe eingelegt werden. Auf Wunsch der Geschäftswelt, um die Dauerparker hier zu verbannen, wird außerdem die Haltezeit im Unterdeck des Parkstadel von bisher vier auf zwei Stunden zurückgefahren. "Im Berg" werden vor dem Kern-Anwesen vier Stellplätze markiert, auch dort ist eine Stunde Höchstparkdauer. In der Parkgarage unterm Pfarrheim gilt weiterhin die Vier-Stunden-Regelung.

Fünf neue Parkplätze

"Sobald die Schilder stehen, gilt die neue Verordnung", erklärt Stefan Schmid, Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt. Und beruhigt gleich: Durch die Beschilderung der Stellplätze sei deren Zahl keinesfalls vermindert worden, im betreffenden Bereich entstanden sogar fünf weitere, unter anderem vor der Bäckerei Scheitinger und der Metzgerei Baumgärtner.

Und Falschparken kann im Geldbeutel schmerzen: 15 Euro Bußgeld sind für "Sünder" fällig, gar 35 Euro müssen berappt werden, wenn ohne entsprechenden Ausweis auf dem Behindertenparkplatz vor der Tourist-Information geparkt wird. Dies ist eigentlich der einzig "legale" Parkplatz in diesem Bereich, vor der Sparkasse und gegenüber sind wiederum nur Be- und Entladen oder schnelle Bankgeschäfte erlaubt - denn ein blaues Schild steht hier nicht.

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