08.09.2017 - 15:10 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gregor-von-Scherr-Realschule rückt überregional ins Blickfeld Mit Pilotprojekt und Talentsuche

Der Gregor-von-Scherr-Realschule steht ein spannendes Unterrichtsjahr ins Haus: Neue Formen für digitalen Unterricht rücken in den Blickpunkt, außerdem werden Ideen entwickelt, um besondere Talente bei den Schülern zu fördern.

Auch wenn sich das Schulleiter-Trio - (von links) Konrektor Bernd Bischoff, Direktorin Diana Schmidberger und Zweiter Konrektor Dr. Alois Spitzer - bespricht, stehen Tablets auf dem Tisch. Möglichkeiten des digitalen Unterrichts möchte die Neunburger Gregor-von-Scherr-Realschule mit ihrem Status als "MINT-freundliche/Digitale Schule" weiter ausloten. Bild: Mardanow
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Mit dem Status "MINT-freundliche Schule/Digitale Schule" geht die Gregor-von-Scherr-Realschule ins neue Schuljahr. Das Internet, Tablet oder Smartphone haben längst in den Unterricht Einzug gehalten, vor allem in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) setzt die Realschule auf die digital gestützte Ausbildung. Zwölf Schulen in ganz Deutschland tragen dieses Prädikat exklusiv, "wir sind die einzige Schule in ganz Bayern", betont Direktorin Diana Schmidberger nicht ohne Stolz. Mit ausschlaggebend für die Auszeichnung sei gewesen, dass die Neunburger Realschule über ein eigenes WLAN-Netz verfüge, erklärt die Schulleiterin.

"Richtig loslegen"

Der "radikalen Wandlung im Unterricht" (Schmidberger) wird damit Rechnung getragen. Die Direktorin verweist auf den neuen Lehrplan in den fünften Klassen, der stark kompetenzorientiert ausgerichtet ist. Ein erarbeitetes Medienkonzept zeigt als Wegweiser auf, welche digitalen Möglichkeiten sich in welchen Jahrgangsstufen und in welchen Fächern am besten eignen. Gerade die MINT-Fächer seien prädestiniert für diese neue Form des Unterrichts - "und damit werden wir nun richtig loslegen".

Damit auch die Lehrkräfte für den neuen Weg bei diesem Pilotprojekt gerüstet sind, hat die Schule bereits eine Fortbildungsoffensive im Kollegium eingeleitet - "das reicht von einfachen technischen Grundlagen bis hin zum Unterricht per Internet im virtuellen Klassenzimmer", verdeutlicht Schmidberger.

Der herkömmliche Unterricht habe trotzdem nicht ausgedient: "Jeder, der mit dem Tablet unterrichtet, muss auch noch in der Lage sein, mit Tafel und Kreide unterrichten zu können", sagt die Schulleiterin. Wo sie aber einen echten Mehrwert für die Ausbildung bietet, gelte es, die Digitalisierung zu nutzen. So könnten die Schüler mittlerweile bei Referaten wählen, ob sie es herkömmlich mit Vortrag und Präsentation vorstellen, oder sich für eine interaktive Lösung, beispielsweise unter Verwendung einer App, entscheiden.

Ein besonderes Förderprojekt rückt ebenfalls in den Fokus: Die Scher-Realschule wurde durch die Kultusministerkonferenz für die "Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler" ausgewählt. Anders als bei der Hochbegabtenförderung wird dabei aber nicht auf den Intelligenzquotienten und die klassischen Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch geschaut - "es kommt vielmehr auf unterschiedliche Begabungen in verschiedenen Bereichen an". So hätten manche Schüler beispielsweise ein besonderes Talent für sozialen Umgang miteinander oder ein spezielles Händchen für Medien-Arbeit. "Wenn ich bei einem Schüler eine besondere Fähigkeit entdecke, kann ich damit sein Selbstvertrauen fördern", so die Schulleiterin. Sie hat dabei auch die Zukunft der Jugendlichen im Blick: "Wenn jemand einen Beruf findet, der seiner Begabung entspricht, der ist sein Leben lang glücklich."

Ideen teilen

Die Scherr-Realschule hat nun die Aufgabe, ein Leitbild mit Ausrichtung auf eine leistungsfördernde Schulentwicklung zu erarbeiten, außerdem gilt es, ein kooperatives Netzwerk zur Zusammenarbeit mit anderen Schulen und außerschulischen Bildungspartnern zu knüpfen. Ebenso heißt es, Ideen entwickeln, wie das Fördern und Fordern im Regelunterricht umgesetzt werden kann. Diese Ideen soll dann mit anderen Schulen geteilt werden.

Zusätzlich hat sich die Realschule für das Modul "Fordern und Fördern außerhalb des Regelunterichts" entschieden. Dabei sollen auch die Erfahrungen aus der Talentgruppe Werken einfließen - "die bei uns sehr gut läuft", erzählt die Direktorin. Für dieses Schuljahr seien für die 16 Plätze mehr als doppelt so viele Bewerbungen vorgelegen.

Unterrichtsbeginn an der Gregor-von-Scherr-Realschule

Schülerzahlen

Ab Dienstag, 12. September, werden 578 Schüler (minus 7) in 24 Klassen unterrichtet. Die Klassenstärke liegt im Schnitt bei 24,1 Schülern. "Das sind angenehme Klassengrößen - sowohl für Schüler als auch für die Lehrer", sagt Direktorin Diana Schmidberger. In der fünften Jahrgangsstufe beginnen 95 Schüler in vier Klassen ihre Realschul-Laufbahn. In den zehnten Klassen bereiten sich 103 Jugendliche auf ihre Abschlussprüfungen vor.

Ganztagsangebot kommt an

Das dritte Jahr in Folge verfügt die Scherr-Realschule über eine offene Ganztagsklasse. "Dieses Angebot ist etabliert und hat sich mittlerweile herumgesprochen." Ein "sehr gutes Team" kümmere sich um die Betreuung der Schüler. Außerdem können wieder alle vier Wahlpflichtfächergruppen angeboten werden.

Weniger Kinder aus dem Landkreis Cham

"Aus den Bereichen Rötz und Treffelstein gehen uns schon Schüler ab", schildert Diana Schmidberger die Auswirkungen durch die im Vorjahr neu eröffnete Realschule in Waldmünchen. So habe sich die Zahl der Kinder aus Rötz von 10 auf 5 halbiert. Dramatisch sei der Rückgang allerdings nicht, man werde die Entwicklung aber im Auge behalten. "Wir versuchen, mit Qualität dagegen zu halten", verspricht die Schulleiterin.

Organisatorisches

Die Schulleitung weist darauf hin, dass ab Montag, 11. September, die Klassenlisten in der Aula aushängen. Am ersten Schultag - Dienstag, 12. September - werden die Fünftklässler um 8 Uhr in der Turnhalle begrüßt, der Unterricht für alle Klassen endet um 12.15 Uhr. Um 12 Uhr treffen sich die Fünftklässler noch einmal im Pausenhof, auch interessierte Eltern sind willkommen. (mp)

Jeder, der mit dem Tablet unterrichtet, muss auch noch in der Lage sein, mit Tafel und Kreide unterrichten zu können.Diana Schmidberger, Direktorin der Gregor-von-Scherr-Realschule

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