Für Stadtwerke beginnt "Zeit der Instandhaltung"
Geld für Kanal und Kläranlage

Die Stadtwerke wollen nächstes Jahr den Regenwasserkanal in der Diendorfer Straße ins Visier nehmen. Die schadhaften Rohre sollen ausgewechselt und das Fassungsvermögen soll erhöht werden. Bild: Mardanow

Die Zeit der großen Kanalbau-Projekte ist vorbei, nun rückt bei den Stadtwerken verstärkt die Wartung der Abwasseranlagen ins Blickfeld. Ein besonders maroder Rohrleitungsabschnitt soll nächstes Jahr auf Vordermann gebracht werden.

Ehe sich der Werkausschuss am Donnerstag mit dem Wirtschaftsplan der Stadtwerke für das nächste Jahr befasste, legte Stadtwerkeleiter Wilhelm Meier eine vorläufige Bilanz des Jahresverlaufs 2016 vor. "Bisher liegen wir im Rahmen", schilderte er den Stadträten in einem Überblick. Basierend auf den Zahlen bis Ende Oktober, zeichne sich eine Differenz von rund 15 000 Euro im Vergleich zum Plan ab - "angesichts eines Gesamtvolumens von 1,9 Millionen Euro betrachten wir das als unbedeutend".

Sanierung kommt günstiger

Deutlich weniger tief als erwartet, musste für die Kanalsanierung in der Katzdorfer Straße in die Tasche gegriffen werden. An 16 lokalisierten Schadstellen auf einer Länge von rund 800 Metern seien nur punktuelle Reparaturen und keine großflächigen Erneuerungen nötig gewesen. Die Kosten fielen um 100 000 Euro günstiger aus.

Meier berichtete außerdem, dass der Wasserverbrauch insgesamt unter anderem durch sparsame Haushaltsgeräte aber auch durch ein verstärktes Umweltbewusstsein tendenziell zurückgehe. Inwieweit sich dies auf die künftige Gebührenkalkulation auswirke, sei derzeit noch nicht absehbar. Die Stadtwerke würden die Entwicklung im Auge behalten.

Kläranlage im Fokus

Ohne Kreditaufnahme wollen die Stadtwerke durchs Wirtschaftsjahr 2017 kommen. Der vorgelegte Wirtschaftsplan weist ein Investitionsvolumen von rund einer Million Euro auf. Die größten Positionen sind die zweite Stufe für die verfahrenstechnische und energetische Verbesserung der Kläranlage für 350 000 Euro und die Erneuerung des Regenwasserkanals in der Diendorfer Straße für kalkulierte 250 000 Euro.

Dieser Kanal sei "so kaputt, dass er nicht mehr zu reparieren ist", erläuterte der Stadtwerkeleiter. Die Rohre sollen neu verlegt und die Leitungen deutlich größer dimensioniert werden, so dass sie in etwa die vierfache Menge aufnehmen können. Eventuell werde dabei der Landkreis mit im Boot sein, der für die Diendorfer Straße eine Oberflächenerneuerung beabsichtigt.

Nachdem mittlerweile das gesamte Gemeindegebiet erschlossen ist - im Ortsteil Warberg war 2015 das letzte Kanalbau-Projekt - "beginnt für uns die Zeit der Instandhaltung". In Zukunft werde der Schwerpunkt bei der Sanierung der Anlagen und der Verbesserung der abwassertechnischen Reinigung liegen. Es sei aber zu erwarten, dass der Bedarf an Fremdleistungen steigen werde. Der Ausschuss billigte den Entwurf des Wirtschaftsplans, damit verknüpft war die Empfehlung an den Stadtrat, das Zahlenwerk anzunehmen.

Ablösung für Traktor

Zu Kosten von 8250 Euro hat der Werkausschuss den Auftrag für die Prüfung der Jahresabschlüsse 2014 bis 2016 an die Wirtschaftsprüferkanzlei AWP (Regensburg) vergeben. Wilhelm Meier informierte noch über den Kauf eines Traktors für die Sandwaschanlage, nachdem am bisherigen Fahrzeug ein Motorschaden festgestellt worden war. Der Preis betrug 26 200 Euro, der Erwerb lief über das Traktorenzentrum des Herstellers Claas in Langenau (Baden-Württemberg). Der defekte Bulldog wurde für 8000 Euro in Zahlung genommen.

Der Werkleiter blickte noch auf den Sachstand bei der verfahrenstechnischen Verbesserung der Kläranlage. In der zweiten Hälfte des Februar werde die Firma Huber mit dem Einbau des feineren Einlaufrechens, der Rechengutbehandlungsanlage und des Sandfangs beginnen. Stufe zwei im Anschluss sieht Änderungen am Belebungsbecken und eine neue Belüftung vor. Von der neuen Technik erwarten sich die Stadtwerke eine erheblich Energieeinsparung.
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