12.08.2014 - 00:00 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gegen "grüne Pracht" im Eixendorfer See - Gewässer-Restaurierung als Option im Blickpunkt Algen endlich Einhalt gebieten

Wenn im Eixendorfer See die Algen blühen, treten Angler und Badegäste den Rückzug an. Seit fast 20 Jahren versuchen die Behörden, die Wasserqualität zu verbessern - bisher ohne Durchbruch. Nun folgt ein neuer Anlauf: Ein Gutachten soll die Erfolgsaussichten bei einer See-Restaurierung untersuchen.

Die grüne Pampe macht sich seit Jahren in den Sommermonaten im Eixendorfer Stausee breit. Wenn die Blaualgen blühen, hängt ein penetranter Geruch über dem Gewässer, kein Angler hat dann Lust seine Köder auszuwerfen. Ein neues Gutachten soll nun ermitteln, welche Erfolgsaussichten eine See-Restaurierung hätte. Archivbild: Götz
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

"Es grünt so grün, wenn Eixendorfs Algen blüh'n", ist in den Sommermonaten buchstäblich ein beklagter Evergreen am Stausee. Im Vorjahr hatte sich die Stadt Neunburg erneut an das Wasserwirtschaftsamt Weiden gewandt: Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Situation zu verbessern.

Vergangene Woche nun berieten Vertreter von Wasserwirtschaftsamt und Regierung der Oberpfalz mit dem Neunburger Bürgermeister Martin Birner und zweitem Bürgermeister Wolfgang Spießl (Rötz) über den nächsten Schritt zur Lösung des Algenproblems.

Gutachten einholen

Schon im Vorjahr hatte man sich darauf verständigt, dass das Wasserwirtschaftsamt ein Gutachten in Auftrag gibt, das "Möglichkeiten und Erfolgsaussichten einer See-Restaurierung durch Maßnahmen im See" untersucht. Jetzt wurde über den Umfang und den Inhalt dieses Gutachtens beraten. Das Wasserwirtschaftsamt hatte dazu einen Vorschlag erarbeitet, der unter den Teilnehmer rege diskutiert wurde.

Schnell war sich die Runde einig, alle denkbaren Möglichkeiten untersuchen zu lassen. Aus der Diskussion resultierte eine entsprechend umfangreiche, abgestimmte Aufgabenbeschreibung, mit der sich das Wasserwirtschaftsamt nun Angebote von renommierten Expertenbüros einholen und den Auftrag vergeben wird.

Erkenntnisse nächstes Jahr

Für die Finanzierung des Gutachtens werden aktuell bis zu 100 000 Euro veranschlagt. Die Erkenntnisse sollen Ende nächsten Jahres vorliegen und den Beteiligten vorgestellt werden. Die Sommermonate werden genutzt, um wichtige Daten über den See, die mit dem Algenwachstum in Verbindung stehen, zu erheben. Die Gewässergüte des Stausees hatte sich schon wenige Jahre nach seiner Inbetriebnahme im Jahre 1975 verschlechtert. Ende der neunziger Jahre begann das Forschen nach den Ursachen. Unter anderem durch fischereiwirtschaftliche Maßnahmen und die Abwasserbehandlung im Einzugsgebiet des Sees hat sich zwar die Nährstoffbelastung des Gewässers verbessert, doch der entscheidende Durchbruch zu einem "sauberen" See ist bis dato nicht gelungen.

Die starke Blaualgenblüte in den Sommermonaten ist nicht nur kein schöner Anblick, sondern führt auch zu Geruchsbelästigungen. Hinzu kommt, dass die Algen für Badende gesundheitsgefährdend sein können.

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