19.09.2017 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Ausstellung "Glaube, der die Welt verändert" in der Versöhnungskirche Globale Reformation im Blickpunkt

Das mit vielen Festakten, Vorträgen und Ausstellungen gefüllte "Lutherjahr" geht ins letzte Viertel. Die evangelische Kirchengemeinde mit Pfarrer Gerhard Beck hat sich schon mit einigen Aktionen daran beteiligt. Aktuell beherbergt die Versöhnungskirche eine interessante Ausstellung.

Pfarrer Gerhard Beck (rechts) informiert sich zusammen mit Pfarrer Manfred Kurth und Kirchenvorsteherin Herma Bullemer über die Ausstellung und testet die Hörstifte. Bild: weu
von Udo WeißProfil

In dieses ausführlich gestaltete Medienangebot führte Pfarrer Manfred Kurth von der Regionalstelle Süd von "Mission Eine Welt" mit einem Vortrag ein. Nach theoretischen Vorbemerkungen über Martin Luther und seinen Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 zu Wittenberg, erörterte er die Zusammenhänge von Reformation und Missionsarbeit und diskutierte im Anschluss darüber, ob Missionsarbeit Menschenrechte fördern oder für Vielfalt eintreten soll. Seine Kernaussage war, dass der selbstbewusste Martin Luther, der es wagte, gegen Papst und Kaiser zu rebellieren, ernsthaft die Ansicht vertrat: "Die Kirche muss fortwährend reformiert werden."

Pfarrer Kurth, der gemeinsam mit seiner Frau Sabine, die ebenfalls Pfarrerin ist, von 1995 bis 2003 in der Nähe von Mombasa (Kenia) Missionsarbeit geleistet hat und sehr viel Erfahrungen darüber mitbrachte, berichtete in seiner launigen Rede über seine Erfahrungen mit Missionsarbeit. Er erzählte unter anderem, wie sie eine Kirche bauen mussten, wie die Menschen dabei zusammengehalten haben und wie er und seine Familie sich durch diese Arbeit verändert haben. "Gott war uns ganz nah", beschrieb er das Gefühl, das sie bei ihrer Arbeit in Kenia hatten, "und wir haben auch gelernt anders zu predigen." Nicht das "Ich" stehe im Vordergrund sondern das "Wir". In seiner jetzigen Tätigkeit, in der er 39 Partnerschaften weltweit berät und unterstützt, sieht er seine Aufgabe vor allem darin, Begegnungen zwischen den Kulturen zu initiieren.

Am Anfang der Ausstellung stand ein geschichtlicher Rückblick. Reformation sei global geworden und habe die Grenzen lokaler Provinzkirchen verlassen. Mehr als 400 Millionen Menschen rund um die Welt seien im reformatorischen Glaube und in Frömmigkeit verbunden. Reformatorischer Glaube habe die Welt verändert - beispielsweise für die Entwicklung der Menschenrechte, für das interreligiöse Gespräch und das ökumenische Miteinander.

Die Ausstellung "Glaube, der die Welt verwandelt", die noch bis Ende September in der Versöhnungskirche zu sehen ist, geht globalen geschichtlichen und ethischen Themen und Herausforderungen nach. Die Ausstellung besteht aus abwechslungsreichen Modellen und ist multisensorisch konzipiert. Sie spricht alle Sinne an und lädt zur Interaktion ein. Die Themenstationen sind auf beschrifteten Transparenten und bedruckten runden Tischen, die zu Gesprächen und Diskussion in kleineren Gruppen einladen, veranschaulicht. Über Hörstifte können Audiobeiträge abgespielt werden. Über beschriftete Würfel und einen Turm lassen sich Inhalte der Ausstellung auch "erfühlen". Das Ganze wird mit einer Broschüre über historische Daten abgerundet.

Schwerpunkte

Reformation ist bunte religiöse Vielfalt; Reformation lässt Konkurrenten kooperieren; Reformation öffnet Grenzen; Reformation schafft Menschenrecht; Reformation geht gemeinsam neue Wege; Reformation weckt Leidenschaft für eine gerechtere Welt; Reformation durchbricht den "Turmbau der Habgier"; Bayern und die weltweite Mission: Eckdaten der Geschichte. (weu)

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