Bauauschuss sieht sich Klassenzimmer der Zukunft an
Besser büffeln auf dem Teppich

Für einen Blick auf die neue Seitenansicht der Grundschule in der Ledererstraße war es am Donnerstag schon zu dunkel. Architekt Michael Steidl hatte aber ein aktuelles Foto vom Vortag mitgebracht, in dem benachbarte Bäumen einen sehr dekorativen Schatten auf die frisch verputzen Wände warfen. Bild: hfz
 
Architekt Michael Steidl (Zweiter von links) führte die Mitglieder des Bauausschusses durch die neuen Räume der Grundschule in der Ledererstraße. Die Stadträte konnten bei dieser Gelegenheit auch einen Blick in den künftigen Heizraum werfen. Bild: Bugl

Die Fassade des Grundschul-Neubaus ist bereits winterfest. Jetzt geht es an den Innenausbau. Der Bauausschuss durfte schon mal einen Blick in den Rohbau werfen und sah sich mit ganz neuen Empfehlungen konfrontiert.

Die Wärmepumpe im Heizraum war noch in Styropor verpackt, als sich die Mitglieder des Neunburger Grundstücks-, Bau- und Umweltausschusses am Donnerstag vor der Sitzung im Anbau der Grundschule in der Ledererstraße umsahen. Trotzdem war es bereits warm, da bereits eine Heizung über die Wände möglich ist.

"Marktplatz" für Schüler

Architekt Michael Steidl verwies auf ein paar Besonderheiten wie die Sichtbeton-Wände und die geplanten Heiz- und Kühldecken in den Klassenzimmern des Neubaus. So geben kleine Fenster den Blick auf den Gang frei, und ein Raum für differenzierten Unterricht ist ebenfalls in Sichtkontakt zum angrenzenden Klassenzimmer. "Dieser Gang ist nicht nur reiner Durchgang", erläuterte Schulleiter Siegfried Bräuer. Er sei vielmehr ein "Marktplatz" für Schüler aus der gleichen oder einer ähnlichen Jahrgangsstufe, die sich hier zu gemeinsamen Aktionen treffen können.

Auch im Gang soll es Tische und Bänke geben. "Die Räume hier würden sich beispielsweise für die ersten und zweiten Klassen anbieten, die Ganztagsschüler haben auch einen ganz anderen Rhythmus", so Bräuer. Etwa 100 Kinder könne man so zwischendurch auf einer Ebene zusammenfassen. Schallgedämpfte Wände sorgen dafür, dass es im Klassenzimmer nicht zu laut wird, und an den Außenwänden sollen große bunte Fensterbänke installiert werden, die wie ein Pult genutzt werden können.

"Es darf praktisch überall gearbeitet werden", informierte Architekt Steidl. "Das ist Deluxe", staunte Stadtrat Martin Scharf. Nicht so ganz begeistert waren er und seine Kollegen allerdings von der Empfehlung, Teppichböden für die Klassenzimmer zu verwenden, für die zunehmend ein Wohnzimmer-Charakter erwünscht ist. Die Vor- und Nachteile sollen nun die Lehrer abwägen.

Turnhalle wird größer

Das gilt auch für eine Entscheidung, wo die Garderobe für die Schüler nun angebracht werden soll. Bei der anschließenden Sitzung im Rathaus ging Steidl auf die Pläne für die Turnhalle ein, für die ein barrierefreier Zugang geschaffen wird. Vorgesehen ist eine Prallwand, die Schall und Energie absorbiert. Auch im Pultdach mit Trapezblech auf Stahlträgern ist Schallschutz integriert. Für den Fußboden kommt Parkett oder Linoleum in Frage. Die Turnhalle mit Fußbodenheizung soll auch etwas größer ausfallen als ihre Vorgängerin. Außerdem bemühe man sich derzeit, hier noch Möglichkeiten für eine Bühne vorzusehen, berichtete Steidl.

Einblicke gab es außerdem in den Verwaltungsbau mit einem offenen Sekretariat zwischen den Räumen für Rektor und Konrektor im ersten Stock. Teeküche, Kopierraum und Erste-Hilfe-Raum sind nicht weit, ebenso der Jugend- und Sozialarbeitsraum und ein Elternsprechzimmer sowie das Lehrerzimmer. Der Anbau wird im unteren Teil in Stahlbeton gefertigt, darüber komme eine Holzrahmenkonstruktion, berichtete Steidl.

Die Ausschussmitglieder nahmen diese Details über den Baufortschritt und die Pläne einstimmig zur Kenntnis. Beim Ortstermin war Steidl auch auf den Zeitplan für die Sanierung eingegangen: Bei zum 31. Mai sollen laut Plan die Bauarbeiten beendet sein. Dann bleibe bis zum Ende des Schuljahres noch Zeit zum Einräumen.

Auch die Fensterbänke können wie ein Pult genutzt werden. Es darf praktisch überall gearbeitet werden.Architekt Michael Steidl.
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