Bauausschuss begutachtet saniertes Gewölbe
Im Bräukeller ist aufgeräumt

Die Mitglieder des Bauausschusses - hier (von links) Herbert Wartha, Harald Klatzka und Bürgermeister Martin Birner - erkundeten den sanierten Bräukeller in Seebarn. Bild: Mardanow
Politik
Neunburg vorm Wald
11.03.2018
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Die Stadträte steigen in Seebarns Unterwelt hinab: Zum Abschluss der Sanierung erkundet der Bauausschuss die Gänge des Bräukellers am Dorfplatz. Das Projekt setzt den Schlusspunkt der Dorferneuerung - und kostet weniger als gedacht.

Mit dem Beschluss zur Teilsanierung des weitläufigen Gewölbes war vor knapp einem Jahr einem Wunsch der Bevölkerung entsprochen worden. Daran erinnerte Bürgermeister Martin Birner zu Beginn des Ortstermins in Seebarn. Als Projekt zur Dorferneuerung gab's über die Teilnehmergemeinschaft einen Zuschuss von 54 Prozent. Die bereits abgerechneten Baukosten belaufen sich auf 50 500 Euro, und liegen damit um knapp 8600 Euro unter der Schätzung.

Zehn Container Schutt

Während der Erkundung des Kellers verdeutlichte Architekt Michael Steidl den Ratsmitgliedern die einzelnen Arbeiten. Zunächst war "entrümpeln" angesagt - per Hand wurden zehn Container mit Schutt aus den Gängen und Räumen entfernt. "Mammutarbeit" sei die Erneuerung der Treppenanlage gewesen - unter anderem waren gebrochene Stufen zu richten und auf neues Fundament zu setzen. Aus der früheren "Luke mit Gitter" ist ein schmuckes Eingangsportal geworden, ergänzt um eine Bohlenbretttüre und ein Eisengitter nach historischem Vorbild.

Das gewachsene, aber trotzdem eingebrochene Granitgewölbe am unteren Treppenende wurde stabilisiert. Schadhafte Stellen im Mauerwerk sind ausgebessert worden, eingebaute Eichenkeile stabilisieren nun das Ziegelgewölbe. Zusätzlich war ein Lüftungsrohr freigelegt und nach außen geführt worden, außerdem wurden der Hauptgang und die beiden Nebenabschnitte noch mit Beleuchtung ausgestattet. Auch eine Steckdose mit Stromzähler ist nun eingebaut. Vor der Sanierung stand Wasser etwa bis zu 40 Zentimeter hoch im Keller; es wurde kanalisiert und abgeleitet.

Über eine "wunderschöne Abschlussmaßnahme" freute sich Baudirektor Werner Bachseitz, der das Verfahren Seebarn beim Amt für ländliche Entwicklung betreut. Beim Augenschein habe ihn überrascht, "welche Dimensionen der Bräukeller" hat, das sei vorher nicht abzuschätzen gewesen. Bachseitz ergänzte, dass für die Dorferneuerung in Seebarn seit 1999 rund 400 000 Euro investiert wurden und etwa 260 000 Euro an Zuschüsse flossen. Bürgermeister Martin Birner war es ein Anliegen für das unbürokratische Miteinander mit der Behörde zu danken.

Nutzung angedacht

Den Dank der Dorfgemeinschaft übermittelte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl. Sie sicherte die Pflege des Kellers zu, für den auch schon verschiedene Nutzungen angedacht seien. "Wenn uns der Bürgermeister ein paar Fässer Bier spendiert, werden wir die dort lagern - und auch trinken", meinte sie scherzhaft.

Teilbereich abgesperrtTrotz erfolgter Sanierung: Nach wie vor dringt Oberflächen- und Schichtenwasser über das Gewölbe in den Bräukeller ein und wäscht die Fugen zwischen den Ziegeln aus. Ein fehlendes Betretungsrecht in den Hof eines angrenzenden Anwesens verhindert derzeit, dass das Wasser weggeleitet oder der Keller von oben abgedichtet werden kann. Deshalb könne es, so informierte die Verwaltung das Gremium, in absehbarer Zeit zu einem Einsturz kommen. Der fragliche Teil des Gewölbes sei bereits mit einer Kette abgesperrt und müsste dann abgemauert werden. (mp)
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