19.04.2018 - 16:08 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Blick auf das Unfallgeschehen im Bereich der Neunburger Polizei: So wenig Verletzte wie noch nie

Die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Straßen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg ist nahezu konstant geblieben: 526 Mal hat's im vergangenen Jahr gekracht, 532 Mal im Jahr davor. Ein leidiges Phänomen bleibt aktuell - trotz erfolgreicher Ermittlungen.

"Wieso sich einfach jemand von einem Unfallort verabschiedet, ist ein Phänomen." Zitat: Polizeioberkommissar Markus Schlegel
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern erläuterte Polizeioberkommissar Markus Schlegel das Geschehen auf den Straßen. Nach wie vor ist kein Unfallschwerpunkt im 405 Kilometer umfassenden Straßennetz des Inspektionsbereichs auszumachen. Erfreulich sei, dass die Unfälle mit Personenschaden auf einen "historischen Tiefstand" zurückgingen - von 67 auf 60. Mit "schwerwiegendem Sachschaden" endeten 67 Unfälle, auch hier gab's einen Rückgang um 9. Eine gute Nachricht war auch, dass kein Verkehrstoter zu beklagen war.

Weniger Wildunfälle

Als Hauptunfallursachen waren erneut Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren registriert, gefolgt von zu wenig Sicherheitsabstand und Vorfahrtsfehlern sowie der "falschen Straßenbenutzung". 254 Wildunfälle wurden gemeldet, 8 weniger als im Vorjahr. Diese fallen in die Kategorie der "Kleinunfälle", die insgesamt um 11 auf 399 anstiegen.

Überhöhte Geschwindigkeit wurde 2017 überhaupt nicht als Unfallursache registriert. Der positive Trend aus den Vorjahren setzte sich damit fort. Nach wie vor aber hatte die Neunburger Polizei die Fahrer mit Bleifuß besonders im Visier: Während der 136 Mess-Stunden mit der Laserpistole wurden 99 Pkw-Halter ertappt, die zu schnell unterwegs waren. Zusammen mit der kommunalen Verkehrsüberwachung in den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft ergebe dies eine "gute Kombination" zur Vorbeugung, so die Meinung von Polizisten und Lokalpolitikern.

Unfallflucht geahndet

Eine kleine Trendwende gab's beim "Tatbestand Unfallflucht": Nachdem 2016 noch 53 Vorfälle registriert wurden, ging die Zahl im vergangenen Jahr auf 49 zurück. Allerdings stieg der verursachte Schaden von 49 000 Euro auf 75 000 Euro an. Am häufigsten wurden Parkrempler und Unfälle im Begegnungsverkehr verzeichnet. Diesen Verkehrssündern waren die Ermittler verstärkt auf der Spur: Knapp ein Viertel (24,5 Prozent) der Unfallfluchten wurde geklärt, mehr als noch im Vorjahr (17 Prozent).

Um für das Thema "unerlaubtes Entfernen vom Unfallort" zu sensibilisieren, hatte die Polizei die Info-Kampagne "Unfallflucht - kein Kavaliersdelikt" gestartet. Dabei wurden Flyer verteilt, und das Gespräch mit Autofahrern wurde gesucht. "Doch das wird wohl weiterhin ein leidiges Thema bleiben", so Oberkommissar Schlegel. Für ihn sei es ein Phänomen, wenn sich jemand "einfach so" von einem Unfallort entfernt.

Alkohol als "Beifahrer" spielte bei 4 Unfällen eine Rolle, dabei wurden 2 Personen verletzt. Den Beamten war ein Autofahrer in Erinnerung, der mit 2,07 Promille in Schlangenlinien vor dem Streifenwagen fuhr und wiederholt auf die Gegenfahrbahn geriet. Bei 33 Fahrern stellten die Beamten den Führerschein sicher, 15 saßen unter Drogen-Einfluss am Steuer.

Der Blick auf spezielle Kategorien zeigte 30 Unfälle, die durch junge Erwachsene verursacht wurden, in 13 Fällen waren Senioren schuld. 8 Unfälle mit Fahrrädern und 15 mit motorisierten Zweirädern sind registriert. Schulwegunfälle sowie Unfälle mit Fußgängern sind auch 2017 erneut nicht passiert.

Im Straßennetz der Polizeiinspektion passierten die meisten Unfälle auf Neunburger Gemeindestraßen - insgesamt 108 waren dort verzeichnet. Es folgte die Staatsstraße 2151 im Abschnitt Sonnenried-Neunburg-Rötz mit 83 Unfällen, auf den Bodenwöhrer Gemeindestraßen krachte es 35 Mal. 28 Mal war die Staatsstraße 2040 im Bereich Neunburg Unfallschauplatz, gefolgt vom Straßenabschnitt B85-Bodenwöhr-Neunburg mit 27 registrierten Unfällen.

Wieso sich einfach jemand von einem Unfallort verabschiedet, ist ein Phänomen.Polizeioberkommissar Markus Schlegel

 

 

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