04.03.2018 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm Wald

Neunburg will sich mit Hilfe einer Agentur als Marke profilieren Styling für die Wohlfühlstadt

Was würde der Welt fehlen, wenn es Neunburg nicht gäbe? In der Antwort auf diese Frage liegen die Stärken der Stadt. Sechs Erfolgsbausteine gilt es jetzt umzusetzen. Vom neuen Logo sind im Stadtrat aber nicht alle begeistert.

Farbe und Streifen, wie sie an den Fensterläden der Burg zu finden sind, sollen künftig auch auf städtischem Info-Material einen Niederschlag finden - und nicht nur dort. Bilder: Bugl (2)
von Monika Bugl Kontakt Profil

Als Ausfluss aus dem städtebaulichen Entwicklungskonzept hatte das Gremium einen Markenbildungs- und Profilierungsprozess angesteuert. Die Regie dafür übernahm die Oberviechtacher Agentur Schmid & Kreative, es gab umfangreiche Befragungen, und ein Markenbildungsteam sollte sich Gedanken machen. Das Ergebnis, den "Neunburger Weg", präsentierte nun Marco Schmid von der zuständigen Agentur am Donnerstag im Stadtrat.

"Wir kümmern uns um strategische Hebel", erläuterte Schmid den Prozess, bei dem sich die Pfalzgrafenstadt auch im Wettbewerb mit andern Kommunen positioniert. Als Stadt dieser Größenordnung komme Neunburg hier eine Vorreiterrolle zu, meinte der Vertreter der Agentur. "Es geht darum Stärken herauszuarbeiten, nicht darum, eine eierlegende Wollmilchsau zu präsentieren."

Aus Eigenbild, Fremdbild und Expertenmeinung mit insgesamt über 30 000 Antworten haben sich laut Schmid sechs Erfolgsbausteine herauskristallisiert: Wohlfühlstadt, besonderes Ehrenamt, Festspielhochburg, bedeutende Historie, facettenreiches Kultur- und Freizeitangebot sowie eine starke Wirtschaft.

Kein Slogan

Auf einen Slogan, der das untermauert, wollte die Agentur lieber verzichten. Außerdem sei der Profilierungsprozess langfristig angelegt, betonte Schmid: "Wir machen keine Werbekampagne, die in drei Monaten vorbei ist." Erster Schritt: ein neues Logo in der aus dem Wappen und dem Grundriss der Burg hergeleiteten halboffenen Form, der Farbe Dunkelblau und dem Buchstaben N. Ein helleres Blau soll demnach zusätzlich überall dort auftauchen, wo Seriosität gefragt ist, Rot komme dann bei Events ins Spiel. Und in Anlehnung an die gestreiften Fensterläden des Burgturms dürfen es auch mal Streifen sein, die beispielsweise den städtischen Fahrzeugen einen neuen Look geben. Vom Luftballon bis zur Visitenkarte, vom Plakat bis zur Fahne reichten die Beispiele, die sich die Stadträte schon mal in Bildern ansehen konnten.

Als "sehr modern und geradlinig" würdigte Stadtrat Martin Scharf (Freie Wähler) diesen Auftritt - auch wenn er das Logo zunächst als "relativ nichtssagend" empfunden habe. "Wir können noch so viele Logos haben, wenn das nicht mit Leben gefüllt wird", merkte er an.

Keine Silhouette

Richard Wagner (CSU) fand die Idee zwar sehr kreativ, das Logo aber sehr abstrakt: "Mir hat das Logo mit der Silhouette mehr zugesagt." "Ich war anfangs auch etwas erschrocken", räumte Stadtrat Erich Schmid (SPD) ein, während Klaus Zeiser (CSU) das Zeichen ganz gelungen fand. "Und wie sieht es mit den Folgekosten aus?", wollte CSU-Stadtrat Thomas Albang wissen. Da könnten durchaus erst alte Prospekte aufgebraucht werden, meinte Schmid, so ein "Umbranding" dauere seine Zeit. Mit einer Stimmenmehrheit von 16:2 billigte der Stadtrat schließlich das Marketingkonzept.

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