17.12.2016 - 02:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Koordinatorin legt ersten Bericht im Stadtrat vor Lob für Integration á la Neunburg

Mit der Berufung einer hauptamtlichen Integrationsbeauftragten hat die Stadt ein Zeichen gesetzt. "Dieser Schritt war notwendig", erklärte Elke Reinhart, als sie ihren Bericht im Stadtrat vorlegte. Aktuell sucht sie dringend nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge.

von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Seit 1. November ist Elke Reinhart als "Koordinatorin für Flüchtlinge und ausländische Mitbürger" im Amt. "Danke, dass sich die Stadt zu diesem Schritt entschieden hat", brachte sie im Rathaussaal zum Ausdruck. Ihre Aufgabe sieht sowohl die Integration der neuen Mitbürger, als auch die Koordination der ehrenamtlichen Helfer vor.

Ganz vorne steht die Sorge um die Kinder: Sie sollen Plätze in Kindergärten, Schulen und Hort erhalten. Ganz wichtig sei die Nachmittagsbetreuung, um eine ganztägige Förderung zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Einrichtungen gestalte sich bisher sehr gut. Auch Nachhilfe wird vermittelt, über den Kontakt zu Sportvereinen soll die Eingliederung vorangebracht werden.

Für soziale Kontakte

Auch die Frauen und Mütter hat Elke Reinhart im Blick: Auf Ehrenamtsbasis soll für sie Sprachunterricht initiiert werden, da wegen der Betreuung der Kinder die Teilnahme an den Integrationskursen in Schwandorf nicht möglich sei. Auf diesem Weg, aber auch durch Begegnungen im Kleiderladen "Emma" und beim "Café International", sollen sie soziale Kontakte knüpfen.

Für die Männer und Väter ist ebenfalls ehrenamtlicher Sprachunterricht in Planung: In den Integrationskursen gebe es nämlich zu wenig Plätze. Auch für den Weg in die Arbeitswelt soll das Terrain geebnet werden: Dabei hofft Elke Reinhart auf die Unterstützung örtlicher Firmen bei Praktika-Stellen, 450-Euro-Jobs oder einer späteren Vollzeitarbeit. Dafür aufgeschlossene Unternehmer könnten sich bei ihr melden.

Die wöchentlichen Sprechstunden jeden Dienstag im Rathaus würden hervorragend angenommen. Prima funktioniere auch die Zusammenarbeit mit Nadine Hunzinger, Asylsozialberaterin des Landkreises - "wir ergänzen uns gut". Etwa 90 Prozent des Klientels seien Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber.

Dass die Stadt über eine eigene Integrationsbeauftragte verfügt, werde in einem weiten Umkreis anerkannt - "danach rufen viele", wusste Reinhart. Bei einer Fortbildung in Regensburg Mitte November, an der ehren- und hauptamtliche Asyl-Helfer aus ganz Bayern teilnahmen, habe Neunburg viel Lob erfahren.

Elke Reinhart bat die Stadträte um Unterstützung bei der Wohnungssuche. Vor allem für Familien sei es sehr schwer, geeignete Unterkünfte zu finden. Einige anerkannte Flüchtlinge, darunter sechs Familien mit über 30 Personen, die bereits in der Stadt wohnen, benötigten außerdem etwas Hilfestellung im Alltag. Dazu zähle auch, das Bewusstsein für ganz grundlegende Sachen wie Mülltrennung oder Kontoführung zu vermitteln.

Aktuell leben in der Stadt rund 40 Asylbewerber, zwischen 100 und 120 seien in der Gemeinschaftsunterkunft und 22 in Kemnath bei Fuhrn untergebracht. Doch längst nicht alle würden hier bleiben wollen, den Großteil ziehe es in größere Städte. Anders sehe es bei Familien aus, die schon einige Zeit hier lebten und deren Kinder hier Schule und Kindergärten besuchen.

Dank an Ehrenamtliche

Bürgermeister Martin Birner sieht Elke Reinhart als "die ideale Besetzung" bei dieser Aufgabe. Er dankte auch allen Ehrenamtlichen, die einen Beitrag zur Flüchtlingshilfe leisten.Auch mit Unwahrheiten über Flüchtlinge und Asylbewerber wird Integrationsbeauftragte Elke Reinhart konfrontiert. Im Stadtrat schilderte sie als Beispiel ein Gerücht, dass schon im Sommer 2015 erstmals aufgetaucht ist und sich seitdem hartnäckig hält.

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