07.02.2018 - 15:16 Uhr
Neunburg vorm Wald

Seniorenwohnanlage nimmt weiter Fahrt auf Lebensabend mit Altstadt-Blick

Beim Thema "Wohnen für Senioren" bleibt Neunburg auf dem Gaspedal. Ein Grundstück in der Nähe des Marienheims rückt als Standort für eine Wohnanlage in den Fokus, zur Finanzierung soll eine Genossenschaft gegründet werden. Dabei werden Erfahrungswerte aus Niederbayern mit einfließen.

Auf diesem Grundstück an der Ufertalstraße soll die Seniorenwohnanlage entstehen. Bei einer Fragebogenaktion hatten sich die Befragten mit deutlicher Mehrheit für diesen Standort ausgesprochen, auch der Stadtrat will das Projekt hier verwirklicht sehen. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Mit den konkreten Interessenten hatte sich die Rathaus-Führung in der Vorwoche zusammengesetzt, um erste Pläne vorzustellen und das weitere Vorgehen zu erörtern. Über den Verlauf informierte Bürgermeister Martin Birner bei einem Pressegespräch im Rathaus. Das Interesse an der Thematik sei nach wie vor hoch, schilderte er. Bei einer Fragebogenaktion hatte die Hälfte der Teilnehmer einen kurzfristigen Bedarf an seniorengerechten Wohnungen in den nächsten zwei bis drei Jahren angemeldet.

Stadt stellt Grundstück

Eine Lage in der Nähe des Marienheims wurde von den Befragten favorisiert. In Folge hat sich der Stadtrat zwischenzeitlich entschieden, das Wohnprojekt auf einem städtischen Grundstück an der Ufertalstraße, nördlich des Friedhofs, zu forcieren. Die Stadt wird die Fläche per Erbbaurecht zweckgebunden zur Verfügung stellen. Aktuell laufen Bemühungen, dass auch ein Nachbargrundstück, dass sich aktuell noch in Privatbesitz befindet, für das Vorhaben genutzt werden kann.

"Ein attraktives Wohnprojekt, schön eingegrünt", ist für Bürgermeister Martin Birner die Wunschvorstellung. Kein mehrgeschossiger Wohnkomplex soll es werden, sondern eine barrierefreie, behindertengerechte eingeschossige Bebauung, die sich der Höhensituation des leicht ansteigenden Geländes anpasst - "und den Blick in Richtung Altstadt ermöglicht" so Birner. Die Wohnungsgrößen sollen zwischen 50 und 80 Quadratmeter liegen, auch flexible Wohnformen sollen möglich sein.

"Soll vernünftig laufen"

Zur Realisierung soll auf eine Bürgergenossenschaft gesetzt werden. In den nächsten Wochen werde versucht, genügend Interessenten für eine Mitgliedschaft oder zur Miete oder den Kauf von Wohnungen zu finden - "die müssen Feuer und Flamme für die Genossenschaft sein", formulierte Birner. Bei der Gründung solle der Genossenschaftsverband zur Seite stehen, eine Infoversammlung für das angestrebte Modell sei nach Ostern geplant. Der Bürgermeister versicherte, dass es hier "nicht um maximale Gewinnoptimierung geht, sondern, dass es vernünftig läuft." Um Erfahrungen zu sammeln, wird sich eine Neunburger Abordnung mit dem Bürgermeister, Verwaltungsleiter Peter Hartl und Stadträtin Marianne Deml am Freitag in einer ähnlich betriebenen Anlage in Mitterskirchen (Niederbayern, Landkreis Rottal-Inn) informieren.

Für die weiteren Schritte wird - parallel zur Genossenschaftsgründung - die Planung der Seniorenwohnanlage vorbereitet. In einem angestrebten Architektenwettbewerb sollen die Interessenten mit ihren Vorstellungen eingebunden werden. "Bis zum Jahresende soll der Plan stehen, damit über den Winter die Genehmigung über die Bühne gebracht werden kann", so der Bürgermeister. Dann könne mit dem Bau im Frühjahr 2019 begonnen werden.

Aus der Umfrage

Rund 100 Fragebögen zum Thema "Senioren-Wohnprojekt" waren im September ausgeteilt worden, davon wurden 44 eingesandt - "ein sehr guter Rücklauf", so die Stadtverwaltung. Bei der Standortfrage hatten sich 73 Prozent (32) der Teilnehmer für eine Lage in der Nähe des Marienheims ausgesprochen, 23 Prozent (10) votierten für eine Wohnanlage am ehemaligen Bahnareal südwestlich des Finanzamtes. Beim Standort Marienheim stimmten 22 Befragte für den Neubau einer Anlage auf dem städtischen Grundstück an der Ufertalstraße, nördlich des Friedhofs. 10 Teilnehmer brachten eine Erweiterung der Appartement-Anlage der Spitalstiftung ins Spiel. Eine finanzielle Beteiligung konnten sich 26 Befragte vorstellen, davon wären 13 bereit, sich über Genossenschaftsanteile "einzukaufen" oder eine Eigentumswohnung zu erwerben. (mp)

Bei der Zusammenkunft über die geplante Seniorenwohnanlage informierte Bürgermeister Martin Birner über das Vorhaben eines Neunburger Unternehmers, der auf dem Areal des ehemaligen Bahngeländes - zwischen Ringseis- und Bahnhofstraße - eine barrierefreie Wohnanlage errichten will. Dort sollen kleine Appartementhäuser zum Kauf oder zur Anmietung entstehen. Laut Planung sollen die Häuschen über 80 und 110 Quadratmeter Wohnfläche und jeweils einen Carport verfügen. Wie Birner beim Pressegespräch erläuterte, werden für das Vorhaben aktuell noch letzte Grundstücksfragen geklärt. In den nächsten Wochen soll dann das Exposé vorliegen, dann könne das Projekt vorgestellt werden.

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