15.10.2017 - 16:10 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

70 Jahre VdK-Kreisverband Starke Stimme der Sozialpolitik

Vom Kriegsverband hat sich der VdK zu einem modernen, unabhängigen Sozialverband entwickelt, dem allein in Bayern 668 000 Mitglieder angehören. In der Schwarzachtalhalle feierte der Kreisverband sein 70-jähriges Bestehen. Unter den Gästen des Festakts war auch ein Mann der ersten Stunde.

Johann Süß vom Ortsverband Schönsee (Zweiter von links) erhielt als eines von acht noch lebenden Gründungsmitgliedern des VdK die Medaille "Patrona Bavaria".
von Udo WeißProfil

Zahlreiche Gäste, Vertreter des Verbandes und Ehrengäste waren in die Schwarzachtalhalle gekommen, um das Jubiläum des Verbandes zu feiern. Nach der Begrüßung durch Kreisvorsitzenden Alfred Kerschner stellte Bürgermeister Martin Birner das VdK-Motto "Zukunft braucht Menschlichkeit" in den Mittelpunkt seiner Worte. Das verlange viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich immer wieder für Schwache einsetzen und um deren Rechte kämpfen. Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch bezeichnete den VdK als "wertvollen Ratgeber", der seine Vorschläge gegen soziale Kälte auch in die Koalitionsverhandlungen einbringe. Die hohe Mitgliederzahl beweise die Bedeutung des Sozialverbandes, der als "soziales Gewissen" bezeichnet werden könne. Zur Feier übergab er einen Scheck. Landtagsabgeordneter Franz Schindler erinnerte an die Todesmärsche vor 70 Jahren, als Millionen von Menschen flüchten mussten. Die Gründung des VdK sei mit der Beschlussfassung der bayerischen Verfassung zusammengefallen, in die auch die Erfahrungen mit der Nazi-Diktatur eingeflossen seien. Der VdK genieße Ansehen wie kein anderer Verein durch kompetente Beratung und Mitglieder, die sich in hohem Maße für andere einsetzen.

In seiner Festrede ging VdK-Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried auf die Entstehungsgeschichte des VdK - einer "bayerischen Erfindung" - ein, die am 4. Dezember 1946 in Oberbayern ihren Ursprung hatte. Der Kreisverband Schwandorf-Burglengenfeld-Neunburg wurde 1947 durch Max Kiener gegründet. "Mit viel Engagement und Tatkraft setzten sich Männer und Frauen für die vom Krieg gebeutelten Menschen ein und versuchten die größte Not zu lindern", erläuterte er den Beweggrund der Gründung. Wohnungen wurden gebaut für Kriegsopfer und Behinderte, die Kriegsopferfürsorgestelle wurde eingerichtet. "Die Menschlichkeit, die im VdK-Motto verankert ist, wird von unseren Ehrenamtlichen tagtäglich vorgelebt", betonte Eisenried. Neue Formen wie Pflegebegleiter, Inklusionsbeauftragte und VdK-Lotsen begleiten Menschen und geben Hilfestellungen. Als "starke Stimme in der Sozialpolitik" seien viele Forderungen des VdK mittlerweile in Gesetzen verankert. "Die soziale Ungleichheit steigt", so der Referent, deshalb werde der VdK mit seinen bundesweit 1,8 Millionen Mitgliedern auch weiterhin für Mitmenschlichkeit, Solidarität und Menschenwürde kämpfen.

Von den acht noch lebenden Gründungsmitgliedern war Johann Süß vom Ortsverband Schönsee anwesend, er erhielt die Medaille "Patrona Bavaria". Weitere Gründungsmitglieder sind Peter Albang, Elmar Bertram Wilhelm Bölderl, Georg Brenner, Otto Herrmann, Margareta Troidl und Erich Zach. Siegfried Pöll wurde zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt. Die Ehrennadel in Gold erhielten Alfred Kerschner und Reinhard Rädel. Mit der Ehrennadel in Silber wurden Georg Demleitner, Engelbert Ehbauer, Peter Fugmann, Herbert Hasenkopf, Erika Dorner, Johann Schwendner, Barbara Bäumler und Richard Rötzer ausgezeichnet.

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