06.06.2017 - 10:28 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Grundschule in Neunburg vorm Wald verändert ihr Gesicht Turnhalle auf „Expansionskurs“

Nach den Pfingstferien sind die Bretter weg, auf denen der Bürgermeister als Kind in Reih und Glied stehen musste. Auch das Dach und die Mauern der Turnhalle werden in wenigen Tagen verschwunden sein. Im Sportunterricht gibt es dann vorübergehende andere Prioritäten.

Auf diesem Boden hat früher auch Bürgermeister Martin Birner (Zweiter von rechts) geturnt. Gemeinsam mit (von links) Konrektorin Birgit Koholka, Schulleiter Siegfried Bräuer, Architekt Michael Steidl und Bauamtsleiter Georg Keil warf er einen letzten Blick auf das Gebäude, das in den Pfingstferien abgerissen wird. Bilder: Bugl (2)
von Monika Bugl Kontakt Profil

Ein Teil der Bodenbretter in der alten Turnhalle fehlte bereits, als sich dort Bürgermeister Martin Birner mit Architekt Michael Steidl, der Schulleitung und Bauamtsleiter Georg Keil traf. Fast 60 Jahre lang hat das Gebäude hier Turnübungen, Konditionstraining und Ballspiel gesehen, jetzt wird es durch ein größeres ersetzt.

Pünktlich zu Schulende warteten bereits die Bauarbeiter, um in den Ferien als erstes das Asbest-Dach der Turnhalle fachgerecht zu entsorgen. Denn jetzt, in den Ferien, darf es richtig laut werden auf dem Schulgelände. Bagger rücken an, um die Mauern einzureißen hinter denen sich so mancher am Reck oder beim Bockspringen abgequält hat. "Nach den Pfingstferien dürfte hier nichts mehr stehen", sagt Architekt Michael Steidl mit Blick auf den Übergangstrakt und die Turnhalle.

Neuer Schulweg

Auch der Eingang sieht dann etwas anders aus. Die Stufen bleiben, aber jetzt geht es gleich nach links ins Hauptgebäude. Während im hinteren Bereich schon am neuen Busbahnhof gebaut wird, soll bis Schuljahresende das bisherige Areal noch frequentiert werden. "Wir haben einen sehr engen Zeitplan", verkündet Steidl. Er hofft, dass Ende Oktober der neue Trakt mit Pausenhalle, Verwaltungsbereich und Turnhalle zumindest ein Dach hat. Für den neuen Trakt mit Turnhalle (inklusive Sanitäranlagen und Umkleiden) , Pausenhalle samt Mensa und Verwaltungsbereich rechnet die Stadt mit Kosten von knapp vier Millionen Euro.

"Das sind schon einschneidende Veränderungen für dieses ganze Gebiet", meinte Bürgermeister Martin Birner. Sanierung und Umbau der Grundschule in der Ledererstraße würden schließlich das derzeit größte Bauvorhaben der Stadt bilden. "Ich habe als Kind gleich gegenüber gewohnt, hab da Verstecken gespielt und bin zu Fuß in die Schule gegangen." Da schwinge in der Freude über das Bauprojekt schon auch ein wenig Wehmut mit.

Sonden für Geothermie

Während die Schüler nun ausspannen können, geht es gleich neben den Klassenzimmern rund. Architekt Steidl rechnet damit, dass dort in den Ferien täglich rund 15 Bauarbeiter unterwegs sind. Neben dem Abbruch erfolgt auch die elektrische Erschließung, eine Breitband-Leitung wird verlegt, auch die Sondenanbindung für die Geothermie soll in dieser Zeit erfolgen. Koordiniert wird das alles während der Schulzeit donnerstags bei einem festen Absprachetermin. "Da kriegt dann jeder seine Hausaufgabe", berichtet Schulleiter Bräuer.

"Das wird jetzt auch eine Durststrecke für die Vereine", weiß der Rektor, schließlich werde die Halle auch im außerschulischen Bereich intensiv genutzt. Dafür gibt es aber im Neubau einen separaten Eingang für die Vereine. Sportmuffel unter den Schülern können im Übrigen auch während der Bauphase nicht aufatmen: "Wir werden sehr intensiv schwimmen", prophezeit Bräuer. Außerdem könne man ja auch ganz gut im Freien turnen. Bauamtsleiter Georg Keil hat auch noch eine Übergangslösung parat, die im neuen Schuljahr greift: Im alten Trakt soll es dann zwei Gymnastikräume geben, um die Monate zu überbrücken, bis in der neuen Turnhalle der Boden unter Kinderfüßen bebt.Ein wenig Nostalgie verspürte Bürgermeister Martin Birner, als er sich in der schon etwas demontierten Turnhalle in der Ledererstraße ein letztes Mal umsah. Da war doch dieser Sportlehrer, erinnerte er sich: "Wir mussten uns alle in Reih und Glied aufstellen, und dann hieß es ,Bauch rein, Brust raus'". Ja, damals wurde viel Wert auf Körperhaltung gelegt, waren sich die Pädagogen einig mit Architekt Michael Steidl, der dem Bürgermeister als Folge dieser Übung "ein starkes Kreuz" bescheinigte.

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