20.07.2007 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Hauptschule Neunburg: Fast zwei Drittel der Schüler mit "Quali" verabschiedet: Auf der Lebensleiter ein Stück weiter

"Ich kann es direkt hören, das große Aufatmen", verkündete Bürgermeister Wolfgang Bayerl am Donnerstagvormittag in der Aula der Hauptschule. Immerhin 25 Schüler aus der Klasse 9a konnten dort ihr Abschlusszeugnis in Empfang nehmen und der Schule damit endgültig den Rücken kehren. Auf fast zwei Drittel beläuft sich der Anteil derer, die dabei den "Quali" in der Tasche haben.

von Monika Bugl Kontakt Profil

Zur Entlassfeier waren die Neuntklässler in einheitlichen schwarzen Shirts mit dem goldenen Aufdruck "Abgänger Deluxe 2007" in der Aula erschienen. Am letzten Schultag erwartete sie neben dem Abschlusszeugnis eine ganze Reihe von Ratschlägen. In einem Wortgottesdienst nahm Diakon Ulrich Wabra die Lebensleiter der Abgänger unter die Lupe. Viele Sprossen dieser Leiter hätten die Absolventen bereits passiert, so Wabra, der für sicheren Halt vor allem auf die beiden Holme Selbstvertrauen und Ehrlichkeit nicht verzichten wollte.

Schwierigkeiten bezwungen

"Manche Mühe, Plage und Anstrengung war nötig, aber Ihr habt die Schwierigkeiten erfolgreich bezwungen", lobte der Bürgermeister die Schulabgänger. Als "besserwisserischer Erwachsener" gebe er aber auch zu bedenken, "dass außerhalb der Schule nicht alles Gold ist, was da glänzt". Wer hier mit falschen Vorstellungen und weltfremden Illusionen antrete, laufe Gefahr, rasch Schiffbruch zu erleiden. Und wer aus seinem Leben etwas machen wolle, dürfe sich nicht mit 15, 16 Jahren auf das geistige Altenteil zurückziehen oder sich mit intellektuellem Kleingeld zufrieden geben.

"Auch eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit einem ersten kleinen schritt", zitierte Schulleiter Hans Hilburger eine alte Weisheit, die er auf die Schullaufbahn bezog. Auch er nahm dabei Bezug auf die Lebensleiter. Sprosse für Sprosse seien die Schüler dabei zu jungen Erwachsenen herangereift. Hilburger würdigte in diesem Zusammenhang auch den Schulaufwandsträger, der für die Trittfestigkeit dieser Leiter gesorgt habe.

Auf stabilem Boden

Der Rektor erwähnte aber auch den Beitrag der Eltern, die "hinter der Wohnungstüre" zur erfolgreichen Kletterpartie beigetragen hätten. Immerhin bilde das Elternhaus den Boden und damit die Basis für einen festen Stand. "Ist der Boden zu weich, sumpfig oder nachgiebig, dann sinkt die Leiter ein", zog Hilburger Parallelen und prophezeite für diesen Fall Knochenbrüche und schwere Verletzungen. Aber auch ein allzu harter und glatter Boden sei gefährlich, die Leiter drohe dann wegzurutschen. Nicht zuletzt bedürfe der Aufstieg in den "Stürmen des Lebens" auch manches Mal einer stützenden Hand.

"Jetzt werden unsere Arme dazu bald zu kurz", stellte der Schulleiter fest, sah in dieser Entwicklung aber auch neue Chancen für die Schulabgänger. Wie diese konkret aussehen, dazu hatte der Klassleiter der 9a, Andreas Sorgenfrei, einen Überblick parat. Lediglich in fünf Fällen sei der weitere Werdegang noch unklar. Zu den Besten an der Neunburger Hauptschule gehörten in diesem Jahr Andreas Käsbauer (Note 2,0), Melanie Grote (2,16) und Lukas Obendorfer (2,22).

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.