06.09.2014 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Vereinigung der Hussitenstädte engagiert sich für das Konziljubiläum - Jahrestagung in Konstanz Kulturroute erinnert an Jan Hus

Sechzehn Städte aus Deutschland und der Tschechischen Republik widmen sich seit 1998 der Pflege des hussitischen Erbes und grenzüberschreitender Begegnungen. Auf ihrer Vollversammlung in Konstanz konnte die "Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition" mit Žlutice ihr siebzehntes Mitglied begrüßen. Die westböhmische Stadt wird sich künftig bei der Vereinigung vor allem im Bereich der Sozialen Medien engagieren.

Im Vordergrund der Vollversammlung der Vertreter der Vereinigung hussitischer Städte stand die Beteiligung der Vereinigung am Konstanzer Konziljubiläum 2014-2018. Bild: hfz
von Redaktion OnetzProfil

Im Vordergrund der Vollversammlung stand die Beteiligung der Vereinigung am Konstanzer Konziljubiläum 2014-2018. Im Hinblick auf das Jahr 2015, das unter dem Motto "Jahr der Gerechtigkeit" Jan Hus gewidmet ist, arbeitet die Vereinigung an der Realisierung einer "Hussitischen Kulturroute".

Route der Toleranz

Den Ausgangspunkt der Hussitischen Kulturroute bildet die "Route der Toleranz". Sie kennzeichnet die historische Strecke, die Jan Hus von Krakovec nach Konstanz zurückgelegt hat. Ergänzt wird sie durch die "Route der Verständigung", die tschechische und deutsche Städte und Gemeinden umfasst. Sie sind durch die hussitische Geschichte miteinander verbunden: entweder durch Denkmale oder historische Stadtfeste, die an diese geschichtliche Periode erinnern.

Bei der "Route der Verständigung" stehen grenzüberschreitende Begegnungen im Fokus. Bürgermeister Jirí Fiser aus Tábor zeigte in einem Bericht, dass die Idee der Hussitischen Kulturroute auch für Sportinteressierte ein attraktives Angebot darstellen kann. 2013 hatte er mit weiteren 30 Personen eine Bike-Tour von Tábor nach Konstanz unternommen und auf diese Weise 800 Kilometer zurückgelegt.

Auch die Pilgerwanderung, die deutsche und tschechische Bürger auf den Spuren von Jan Hus seit einigen Jahren gemeinsam unternehmen, wird mit Unterstützung der Hussitenstädte 2015 wieder stattfinden. Fest im Blick haben die Hussitenstädte bereits Jahr 2016. Auf der Vollversammlung diskutierten sie das Projekt einer Präsentation der Vereinigung im Zug des Konziljubiläums. 2016 steht das Konziljubiläum unter dem Motto "Lebendiges Mittelalter". Hier könnten die Hussitenstädte durch einen gemeinsamen historischen Umzug und die Vorstellung von Programmpunkten ihrer jeweiligen hussitischen Erinnerungskultur ein ebenso buntes wie informatives "Hussitisches Wochenende" bieten.

Der Neunburger Altbürgermeister Wolfgang Bayerl stieß eine Diskussion über den Umgang mit Aufnahmeanträgen von Städten aus anderen Ländern an, beispielsweise aus Österreich. Dies würde eventuell die Möglichkeit eröffnen, an projektbezogene Fördermittel heranzukommen und zudem weitere Mitgliedsbeiträge einbringen. Bayerl wird entsprechende Kontakte aufnehmen.

Völkerverständigung

Die Mitglieder der Vereinigung der Hussitenstädte bewahren die Erinnerung an die historischen Ereignisse des 15. Jahrhunderts durch viele Veranstaltungen, in denen sich deutsche und tschechische Bürger begegnen. So leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und für eine friedliche Zukunft in Europa.

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