03.11.2017 - 20:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Erzieherinnen lernen "Brain Energy" kennen: Mit Bewegung gegen "geistigen Mülleimer"

Schon Kinder kämpfen gegen Reizüberflutung. Dagegen hilft Bewegung. Wie sie den Kopf frei macht, konnten Erzieherinnen bei einer Fortbildung lernen.

Die beiden Moderatorinnen Anuschka Wiegand (Mitte, links) und Martina Gruber (rechts davor) demonstrierten den Erzieherinnen verschiedene Überkreuzübungen. Bild: kei
von Autor KEIProfil

Medien sowie Stress und Hektik hinterlassen Spuren: Bereits Kinder sind mit einem Überschuss an Informationen konfrontiert. Wie ein neues Bewegungskonzept den "geistigen Mülleimer" leeren kann und Spaß am Lernen weckt, erfuhren Erzieherinnen bei einer Fortbildungsveranstaltung.

Organisiert von der Gebietsverkehrswacht hatten sich knapp 50 Teilnehmerinnen aus den Kindergärten in Neunburg, Schwarzhofen, Dieterskirchen und Neukirchen-Balbini versammelt. Vorsitzender Markus Schlegel und Stellvertreter Hans Keilhammer hießen dazu Martina Gruber, Physiotherapeutin und Kinesiologin aus Neunburg, und ihre Partnerin Anuschka Wiegand, ebenfalls Kinesiologin und Krankenschwester aus Lappersdorf, willkommen.

"Brain Energy" heißt das Schlagwort, mit dem sich die beiden Moderatorinnen befassten. Dabei handelt es sich um ein Konzept, bei dem die Grundkoordination (Körperkoordination) angebahnt wird, damit sich leichter und mit Freude lernen lässt und spielerisch Gelerntes gefestigt werden kann. Ein Bewegungswechsel beim Springen könne Kindern helfen, sich in Neues hineinzudenken und anschließend in ein anderes Thema zu springen, ohne dabei überfordert zu sein, schilderten die Expertinnen.

Bei Brain Energy gehe es nicht darum, den Kindern noch mehr aufzubrummen, damit sie noch besser werden und noch mehr können, verdeutlichten die Referentinnen. Vielmehr sollten die Kinder ihre "geistigen Mülleimer", die durch Medien, Stress und Lerndruck gefüllt werden, wieder leeren können und durch das Spielerische und die Freude an der Bewegung ihre Fähigkeiten entdecken, die sie dringend zum Lernen brauchen. "Es geht nicht nur um das schulische Lernen", verdeutlichte Wiegand. Brain Energy beinhalte auch "Brain-Gym-Übungen", die dazu beitragen, dass sich Gelerntes auch unter Stress abrufen lässt, beispielsweise vor Prüfungen. Das Konzept sei in zehn Einheiten aufgebaut, die von leichten bis zu schweren Bewegungen bis hin zum visuellen Bereich reichten.

In einem weiteren Themenbereich ging Martina Gruber auf das Wassertrinken ein. Jeder solle täglich zwei Prozent seines Körpergewichtes an Wasser zu sich nehmen. Bei einem Menschen mit 70 Kilogramm wären das 1,66 Liter Wasser im normalen Alltag. Bei Stress verdopple bzw. verdreifache sich der Wasserbedarf. Gruber beschrieb, dass Kaffee, Tee und kohlensäurehaltige Getränke dem Körper Wasser entziehen. Deshalb sei es vor allem für Kinder wichtig, sie frühzeitig an das Wassertrinken zu gewöhnen, da sie dadurch den Anforderungen des Alltags besser gewachsen seien.

Wichtig sei es, Zucker zu reduzieren. In der Stressabfolge reduziere Zucker die Polarität der Zellen und lasse Überempfindlichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln wie Milch, Weizen oder Getreide entstehen. Das Immunsystem werde geschwächt, und es entstünden vermehrt Atemwegs- und Ohr-Infektionen. Die praktischen Übungen zum Abschluss machten alle Teilnehmer mit sichtlicher Begeisterung mit.

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