05.02.2004 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Vortragsabend zum 150. Geburtstag von Heimatzeichner und Chronist Georg Dorrer - Gedenktafel ...: Stadt hält das Andenken an ihren großen Sohn lebendig

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Er schrieb eine zweibändige Stadtchronik, zahlreiche Bilder aus "Alt-Neunburg" entsprangen der Feder des Amtsgerichtssekretärs: Georg Dorrer war ein Allround-Genie. Zu seinem 150. Geburtstag ehrt die Pfalzgrafenstadt ihren großen Sohn mit einer Gedenkfeier.

Kreisheimatpfleger Theo Männer stellte bereits am 12. Januar einen Antrag an die Stadtverwaltung, anlässlich dieses Jubiläums die Erinnerung an Georg Dorrer lebendig zu halten. Drei Tage später gab Bürgermeister Wolfgang Bayerl bei einer Besprechung seine Zustimmung.

Am 23. Februar könnte Dorrer seinen 150. Geburtstag feiern. Eine Woche später, am Sonntag, 29. Februar, steigen die Feierlichkeiten. Bereits um 10.30 Uhr wird in der Stadtpfarrkirche ein Gedenkgottesdienst zelebriert. Die eigentliche Zeremonie beginnt um 18 Uhr im Saal der pfalzgräflichen Residenz. Nach der Begrüßung durch zweite Bürgermeisterin Johanna Gückel hält Heimatpfleger Männer einen ausführlichen Vortrag über das Leben des Neunburger Malers und Zeichners.

Danach wartet der Fotokreis der Kolpingsfamilie mit einer sehenswerten Diaschau auf: Bereits zum 60. Todestag 1993 hatte die Mannschaft um Peter Beer und Wolfgang Ziereis eine "Edition Georg Dorrer" mit einigen seiner schönsten Bilder herausgebracht. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Neunburger Sängerinnen mit dem "Dorrerlied", begleitet von Werner Maratzki und Wolfgang Förster auf der Zither.

Schon ab 17 Uhr ist der Dorrer-Raum im Schwarzachtaler Heimatmuseum für Besucher zugänglich. Zur Abrundung werden dabei Reproduktionen von Ansichtskarten aus der Feder des einstigen Amtsgerichtssekretärs verkauft. Anlässlich des 150-Jährigen wird die Stadt heuer auch die Gedenktafel an Dorrers Geburtshaus in der Bachgasse 4 renovieren.

Doch nicht nur hervorragende Schreib- und Zeichenkenntnisse zeichneten Georg Dorrer aus, er war auch der erste Architekt der Pfalzgrafenstadt: Der erste Entwurf für das Gebäude des damaligen Ostbahnhofes entstammte aus seiner Feder. Ebenso war er auf dem Tourismus-Sektor ein Vorreiter: Er stellte die ersten handgezeichneten Fremdenverkehrsplakate überhaupt her - mit Motiven aus Neunburg und Umgebung. Zu seinen letzten und bekanntesten Werken zählen die Wandbilder in der Vorhalle im Obergeschoss des Rathauses und die Ausmalung des Sitzungssaales. Zeitgenossen hatten Dorrer als einen großen, stattlichen, freundlichen Mann, hilfsbereit bis zum Einsatz des eigenen Lebens, als Natur- und Tierfreund sowie treibende Kraft in Vereinen und geschätzten Gesellschafter beschrieben. Zu Lebzeiten wurde seine Bedeutung oft verkannt, heute erinnern die Dorrerstraße und eben jede Tafel am Geburtshaus an ihn.

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