18.06.2010 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Wasserspender zurück auf dem Schrannenplatz - Aufnahme in Denkmalliste beantragt Marienbrunnen ist angekommen

Da staunte sogar das "Perlweiberl" auf seiner Granitsäule: Seit gestern steht endlich wieder ein richtiger Brunnen in der Altstadt. Nach über 80 Jahren ist der gusseiserne Marienbrunnen auf den Schrannenplatz zurückgekehrt. Dank der Johanna-und-Peter-Deml-Stiftung ist der Neunburger Ortskern nun um ein Schmuckstück reicher.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Auf Initiative von Heimatpfleger Theo Männer war der Brunnen vergangenen Juli im "Rosengarten" abgebaut worden. Seit 1931 stand der - trockengelegte - Wasserspender hier, damals hatte ihn Schreinermeister Johann Ettl vom Stadtmagistrat erworben. 1888 war der Gussbrunnen an der südlichen Seite des Marktplatzes (heute Schrannenplatz) aufgestellt worden. Marienbrunnen heißt er, weil eine Madonna-Zinkhohlfigur die Brunnensäule krönte.

Rost und Farbe entfernt

In den vergangenen Monaten ist der Brunnen bei der Regensburger Firma Haber & Brandner hergerichtet worden. Kunsthistoriker Maximilian Heimler, der zuständige Restaurator, erklärte bei einem Pressegespräch die nötigen Arbeitsschritte. So war der Brunnenkörper zunächst von Rost und mehreren Farbschichten zu reinigen. Die Ornamente und die Brunnensäule hatten im Laufe der Zeit Risse bekommen, den zentralen Führungsdorn des Brunnen-Bauwerks brachte eine Edelstahl-Konstruktion statisch auf den neuesten Stand. Nachdem einer der beiden Wasserspeier fehlte, musste ein neuer Ausläufer nachgearbeitet werden. Restaurator Heimler vermutet dass der historische Eisenkunstguss des Brunnens einst im Hüttenwerk Bodenwöhr gefertigt wurde. Zur Konservierung ist die Oberfläche des Brunnens noch mit einer hochwertigen Beschichtung zum Korrosionsschutz versehen worden.
Wie Heimatpfleger Theo Männer ergänzte, hatte das Architekturbüro Wild (Furth im Wald) die fachliche Beratung übernommen, eingeschaltet war auch das Landesamt für Denkmalpflege. Noch nicht entscheiden ist laut Männer über den Antrag, den Brunnen nachträglich in die Denkmalliste aufzunehmen.

Madonna als Krönung

Jede Menge Schaulustige erlebten im Anschluss mit, wie der Brunnen mit Hilfe eines Krans (allein die Brunnenschale wiegt eine Tonne) an seinen Standort vor das Rathaus gesetzt wurde. Die nötigen Arbeiten im "Untergrund" hatte in den vergangenen Tagen die Firma Schmid aus Prackendorf erledigt. Die Brunnensäule mit den beiden Auslaufformen wurde separat montiert, als Krönung und Abschluss ist die namensgebende Madonna gesetzt worden. Die Figur ist ein Bronzeabguss der Originalskulptur, die - nur ein paar Häuser weiter - die Fassade des Anwesens Dippold (Hauptstraße 41) ziert. Schlussendlich ist auch noch die Wasserprobe zur vollsten Zufriedenheit verlaufen.

"Brunnenfest" geplant

Dieser "qualitative Beitrag zur Altstadtsanierung" (Heimatpfleger Männer) ist Dank des finanziellen Engagements der Johanna-und-Peter-Deml-Stiftung möglich geworden. Anfang des Jahres hatte der Stiftungsrat 25 000 Euro zur Verfügung gestellt, damit der Marienbrunnen wieder auf den Schrannenplatz zurückkehren kann. Die offizielle Inbetriebnahme des Wasserspenders soll schon bald bei einem eigenen "Brunnenfest" stattfinden.

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