Aktive der Feuerwehr schulen sich in Konfliktmanagement
Im Streit auf Abstand gehen

Vertrauen in den Vordermann war gefragt, als die Teilnehmer beim Kurs "Konfliktmanagement und Selbstverteidigung" mit verbundenen Augen im Gänsemarsch über Hindernisse geführt wurden. Bild: Georg Schmid
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
05.03.2018
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Die Helfer rüsten sich: Die Feuerwehr Neunburg reagiert auf die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte. Bei einem Kurs zum Thema Konfliktmanagement und Selbstverteidigung geben drei Referenten wertvolle Tipps.

Auch die Aktiven der Feuerwehr Neunburg haben bei Einsätzen in der Vergangenheit schon die Erfahrung machen müssen, dass die Hemmschwelle zu Beleidigungen und Gewalt gesunken ist. Wie auf solche Vorfälle richtig reagiert wird, und welche Möglichkeiten zur Deeskalation es gibt, verdeutlichten Thomas Schmid, Florian Kehl und Dieter Eberle vom Team Niederbayern/Oberpfalz des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes.

Das Trio hat eine sechsmonatige Ausbildung zum "Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung" absolviert. Der in Theorie und Praxis aufgeteilte Kurs setzte auch Elemente der Gruppenarbeit ein, unter anderem mussten sich die Teilnehmer beim Gänsemarsch mit verbunden Augen blind aufeinander verlassen können. Erläutert wurde das sogenannte Ampel-Prinzip aus Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, es wurden Tipps für die Kommunikation mit potenziellen Angreifern gegeben und den Ursachen für Gewalt wurde auf den Grund gegangen. Auch rechtliche Aspekte spielten eine Rolle.

"Gleichzeitig sollte der Kurs den Blick für die Entstehung von Gefahrensituationen schärfen", verdeutlichte Thomas Schmid gegenüber Oberpfalz-Medien. "80 Prozent aller Angriffe passieren ohne Vorwarnung." Ein probates Mittel zur Abwehr könnte bereits lautes Schreien oder eine klare Ansage ein. Hier empfahl der Referent, bei Streitgesprächen grundsätzlich einen möglichst großen Abstand zu halten. Zum Abschluss des Kurses wurde noch die "gewaltlose Abwehr" von Angreifern veranschaulicht. Die Techniken sollen den Gegner durch die Stimulation von Nervenbahnen zur Aufgabe zwingen. Der Kurs, den das Referenten-Trio bei der Feuerwehr erstmals in der Praxis vorgestellt hat, sei "sehr gut angekommen", berichtet Thomas Schmid. Ergänzend soll im nächsten halben Jahr noch ein Selbstverteidigungskurs stattfinden.

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Weitere Informationen:

www.konfliktmanagement-selbstverteidigung.de
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