16.02.2018 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm Wald

Neunburg setzt auf umfassende Anreize für Bauwillige Lockmittel zeigt Wirkung

Neunburg ist beliebt bei Bauherren. Daran gibt es für Bürgermeister Martin Birner keinen Zweifel. Seine Baustatistik 2017 widerlegt die düsteren Prognosen für den ländlichen Raum. Das kommt aber nicht von Ungefähr.

Neunburg hat als Wohnort nichts an Attraktivität eingebüßt, im Gegenteil, so der Tenor im Rathaus. Die Nachfrage deckt auch dieses Mehrfamilienhaus, das in der Neukirchener Straße entsteht. Bilder: Bugl (2)
von Monika Bugl Kontakt Profil

"Neunburg gilt nach wie vor als guter Wohn- und Betriebsstandort", berichtet der Bürgermeister am Freitag beim Pressegespräch im Rathaus und findet das sehr erfreulich. 81 Baugesuche (im Vorjahr 76) weist die Statistik für 2017 aus. "Da ist viel investiert worden, meint Birner, der zusammen mit Bauamtsleiter Georg Keil einen genauen Blick auf die Zahlen geworfen hat. Klar sei für diesen Boom auch die erhebliche Nachfrage nach Grundstücke in dem neu ausgewiesenen Baugebiet "Kleine Seigen" verantwortlich: Bis auf fünf Parzellen für Bungalows ist dort nichts mehr zu haben. Auch in den Ortsteilen ist von Baumüdigkeit wenig zu spüren.

"In Kröblitz ist jetzt schon eine Nachfrage da, obwohl die Grundstücke noch gar nicht auf dem Markt sind", berichtet der Bürgermeister. In Kemnath bei Fuhrn sei schon einiges verkauft, in Fuhrn nur noch eine Parzelle frei. In Mitteraschau sind aktuell nur noch drei Parzellen zu haben, in Penting heißt es "zwei reserviert, eine frei". Und mit Gütenland und Seebarn sei man zwecks Erwerb bebaubarer Flächen in Verhandlungen.

"Wir unterstützen auch private Bauträger", stellt Birner klar und lenkt den Blick aufs Bahnhofsgelände, eine Brachfläche, "innerstädtische Wohnlage nicht nur für Senioren". Sie soll heuer den Schwerpunkt für Neubauten bilden. "Innenverdichtung" heißt jetzt das Zauberwort - obwohl sich auch da schon einiges getan hat.

40 Baulücken weniger

"Über 220 Baulücken haben wir in den vergangenen Jahren auf 180 reduziert", informiert der Rathauschef und bekennt sich dazu, auch mal private Flächen zu vermarkten: "Wir schauen uns mit Bauwilligen Gebiete an und sind dann einige Male schon erfolgreich gewesen. Oft komme ganz plötzlich Bewegung in den Immobilienhandel. "Manchmal wird lange nichts verkauft, bis dann der Knoten platzt", so die Erfahrung von Bauamtsleiter Keil. Für das Interesse an einem Eigenheim in Neunburg machen Birner und Keil auch das Baukindergeld in Höhe von 5000 Euro verantwortlich.

"Das Baukindergeld greift enorm", ist der Bürgermeister überzeugt und verweist auf Summen in der Größenordnung von 160 000 bis 170 000 Euro die hier schon geflossen sind. "Mit dem Baukindergeld waren wir viel früher dran als andere Kommunen, das kommt jetzt doppelt und dreifach wieder rein", bestätigt der Bauamtsleiter.

Aber beide haben noch mehr Gründe parat, warum Neunburg wächst: Da ist die positive Entwicklung der Betriebe, die 2017 mit 25 Gewerbeobjekten in der Statistik zu Buche schlagen. Auch Einzelhandelsansiedlungen würden eine Rolle spielen und nicht zuletzt die Investitionen in Bildung und Kinderbetreuung. "Viele Familien wollen wissen, ob sie bei uns einen Kindergartenplatz bekommen", erzählt der Bürgermeister und gibt gleich die Antwort darauf: "Wir bringen sie alle unter." Damit diejenigen nicht schlechter dastehen, die sanieren statt neu bauen, gibt es auch für sie eine entsprechende Förderung. Vor allem im Altstadtbereich ist der Fördertopf längst nicht ausgeschöpft.

Rückkehrer

Erst neulich hätten sich Besucher aus München bei einer Stadtführung in so ein altes Häuschen verguckt, berichtet Keil. Und der Bürgermeister weiß von Rentnern, die nach dem Arbeitsleben in der Großstadt nach Neunburg zurückkehren. "Das alles ist uns nicht in den Schoß gefallen", lautet das Resümee des Rathauschefs angesichts der guten Zahlen, "wir haben dafür gekämpft".

Baustatistik 2017

Insgesamt zählte Neunburg 2017 genau 81 Baugesuche, ein Vorhaben wurde abgewiesen. An der Spitze: 25 Gewerbeobjekte, gefolgt von 15 Einfamilienhäusern und 11 landwirtschaftlichen Bauvorhaben. Auf den weitern Plätzen: sonstige Bauten (11), Umbau (9), Voranfragen (5), Zweifamilienhäuser (3) sowie je ein Mehrfamilien- und Doppelhaus. (bl)

Mit dem Baukindergeld waren wir viel früher dran als andere Kommunen, das kommt jetzt doppelt und dreifach wieder rein.Bauamtsleiter Georg Keil

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