20.10.2017 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Amnesty-Gruppe Schwandorf gestaltet Gottesdienst in der Versöhnungskirche Weltweites Unrecht ächten

"Die Menschenrechte gehen uns alle an", stellte Pfarrer Gerhard Beck fest. Diese Thematik stand daher im Mittelpunkt des Gottesdienst in der evangelischen Kirchengemeinde, den einige Mitglieder der Schwandorfer Gruppe von Amnesty International gestaltet hatten.

Chantal Averibou, Janina Tribs, Jannick Tribs und Pfarrer Gerhard Beck (von links) gestalteten in der Versöhnungskirche den besonderen Gottesdienst um die Menschenrechte. Bild: agr
von Autor AGRProfil

Er habe gleich zugesagt, als ihn die Anfrage der Gruppe erreicht habe, erzählte der Geistliche. Er appellierte an die Gläubigen, sich durch diesen Gottesdienst zum Nachdenken anregen zu lassen. Heinrich Mayer stellte die 1961 gegründete Menschenrechtsorganisation Amnesty International vor. Die Mitglieder setzten sich unter anderem weltweit für die Abschaffung von Folter und Todesstrafe sowie für faire Gerichtsverfahren ein. Die Schwandorfer Gruppe ist seit 1996 tätig und macht sich für politische Gefangene stark, indem sie von den zuständigen Regierungen in Briefen deren Freilassungen fordert. Dieser Gottesdienst solle auch dazu dienen, so Meyer, das Schicksal dieser Menschen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Danach gestalteten Chantal Averibou, Janina Tribs und Jannick Tribs diesen besonderen Gottesdienst. Die Lieder begleitete Pfarrer Gerhard Beck mit seiner Gitarre. Jannick Tribs schilderte das Beispiel des iranischen Rechtsanwalts Abdolfattah Soltani, der eine 13-jährige Haftstrafe verbüßt, weil er Opfer von Menschenrechtsverletzungen verteidigt hatte. Der gewaltlose politische Gefangene erhalte im Gefängnis in Teheran keine angemessene medizinische Behandlung und sei einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt ausgesetzt. Seiner Arbeit als Anwalt der Menschenrechte könne er nicht mehr nachgehen.

Die Bewohner des Friedensdorfes San Jose de Apartado in Kolumbien werden immer wieder von paramilitärischen Banden drangsaliert und der Staat beschütze sie nicht. Über 300 Mitglieder der Gemeinde seien mittlerweile schon getötet worden. Es sei den militärischen und paramilitärische Kräften ein Dorn im Auge, dass sich das Dorf für neutral erklärt hat und seine Mitglieder nicht an gewaltsamen Aktionen teilnehmen wollen. Im Anschluss an den Gottesdienst öffnete das Kirchencafé, und die Kirchgänger nutzten die Gelegenheit zur regen Diskussion mit den jungen Amnesty-Mitgliedern.

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Weitere Informationen:

www.amnesty-schwandorf.de

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