25.01.2018 - 17:30 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gemeindetag will gleiche Voraussetzungen an allen Schulen: Impulse für digitale Bildung

"Die digitale Revolution ist keine Frage, die man bejaht oder verneint, sie findet statt, und ihre Geschwindigkeit ist atemraubend." Dieser Feststellung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kann sich wohl kaum ein Teilnehmer nach der Kreisversammlung des Bayerischen Gemeindetages entziehen, bei der die digitale Bildung besonders im Fokus steht.

Bei der Kreisversammlung des Bayerischen Gemeindetags demonstrierte Markus Binder, Lehrer an der Mittelschule Neunburg, die Anwendungsmöglichkeiten von I-Books im Geografie-Unterricht. Bild: Köppl
von Georg Köppl Kontakt Profil

Zahlreich hatten sich Bürgermeister, Mitarbeiter des Landratsamtes und der Verwaltungen, der Bildungsregion und Lehrkräfte in einem der neuen digitalen Klassenzimmer versammelt, über deren 13 die Grundschule an der Ledererstraße nach der Sanierung verfügt.

Mit Bürgermeister und Kreisvorsitzendem Martin Birner waren sich wohl alle Teilnehmer klar, dass an der digitalen Bildung kein Weg vorbeiführt. "Wir müssen uns aber auch finanziell bewegen und brauchen zur Umsetzung finanzielle Unterstützung", machte Birner mit Blick auf das angekündigte Förderprogramm klar. Hier erwartet er, dass gleiche Voraussetzungen für alle Schulen geschaffen werden. Finanzschwächere Kommunen dürften nicht auf der Strecke bleiben.

Große Veränderungen

Wie der mediale Wandel mit Tabletts und Co. das praktische Lernen verändert und welche kreativen und mobilen Möglichkeiten eröffnet werden, machten Konrektorin Birgit Koholka und Lehrer Markus Binder von der Mittelschule deutlich. Digitale Produkte können nicht nur gemeinsam entwickelt und gestaltet werden, auch bei der Lernkontrolle können neue Wege gegangen werden.

Wobei es das oberste Ziel ist, den Schülern zur entsprechenden Medienkompetenz zu verhelfen, die später auch in der Ausbildung und im Beruf gefordert ist. "Warum bleiben wir nicht bei den Schulbüchern?", fragte Markus Binder. Anhand des I-Books im Geografie-Unterricht zeigte er auf, wie in einer veränderten Lebenswelt und Gesellschaft mit überall verfügbarem Wissen mit dem Digitalunterricht neue Wege gangbar sind. Mit Erklärvideos, Animationen und Übungen würden viel mehr Lernkanäle aktiviert, als dies mit herkömmlichen Methoden möglich gewesen sei. Vernetztes Wissen, Anwendungsbezüge und Teamarbeit führten zur konkreten Verortung im praktischen Leben.

Schulamtsdirektorin Renate Vettori ging auf die Anforderungen ein, die mit dem Masterplan "Bayern Digital II" für die digitalen Klassenzimmer der Zukunft festgesetzt sind. Der Glasfaser-Initiative für alle Schulen folgt die WLAN-Offensive. Verbesserung der IT-Technik, die Einführung von Informatik als Pflichtfach an den Mittelschulen und die entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte sind weitere Punkte. Der Ausstattungsplan sieht neben dem funktionierenden Schulnetz eine digitale Großbilddarstellung, Lehrercomputer, digitale Geräte für die Schüler und eine Dokumentkamera vor, was sich pro Klassenzimmer auf rund 25 000 Euro summiert.

Hierzu müssen die Schulen bis zum Schuljahr 2018/19 Medienkonzepte erarbeiten, die dann auch Voraussetzung für eine Förderung sind. Ziel ist es, so Renate Vettori, medienkompetente Schüler zu erziehen, die sich in der digitalen Gesellschaft und Arbeitswelt zurechtfinden. Nach dem derzeitigen Stand soll das Förderprogramm die Sachaufwandsträger nur bei den Kosten für Erstausstattung und Einrichtung unterstützen.

Weitere Verhandlungen

"Es kann nicht sein, dass die Folgekosten wie etwa die der Systembetreuer an den Kommunen hängen bleiben", kritisierte Landrat Thomas Ebeling. Und es könne auch nicht sein, dass letztendlich andere entscheiden, was die Kommunen zahlen müssen. Er verwies auf noch laufende Gespräche der kommunalen Spitzenverbände mit den zuständigen Ministerien.

 

 

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